Fisch des Jahres 2016 – Der Hecht

Der Hecht (Esox lucius) wird Fisch des Jahres 2016. Der Hecht ist eine der größten und bekanntesten heimischen Fischarten. Mit dem Hecht wurde eine Art gewählt, durch die die Zusammenhänge zwischen Natur- und Artenschutz sowie nachhaltiger, ver­antwortungsvoller Naturnutzung verdeutlicht werden können. Wenn Ufer und Auen renaturiert oder in einem naturnahen Zustand erhalten werden, dienen sie dem Hecht als Rückzugsraum und Laichplatz. Damit wird einerseits der Bestand dieses von vielen Anglerinnen und Anglern geschätzten Speisefisches gesichert und gleichzeitig Lebensraum vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten verbessert.

Fisch des Jahres 2016 - Der Hecht
© Herbert Frei

Ausgewählt wurde der Hecht gemeinsam vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF). „Mit seiner unverwechselbaren Gestalt zählt der Hecht zu den bekanntesten heimischen Fischarten“, sagte Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes. Markant sind der langgestreckte Körper, die nach hinten verlagerte Rücken- und Afterflosse und vor allem das entenschnabelartige Maul. Er besiedelt stehende Gewässer vom kleinen Tümpel bis zum großen See, aber auch Fließgewässer vom Oberlauf bis hinab in die küstennahe Brackwasserregion. „Der Hecht ist beispielgebend für die vielen Fischarten, die zur Fortpflanzung auf intakte Ufer- und Auenbereiche entlang der Gewässer angewiesen sind. Nur wenn solche naturnahen Lebensräume erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden, können die Bestände des Hechtes sowie vieler weiterer Fischarten zukünftig in unseren Flüssen erhalten werden“, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel.

Erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen zeigen, dass es gelingen kann, nicht nur dem Hecht, sondern auch zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten wieder neuen Lebensraum zu geben. „Besatzmaßnahmen durch Angelfischer und Vereine sind auf Dauer keine Lösung. Aber sie helfen bei der Bestandsentwicklung in beeinträchtigten Gewässern“, ergänzte Happach-Kasan.

Hintergrund: Der Hecht (Esox lucius)

Der Hecht zählt zu den bekanntesten heimischen Fischarten. Er besiedelt stehende Gewässer vom kleinen Tümpel bis zum großen See, aber auch Fließgewässer vom Oberlauf bis hinab in die küstennahe Brack-wasserregion.

Der Hecht kann mit seinen zahlreichen spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen hervorragend Beute packen: Fische aller Art, auch eigene Artgenossen, Frösche, gelegentlich auch kleine Wasservögel und Säugetiere wie Mäuse oder Bisamratten stehen auf dem Speiseplan. Die Durchschnittsgröße eines Hechtes liegt zwischen 50 und 100 Zentimetern. Weibliche Hechte können jedoch 1,30 Meter überschreiten und über 20 Kilogramm schwer werden.

Der Hecht ist ein standorttreuer Raubfisch. Er lauert gerne in Ufernähe regungslos auf seine Beute, die er im blitzschnellen Vorstoß ergreift. Als Einzelgänger versteckt er sich gerne zwischen Wasserpflanzen, Baumwurzeln, an Schilfkanten oder Uferböschungen. Dort ist er durch seine grüne bis bräunliche, durch gelbe Bänder durchbrochene Färbung ausgezeichnet getarnt.

Zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr zieht der Hecht in krautreiche Flachwasserbereiche der Überschwemmungsflächen oder in kleine Gräben und Nebengerinne, wo die klebrigen Eier an Wasserpflanzen angeheftet werden. Solche für seine Vermehrung notwendigen Flächen sind typischerweise im Frühjahr überschwemmte Wiesen der Flussauen, aber auch die Flachwasserzonen und Überschwemmungsbereiche unserer Seen. Durch Trockenlegung von Wiesen und das Ausbleiben von Frühjahrsüberschwemmungen infolge von Regulierungsmaßnahmen sind geeignete Laichplätze selten geworden. Hinzu kommt der Verlust an geeignetem Lebensraum im Zuge der Uferbegradigung und Verbauung. Insbesondere die Jungfische sind auf die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche mit ihrem großen Nahrungsangebot angewiesen.

