Der Landesanglerverband Thüringen e.V. weiterhin auf Erfolgswelle

Der Landesanglerverband Thüringen e.V. weiterhin auf Erfolgswelle

Trotz viel Gegenwind und einer Vielzahl gesellschaftlicher Veränderungen in den vergangenen Jahren, welche ehrenamtliche Vereinsarbeit, insbesondere die Ausübung der Angelfischerei nicht wirklich leichter gemacht haben, hat sich der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) weiter positiv entwickelt.

Dies widerspiegelt insbesondere die Mitgliederentwicklung des LAVT, welche vor allem auf eine erfolgreiche Vereins- und Verbandsarbeit zurückzuführen ist.

Viele Verbände haben seit längerem eine Stagnation, nicht selten einen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Nicht so der LAVT und viele seiner Vereine. Neben der erfolgreichen Fusion mit dem Angelfischereiverband Ostthüringen e.V. suchen immer mehr Vereine die Mitgliedschaft im LAVT.

Allein in den vergangenen Wochen sind unserem Verband 11 neue Vereine mit insgesamt 533 Mitgliedern beigetreten und weitere Aufnahmeanträge liegen vor.

Aktuell sind im Landesanglerverband Thüringen e.V. 235 Vereine mit insgesamt 18.469 Mitliedern organisiert.
Damit sind wir der mitgliederstärkste anerkannte Naturschutz- und Anglerverband im Freistaat Thüringen.

Diese positive Entwicklung ist für die Zukunft der organisierten Angelfischerei überaus wichtig. Wir brauchen gerade in einer Zeit, wo die Herausforderungen für die Angelfischerei stetig zunehmen, stabile Vereine in einem starken Landesverband als fischereipolitischen Interessenvertreter.

Sicherlich liegt Angeln bei vielen Menschen aktuell im Trend, doch die Altersstruktur in unserer Gesellschaft hinterlässt auch in den Anglervereinen, trotz vieler Neuaufnahmen von Mitgliedern, zunehmend ihre Spuren.

Ohne eine lebendige Vereins- und Verbandsarbeit, welche vor allem für die vielen Neuaufnahmen verantwortlich ist, würden die Mitgliederzahlen auch beim LAVT, insbesondere aus altersbedingten Gründen, stagnieren.

Diese Tatsache gehört, trotz der positiven Mitgliederzahlen im LAVT, zu einer ehrlichen Bewertung der aktuellen und zukünftigen Mitgliederentwicklung in der organisierten Angelfischerei. Also bleiben wir am Ball und bieten vor allem vielen Mädchen und Jungen ein interessantes, naturnahes Hobby und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Erfüllen wir gemeinsam weiterhin die wichtige Aufgabe, die Kinder- und Jugendlichen schon früh für den Schutz unserer heimischen Flora und Fauna und der attraktiven Thüringer Gewässerlandschaften sowie für das wunderschöne Hobby Angeln zu interessieren.

André Pleikies
Geschäftsführer des LAVT e.V.

Impressionen zur Jugendarbeit-Thüringer Gewässer-Fischartenschutz/Fischhege:

LEUCHTENBURGER RUNDE – Nutzerverbände des ländlichen Raums schließen sich zusammen

LEUCHTENBURGER RUNDE – Nutzerverbände des ländlichen Raums schließen sich zusammen

Axel Horn, Thüringer Bauernverband e.V.
Am 11. Januar haben sich mehrere Nutzerverbände des ländlichen Raums in Thüringen bei einem Treffen auf der Leuchtenburg in Seitenroda für eine intensivere Zusammenarbeit zusammengeschlossen.