Trotz der weiten Verbreitung sind die Bestände des Hechts daher in vielen Gewässern gering. In der Roten Liste wird der Hecht als „ungefährdet“ eingestuft, der langfristige Bestandstrend zeigt jedoch einen mäßigen Rückgang der Bestände. Vorrangiges Ziel ist es daher, die Gewässer und ihre Auen auch für den Hecht wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen. Intakte Flussauen brauchen eine natürliche Überschwemmungsdynamik. Wo es möglich ist, müssen ehemalige Auen wieder zurückgewonnen werden. Dies ist gleichzeitig ein Beitrag zum Hochwasserschutz.

Berlin/Bonn, den 9. Oktober 2015

V.i.S.d.P.
Deutscher Angelfischerverband e.V.

Foto-Hinweis:
Hecht-Hochzeit: Herbert Frei
Hecht 01: VDST, Ludwig Migl
Hecht 02: VDST, Gunter Daniel

Anm.: Fotos dürfen bei Nennung der Autoren und nur im Zusammenhang mit der Pressemeldung zum Fisch des Jahres honorarfrei verwendet werden.

Seminar des LAVT für Gewässerwarte „Möglichkeiten und Grenzen der fischereilichen Hege als Beitrag zur Zielerreichung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“

Seminar des LAVT für Gewässerwarte „Möglichkeiten und Grenzen der fischereilichen Hege als Beitrag zur Zielerreichung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“

Der Landesanglerverband Thüringen e.V. hatte mit diesem Seminar ein interessantes Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern der Fischereiwissenschaft, Gewässerwarten der Angelfischerei, Fischerei- und Naturschutzbehörden und –verbänden organisiert. Es fand am 21.11.2015 im Gasthof Schloss Hubertus in Erfurt mit einer erfreulich hohen Zahl von Teilnehmern aus den Vereinen und Vertretern (leider nur 5) unterer Fischereibehörden statt. Der Saal war mit 105 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt. Offensichtlich hatte der Verband mit dem Thema des Seminars, einschließlich der hochkarätigen Vorträge, großes Interesse geweckt.

Seminar des LAVT für Gewässerwarte
Seminar des LAVT für Gewässerwarte

In Vertretung des Präsidenten des LAVT eröffnete Herr André Zorn (1. Vorstand des ASV Frankenhain e.V.) mit einigen Worten zur Begrüßung die Veranstaltung und übergab die weitere Moderation an Andreas Kirsch.

Das Tagungsprogramm beinhaltete folgende Vorträge:

Seminar des LAVT für Gewässerwarte

„Stand der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie – Durchgängigkeit der Thüringer Fließgewässer“
Herr Budnick, stellvertretender Referatsleiter des Referats „Gewässer-schutz, Hochwasser-schutz“ im TMUEN
Zusammenfassung: Neben einigen grundsätzlichen Ausführungen zur EU-WRRL und dem zeitlichen Rahmen ihrer Umsetzung erläuterte der Vortrag anhand der konkreten Situation in Thüringen, welchen Stand die Umsetzung der WRRL momentan erreicht hat. Schon jetzt ist abzusehen, das Thüringen nur unter Ausnutzung aller Verlängerungsoptionen mit einer Zielerreichung nicht vor dem Jahr 2027 rechnet.

„Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen auf Grundlage der fischereilichen Typisierung und Zonierung der Fließgewässer Thüringens“ 
Herr Dipl.-Fischereiing. Steffen Zahn, Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow/ Abt. Fisch- und Gewässerökologie.
Zusammenfassung: Im Jahr 2007 wurde vom VDFF die „Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen“ definiert (BAER et al. 2007). Danach sollte man sich vor jeder Besatzplanung zunächst mit den gewässer- und fischökologischen Grundvoraussetzungen des betreffenden Gewässers auseinandersetzen, weil dies u.U. viel Kraft und Geld der Fischereiausübungsberechtigten sparen kann! Hauptziele der EG-WRRL sowie auch EG-FFH-RL sind der Erhalt bzw. die Wiederherstellung des guten ökologischen Zustandes der Gewässer, wie auch der FFH-relevanten Fisch- bzw. Rundmaul-Populationen. Maßgeblich zuständig sind dafür die Gewässerbewirtschafter – nicht die Fischereiausübungsberechtigten! Dennoch können auch diese durch ihr Tun dazu beitragen, eine Verbesserung der Gewässerbedingungen und Fischgemeinschaften zu erreichen. Im Vortrag wird daher die fachliche Vorgehensweise von der gewässerökologischen und fischökologischen Typisierung und Zonierung bis hin zur Erstellung der Referenz-Fischgemeinschaften (gem. EG-WRRL) für die Gewässer Thüringens vorgestellt. Anhand dieser Basis wird im Hinblick auf die o.g. Entwicklungsziele auf wesentliche Aspekte der Gewässerbewirtschaftung (u.a. Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, Strukturverbesserungen, Gewässerunterhaltung) und fischereilichen Bewirtschaftung eingegangen (u.a. Besatzplanung, Hegepläne). Zudem wird versucht, auf weitere offene Fragen der letzten Symposien einzugehen – u.a. Prädation durch fischfressende Vögel / Kompensationsbesatz; Attraktionsbesatz und Alternativen; Sinnhaftigkeit fischereilicher Hegepläne oder auch Wasserkraftnutzungen.

Seminar des LAVT für Gewässerwarte
Seminar des LAVT für Gewässerwarte

„Auswirkungen der Alien-Verordnung (VO (EG) Nr. 708/2007 „Verordnung über die Verwendung nicht heimischer und gebietsfremder Arten in der Aquakultur“ vom 11. Juli 2007) auf die fischereirechtlichen Bestimmungen in Thüringen (Teil 1); „Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO) Ausblick auf wesentliche vorgesehene Änderungen (Teil 2)“
Frau Dipl.-Fischereiing. Sigrun Müller, Referentin Fischerei im TMIL
Zusammenfassung: Im 1. Vortragsteil wurde zunächst die Alien-VO (http://www.portal-fischerei.de/bund/aquakultur/einfuehrung-gebietsfremder-arten-in-der-aquakultur/) in einigen wesentlichen Punkten vorgestellt. In ihren weiteren Ausführungen verwies Frau Müller dann auf relevante Berührungspunkte und gegenseitige Einflüsse zwischen Aquakultur und der Angelfischerei in natürlichen Gewässern. Dabei geht es vor allem um die Eindämmung der Ausbreitung von nichtheimischen Fisch- und Krebsarten in den natürlichen Gewässern und vorbeugende Maßnahmen zur Fischkrankeitsprophylaxe. Wichtiges Ziel ist dabei die Schaffung Seuchenfreie Zonen oder Kompartimente (https://www.jurion.de/Gesetze/EU/32006L0088/50) in geeigneten Einzugsgebieten von Thüringer Fließgewässern. Im 2. Teil stellte Frau Müller die geplanten Änderungen in der neuen „Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO)“ gegenüber der zurzeit noch gültigen Thüringer Fischereiverordnung (ThürFischVO) vor. Mit ihrer Inkraftsetzung ist voraussichtlich im Frühjahr 2016 zu rechnen.

„Niedersächsische Praxisbeispiele zum Erhalt der Fischbestände und dem Schutz vor Kormoranen“
Thomas Klefoth (MSc. Fischereiwissenschaften) Fischereibiologe des Landesverbandes Landessportfischerverband Niedersachsen e.V.
Zusammenfassung: Die niedersächsische Angelfischerei ist prinzipiell dezentral organisiert, sodass die Vereine eigene Fischereirechte halten und ihre Gewässer selbstständig bewirtschaften. Ein Vorteil dieser Organisationsstruktur besteht in den vielfältigen und teilweise sehr innovativen Ansätzen der nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung. Nachteile ergeben sich bei inkonsistenter und kleinskalierter Bewirtschaftung von benachbarten Fließgewässerabschnitten. Praxisbeispiele belegen den unterschiedlichen Erfolg dieser Organisationsstruktur. Insbesondere beim Schutz von Salmoniden vor übermäßigem Kormoranfraß kann nur eine großflächige Managementstrategie zum Erfolg führen. Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. hat deshalb kürzlich ein vereins- und fließgewässerübergreifendes Programm zum Erhalt lokal genetisch angepasster Äschenbestände ins Leben gerufen. Neben dem Erhalt der genetischen Ressourcen sollen die Äschenbestände langfristig und trotz des hohen Fraßdrucks durch Kormorane stabilisiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Besatz von Äschen mit parallel laufenden Gewässerrenaturierungen und der Schaffung von Versteckmöglichkeiten und Unterständen sowie der Bestandsstützung in urbanisierten Gewässerabschnitten mit hohen Störungsfrequenzen für den Kormoran. Parallel zu diesen Bemühungen wurden auf dem zweitgrößten Standgewässer Niedersachsens, dem Dümmer See, über drei Jahre hinweg sehr positive Erfahrungen mit der Überspannung von Hafenbecken zum Schutz der Fische vor Kormoranen gesammelt. Auch wenn vergleichbare Vorhaben zum Schutz von Äschen in Fließgewässern nur teilweise erfolgreich waren, soll aus einer Kombination von gelenkter Störungsfrequenz, Gewässerüberspannung, Fischbesatz und paralleler Gewässerrenaturierung erreicht werden, dass die Kormorane durch multiple Faktoren von den besonders schützenswerten Äschenbeständen abgelenkt werden. Die erhoffte Wirksamkeit ergibt sich insbesondere aus der gelenkten menschlichen Störungsfrequenz, bspw. durch Spaziergänger, welche von Wildtieren allgemein als abschreckendes Risiko wahrgenommen wird. Die Erfolgskontrolle der Maßnahmen und das Monitoring der Fischbestände erfolgt neben der Elektrofischerei auch über innovative Erhebungstechniken fischereilicher Aufwände und Fänge der Angler. Abseits der wertvollen Ergebnisse wird so auch die Angelei an den betroffenen Gewässern unterstützt und gefördert. 