Vertreter der Thüringer Landnutzerverbände

Ziel der Leuchtenburger Runde ist es, die gemeinsamen Positionen aller Land- und Wassernutzenden in Thüringen verstärkt an die Politik und die Bevölkerung heranzutragen. Anlass ist eine zunehmende Gefährdung der naturverträglichen Land- und Wassernutzung in Thüringen durch falsch verstandenen Umweltschutz, der jede Nutzung natürlicher Ressourcen unmöglich macht. Insbesondere die stetig fortschreitende Ausweitung immer weiterer Schutzgebiete und eine Zunahme an Vorschriften von EU, Bund und Land engen eine naturverträgliche Nutzung von Land, Wald und Wasser ein, obwohl viele Arten und deren Lebensräume erst durch diese Nutzung entstehen. Auch die wirtschaftlichen Interessen der Eigentümerinnen und Eigentümer werden durch die neuen Regelungen kaum noch berücksichtigt, deren Rechte immer mehr weiter ausgehöhlt, was Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zunehmend gefährdet.

Die in der Leuchtenburger Runde zusammengeschlossenen mitgliederstarken Nutzerverbände, zu denen Landwirtinnen und Landwirte, Jägerinnen und Jäger, Waldbesitzende sowie Anglerinnen und Angler gehören, repräsentieren in ihrer Breite
die Mehrheit im ländlichen Raum. Durch ihr Engagement versuchen sie, nach dem Prinzip „nutzen und schützen“, eine naturverträgliche Nutzung zu ermöglichen, um so die Umwelt für zukünftige Generationen nachhaltig zu erhalten. Dass ein Umweltschutz zunehmend jedwede Nutzung ausschließt, ist nicht nur vor Ort wenig nachhaltig, sondern gefährdet auch in anderen Teilen der Welt die natürlichen Ressourcen aufgrund der dann notwendig werdenden europäischen bzw. deutschen Importe. Deshalb bedarf es einer naturverträglichen Nutzung, die die Umwelt schützt und eine Nutzung natürlicher Ressourcen weiterhin ermöglicht.

Hintergrund
In der Leuchtenburger Runde haben sich folgende Nutzerverbände zusammengefunden:

  • Waldbesitzerverband für Thüringen
  • Landesjagdverband Thüringen e.V.
  • Familienbetriebe Land und Forst Sachsen und Thüringen
  • Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber,
  • Landesanglerverband Thüringen e.V. – Verband der Fischwaid und zum Schutz der Gewässer und Natur e.V.
  • Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V. sowie
  • der Thüringer Bauernverband.

Zusammen haben die Verbände rund 35.000 Mitglieder und repräsentieren in ihrer Vielfalt den ländlichen Raum Thüringens.


Kommentar André Pleikies Geschäftsführer des LAVT:

Bereits in den Vorjahren haben die Landnutzerverbände ihre Zusammenarbeit ausgebaut und sich darauf verständigt diese weiter zu qualifizieren.
Sicherlich ist der Schutz von Arten und Lebensräumen ein wichtiges Ziel, welches auch der Landesanglerverband Thüringen e.V., wie alle anderen Nutzerverbände, in seiner täglichen Arbeit praktiziert und fördert. Leider bietet die aktuelle Naturschutzpolitik in der Regel keinen praktikablen Ansatz für einen kooperativen Naturschutz mit den Landnutzern. Zunehmend haben wir es mit einer weiteren Ausweisung von Schutzgebieten sowie mit einem von restriktiven Forderungen und statischen Auflagen geprägten Naturschutz zu tun.

Auf Grund der Wichtigkeit begrüßt unser Verband die Leuchtenburger Runde und wird sich perspektivisch für die Schaffung entsprechend qualifizierter Strukturen engagieren.

Welche Organisationsformen dafür beispielsweise in Betracht kommen könnten, zeigte uns der damalige Erfahrungsaustausch mit dem Landnutzerverband des Bundeslandes Brandenburg, dem „Forum Natur“, im Atrium der Stadtwerke Erfurt.

In jedem Fall freuen wir uns auf eine freundschaftliche, noch engere, erfolgreiche Zusammenarbeit mit den anderen Nutzerverbänden unter dem Motto:

„Gemeinsam gestalten wir unsere Heimat lebenswert“.