Seminar des LAVT für Gewässerwarte

„Einheimische Fische – was ist das?“ (Eine spannende Zeitreise vom Pleistozän über die Antike bis in die Gegenwart)
Dipl.-Fischereiing. Roland Müller
Zusammenfassung: Was ist ein einheimischer Fisch und gibt es eine Thüringer Fischfauna? Fragen die nicht nur Angler und Fischereiwissenschaftler bewegen, sondern auch Naturschützer. Da es in Deutschland und der EU eine schier unüberschaubare Begriffsvielfalt gibt, können diese Fragen auch nicht schnell und unmissverständlich beantwortet werden. Natürlich kann die Flächeneinheit Thüringen zoogeografisch nicht abgegrenzt werden. Das heute in den drei Flusssystemen, die Thüringen berühren, lebende Arteninventar unterscheidet sich aber deutlich vom Arteninventar des Donaueinzugsgebietes oder von dem der Oder. Aber war das schon immer so, oder hat der Mensch diese Unterschiede zu verantworten? Dieser Frage geht der Vortrag im Kern auf den Grund. Aufzeichnungen über Fischfaunen sind schon aus der Antike bekannt, wie z. B. die berühmte „Mosella“ des Ausonius. Dann folgt eine lange Zeit ohne schriftliche Überlieferung zur Verbreitung von Fischen. Dies ändert sich erst im 15. Und 16. Jh., dem Beginn ordnungsrechtlicher Regelung des Fischfangs. Das 18. Und 19. Jh. bieten uns viele Chroniken mit Beschreibungen von Fischfaunen Thüringer Gewässer. Da Menschen bereits seit der Antike Fische auch über größere Entfernungen transportieren können, ist mit diesen neuzeitlichen Aussagen die Frage nach einer genuinen Fischfauna für den Teil Deutschlands, dem Thüringen zoogeografisch zuzuordnen ist, nicht beantwortet. Wir müssen also viel weiter zurück schauen, wollen wir das Werden der Fischfauna unserer Region begreifen.
Vor ca. 2,4 Millionen Jahren, also zu Beginn des Pleistozäns, war die Entstehungsgeschichte der heute in Europa lebenden Fischarten weitestgehend abgeschlossen. Die Verbreitung der Arten über den Eurasischen Kontinent war aber großen Schwankungen unterworfen. Die dramatischen Klimaveränderungen der Glaziale und Interglaziale (Kalt- und Warmzeiten) haben immer wieder zu einem Verdrängen und zu einer Wiederkehr von Arten im Mittel- und Nordeuropäischen Raum geführt. August Thienemann, einer der bedeutendsten Limnologen des 20. Jh. hat in den 1950iger Jahren die Theorie der glazialen Mischfauna aufgestellt. Er hat damit ein Arteninventar der niemals vergletscherten Bereiche Deutschlands beschrieben. Dieser Bereich ist mit dem heute gebräuchlichen Begriff Mitteldeutschland identisch. Er erstreckt sich vom südlichen Brandenburg bis Mainfranken. Beweise hatte Thienemann für die Richtigkeit seiner Theorie nicht. Die moderne Paläontologie kann diese Beweise heute liefern. Anhand von fossilen Fischresten, die oft sehr gut erdgeschichtlich eingeordnet werden können, lassen sich Fischfaunen des letzten Glazials (Weichselvereisung) und Interglazials (Eemwarmzeit) recht gut darstellen. Noch besser darstellbar ist die Entwicklung der Fischfauna nach der letzten „Eiszeit“ mit Zuwanderung wärmeliebender Arten, die nicht der glazialen Mischfauna angehören. In dem Vortrag werden die Ergebnisse von mehr als 100 wissenschaftlichen Publikationen zu Fischfaunen des Pleistozän und Holozän zusammengefasst. In diesem Zusammenhang kann auch die Frage geklärt werden, ob z. B. der Karpfen eine in Deutschland einheimische Art ist.
Die natürliche Fischfauna der Flusssysteme des Rhein, der Elbe und der Weser, die Mitteldeutschland prägen, war durch Zuwanderung vor ca. 7000 Jahren komplett. S ie ist anhand der paläontologischen und auch archäologischen Befunde darstellbar. Sie ist unsere heimische Fischfauna, die nur kurze Zeit vom Menschen unbeeinflusst war. Die Erkenntnisse, die in dem Vortrag dargelegt werden dienen nicht dem Selbstzweck, sondern können ebenso bei einer sinnvollen und naturnahen Bewirtschaftung von Gewässern helfen, wie bei der Erarbeitung von Wiederansiedlungsprojekten. Sie sollen also eine belastbare Entscheidungshilfe für den Praktiker sein.

Fazit:
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die Angelfischerei prinzipiell mit einer ordnungsgemäßen Hege der Fischbestände i.S. § 2 ThürFischG einschließlich der Anwendung der guten fachlichen Praxis bei Fischbesatzmaßnahmen einen wirksamen Beitrag zur Zielerreichung der EU-WRRL leisten kann. Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden dafür mit der Novelle des ThürFischG im Jahre 2014 gelegt. Konkretisiert für die praktische Ausführung der Fischerei werden sie demnächst mit der neuen Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO). Begrenzt wird dies jedoch zurzeit noch durch eine nach wie vor wirkende Vielzahl von nachteiligen Randbedingungen wie:

  • die fehlende Durchgängigkeit und Strukturdefizite bei den meisten Fließgewässern,
  • Schäden durch die kleine Wasserkraft,
  • zu hohe Nährstoff- und Sedimenteinträge von landwirtschaftlichen Flächen
  • und das auf absehbare Zeit nicht nachhaltig zu lösende Problem der Prädation von Fischen insbesondere durch den Kormoran

Allen Vortragenden möchten wir an dieser Stelle für ihre interessanten und aufschlussreichen Ausführungen zum Thema des Seminars danken. Unser Dank gilt auch den Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit und einige interessante Diskussionsbeiträge sowie dem Team der Geschäftsstelle unseres Verbandes und seinen Helfern für die gute Vorbereitung dieses gelungenen Seminars.

Andreas Kirsch
Mitarbeiter LAVT

48. Deutschen Schüler-, Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Turnierangeln

48. Deutschen Schüler-, Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Turnierangeln

Juniorenmeisterschaften

6 Deutsche Meistertitel und 3 Deutsche Rekorde durch Thüringer Werfer.

Bei den 48. Deutschen Schüler-, Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Turnierangeln (Casting) waren die Thüringer Werfer sehr erfolgreich. Die kleine Thüringer Werfer- mannschaft vom Leistungszentrum des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT), dem Casting Club Saalfeld, sorgten bei den 48. Deutschen Meisterschaften vom 06. – 08. August 2015 in Melsungen für mehrere Paukenschläge.

Die jungen Werfer aus Thüringen, trainiert und betreut vom Referenten für Castingsport Olaf Schulz, stellten 3 Deutsche Rekorde auf und holten 6 Deutsche Meistertitel. Komplettiert wurde das erfolgreiche Abschneiden der Mannschaft des LAVT mit 3 Deutschen Vizemeistertiteln, 4 Bronzemedaillen und weiteren guten Platzierungen. Die Deutschen Meisterschaften haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir hier in Thüringen eine super Jugendarbeit leisten und mit unseren jungen Werfern auch in den kommenden Jahren zu rechnen ist. 

André Pleikies
Hautgeschäftsführer

48. Deutsche Schüler – Jugend und Junioren Meisterschaften in Melsungen 2015

48. Deutsche Schüler – Jugend und Junioren Meisterschaften in Melsungen 2015

Nicht weit vom wunderschönen Altstadtkern entlang der Fulda, trafen sich über 80 Kinder – und Jugendliche aus 13 Bundesländern zu den 48. Deutschen Meisterschaften im Castingsport. An zwei aufeinander folgenden Wettkampftagen wurden die Sieger in den Einzeldisziplinen und den Mehrkämpfen ermittelt.

Junioren Meisterschaften in Melsungen 2015

Durch den Ausrichter ASV „ Petri Heil „ Söhrewald e.V. wurde bei sehr hochsommerlichen Temperaturen ein sehr guter Wettkampf auf der Sportanlge der FV Melsungen 08 organisiert und durchgeführt.

Mit von der Partie waren auch die Sportfreunde Florian Berk (Altersklasse Jugend A), Michael Niemann (Altersklasse Jugend B) und Nic Lauchstädt (Altersklasse Jugend C)  des LAVT Leistungszentrum Casting Club Saalfeld. Ebenfalls aus Thüringen vom VANT waren 4 Sportfreunde in den verschiedensten Altersklassen recht erfolgreich an diesen Meisterschaften beteiligt.

Der erste Wettkampftag begann gleich mit einem Paukenschlag für die Wettkämpfer des LAVT. In der Disziplin Fliege Ziel wurde Florian Berk Deutscher Meister. Auch Michael Niemann wurde in derselben Disziplin nach einem Stichkampf mit Daniel Pfeiffer vom LAV Sachsen Anhalt Deutscher Meister. Ebenfalls in der ersten Disziplin des Tages der Altersklasse Jugend männlich D Gewicht Ziel (Arenbergscheibe) holte sicher der erst 11 jährige Nic Lauchstädt souverän bei doch recht schwierigen Bedingungen (sehr starker Wind) den Deutschen Meistertitel mit 78 Punkten vor Johannes Scheppler aus Mecklenburg – Vorpommern.

Auch in der nächsten Disziplin konnten die Starter des LAVT nach Medaillen greifen.  Florian wurde 3. in der Disziplin Gewicht Ziel (Arenbergscheibe) und Michael belegte nach Stichkampf Platz 5. Die wohl beste Leistung an diesem Tag gelang dem jüngsten Saalfelder in der Disziplin Gewicht Ziel (Skishscheibe). Hier verfehlte der erst seit einem Jahr im Leistungszentrum des LAVT trainierende Nic Lauchstädt nur ein einziges Mal von 20 Würfen das Ziel und wurde  mit 95 Punkten Deutscher Meister.

Junioren Meisterschaften in Melsungen 2015

In der gleichen Disziplin wurde Florian in seiner Altersklasse 3. Michael Niemann, der mit 4 Sportler um Platz eins in den Stichkampf ging wurde Deutscher Vizemeister. (nur 2 Sekunden trennten ihm vom 1. Platz).

Junioren Meisterschaften in Melsungen 2015

In seinem ersten Fünfkampf erreichte Nic in der Disziplin 1 Fliege Ziel 55 Punkte, das war Einstellung des Deutschen Rekordes in dieser Altersklasse.

In den folgenden Disziplinen Fliege Distanz Einhand und Fliege Distanz Zweihand hatten Michael und Florian durch technische Fehler die Podeste verfehlt. Florian Mitfavorit in dieser Disziplin erreichte nur Platz 4.

So endete der erste Wettkampftag mit  3 Deutschen Meistertitel einem neuen Deutschen Rekord sowie der Einstellung eines Rekordes und einer Bronzemedaille. Damit konnte der mitgereiste Trainer Olaf Schulz schon sehr zufrieden sein.

Am schwersten hatten es die Kampfrichter an diesem Tage, wie auch zum Beispiel die Sportfreundin Rita Szkudlarek vom Leistungszentrum Saalfeld. Sie waren den hohen Temperaturen und der starken Sonnenstrahlung am längsten ausgesetzt. Diese Leistung konnte nicht hoch genug durch den Veranstalter gewürdigt werden.

Der zweite Wettkampftag begann mit den Gewicht Distanzdisziplinen. Hier belegte Florian und Michael jeweils Platz 5. Besser machte es Nic, der sich den Deutschen Meistertitel holte. Bei den Siegerehrungen der Mehrkämpfe am Festabend im Bürgersaal  von Guxhagen konnte vor allem der jüngste Starter des LAVT aus Saalfeld strahlen, denn er wurde Deutscher Meister im Dreikampf mit neuem Deutschen Rekord von 258,185 Punkten, das waren 15 Punkte mehr als der bestehende Rekord. Übrigens hätte diese Punktzahl auch zum Sieg in der nächst höheren Altersklasse gereicht. Auch im Fünfkampf erreichte er neuen Rekord mit sensationellen 379,685 Punkten, das waren mal gleich 71 Punkte mehr als der alte Rekord!

Im Fünfkampf belegten Florian und Michael jeweils den 3. Platz. Im Siebenkampf wurde Florian 5.

In der abschließenden Mannschaftswertung belegte die Mannschaft des LAVT, wie im vergangenen Jahr, den 2.Platz. Diese Deutschen Meisterschaften haben gezeigt, das Thüringen eine sehr gute Jugendarbeit geleistet hat und auch im nächsten Jahr mit unseren Werfern zu rechnen sein wird. 

Schulz Olaf
Referent Castingsport im LAVT

2. Jugendangeln an der Hohenwartetalsperre

2. Jugendangeln an der Hohenwartetalsperre

2014 kam der Vorschlag von unserem Landesverband, auch einmal die Hohenwartetalsperre zum Angeln für unsere Kinder- und Jugendliche zu nutzen. Leider war die Beteiligung sehr gering, so dass diese 1. Veranstaltung ausfiel. Trotzdem waren wir uns einig, dieses Event im kommenden Jahr zu wiederholen.

Am 13.06.2015 war es dann soweit und erstaunlich, wie viele Teilnehmer sich dieses Mal  meldeten. Fast 70 Jungangler versuchten, Forellen, Zandern, Hechten, Karpfen oder Weißfischen nachzustellen. Mit dem verbandseigenem Ponton- Boot durften nach dem Anlegen der Schwimmwesten die ersten 7 Jugendlichen wasserseitig den Fischen nachstellen. Gefangen wurde vom Boot aus leider nichts, trotzdem war die Bootstour für alle ein Erlebnis.

2. Jugendangeln an der Hohenwartetalsperre

Gegen Mittag durfte dann die 2. Gruppe an Bord. Beim Angeln vom Ufer aus wurde ein schöner Hecht, nicht all zu groß, aber maßig gefangen. Daraufhin wurden Grundmontagen in Spinnruten umgebaut, um weitere Hechte oder einen der beliebten Stachelritter zu überlisten. Die Bootsangler freuten sich über Barsche, die vom Boot aus zusehen waren, aber leider nicht an den Haken wollten. Für unsere Jugend ist es zum Glück auch dann noch spannend, wenn sie die Fische sehen, selbst wenn diese nicht beißen.

Das sehr heiße Wetter konnte die Jugend nicht abschrecken, bis zum Schluss durchzuhalten. Teilweise im Wasser stehend sorgten sie für Erfrischung und Abkühlung. Essen, Getränke und frisches Obst waren genügend vorhanden. Während die eine oder andere Plötze oder Bleie auf der Waage landete, wurde gleichzeitig gegessen und der Durst gelöscht.

2. Jugendangeln an der Hohenwartetalsperre

Am Ende waren sich bei der Verabschiedung alle einig: In 14 Tagen an der Bleiloch-Talsperre sind wir wieder dabei. Dort angeln wir dann die ganze Nacht hindurch, bis wir einen Raubfisch überlisten können. Mit den Jugendveranstaltungen in unserem Verband gelingt es uns immer besser, den dringend notwendigen Nachwuchs für die Vereine zu gewinnen. Jungen und auch Mädchen, die vor Jahren als „Stöpsel“ zu uns zum Angeln kamen, sind mittlerweile selbst Jugendwarte oder Vorstandsmitglieder in ihren Vereinen. Es lohnt sich also immer, neue Jugendliche in die Vereine zu holen und unser schönes Hobby „Angeln“ gemeinsam auszuüben. Ein Lob an die durchweg netten und ehrgeizigen Jungangler und natürlich ihre Betreuer. Den Helfern vom Verein der „Angelfreunde Saalekaskade“ e.V. gilt ebenfalls ein großes Dankeschön für ihre fleißige Unterstützung.

Ilona Grüner
1. Vorsitzende
Verein der „Angelfreunde Saalekaskade“ e.V.