Offener Brief der Bürgerinitiative Lebensraum Apfelstädt an MP Bodo Ramelow

Offener Brief der Bürgerinitiative Lebensraum Apfelstädt an MP Bodo Ramelow

Die Apfelstädt darf nicht dem politischen Kalkül zum Opfer fallen Sie stehen als Ministerpräsident in der Verantwortung

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Ramelow,

zunächst möchten wir Ihnen, wie auch schon im vergangenen Jahr, ein gesundes und gutes neues Jahr 2023 wünschen. Bereits an dieser Wiederholung sehen Sie, dass unser Anliegen nach wie vor aktuell ist. Zu unser aller Ernüchterung, Befremden und Erstaunen ist im vergangenen Jahr außer Ankündigungsaktionismus aus dem Thüringer Umweltministerium zur Rettung des Lebensraums der Apfelstädt nichts geschehen.

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In den vergangenen Monaten haben wir uns als Bürgerinnen und Bürger, die an der Apfelstädt beheimatet sind, mehrfach und auf verschieden Wegen an Sie gewandt – stets erfolglos. Ernüchtert müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass das berechtigte Anliegen der Bürger, die Apfelstädt als Teil ihrer Heimat zu erhalten, die Staatsregierung nicht zu interessieren scheint. Entweder wurde auf unsere Schreiben gar nicht oder nur zögerlich reagiert und wenn, dann stets mit einer Verweisung an das Thüringer Umweltministerium. Dort wurden unsere Einwände bislang nicht nur nicht gehört, sondern diskreditiert, abgetan und klein geredet und dass, obwohl die Folgen der trockenen Apfelstädt offensichtlich und jeden Tag erlebbar sind. Seit Inbetriebnahme der in der Westringkaskade betriebenen Wasserkraftanlagen und dem damit verbundenen geänderten Bewirtschaftungsregime der Talsperren Tambach – Dietharz und Schmalwasser wird die Apfelstädt über Monate nahezu trockengelegt. Die Apfelstädt und das damit verbundene FFH-Gebiet der Apfelstädtaue wird als natürlicher Lebensraum über Kilometer zerstört.

Der Verlust dieser natürlichen schützenswerten Flussaue steht nach unserem Verständnis in keinerlei Verhältnis zu dem produzierten Strom der Wasserkraftturbinen.

Unsere Talsperren verzeichnen in diesem Jahr historisch geringe Füllstände, welche von der Thüringer Fernwasserversorgung AöR und dem TLUBN auf geringe Niederschläge und trockene Jahre zurückgeführt werden. Trotz dieser Tatsachen, werden die Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade maximal beaufschlagt. Das marginal abgegebene Mindestwasser in die Apfelstädt ist nicht im Ansatz ausreichend, den Lebensraum der Apfelstädt zu erhalten. Das ist allgemein bekannt.

Die Auswirkungen des Betriebes der Wasserkraftanlagen in der Apfelstädt, wie Niedrigwasser und Trockenfallen der Apfelstädt, wurden im Managmentplan FFH Gebiet 55 (DE 5030-302) von
2019 bereits aufgezeigt, jedoch von den Verantwortlichen ignoriert, womit bewusst das Trockenfallen der Apfelstädt herbeigeführt und die Zerstörung der Flussaue billigend in Kauf genommen wurde. Man geht hier sogar noch einen Schritt weiter und überarbeitet den Managementplan des FFH-Gebietes, um hier die naturschutzfachlichen Rahmenbedingungen zugunsten der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade zu ändern. Was für eine Scharade.

Verschiedene Gutachten und Dokumentationen von Fachleuten belegen den Zusammenhang des Betriebes der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade und dem fehlenden Wasser im Flusslauf der Apfelstädt, welche erhebliche Beeinträchtigungen für die relevanten Arten der Flora und Fauna im FFH-Gebiet verursachen. Beispielsweise lässt ein aktuelles Gutachten von Herrn Rechtsanwalt Dr. Marcus Lau, beauftragt durch die Mühlenbetreiber der Apfelstädt, Frau Susanne Strobel und Herrn Matthias Platz, Rechtsbeugung, ja sogar Rechtsbruch, vermuten.
Rechtsanwalt Dr. Lau bezieht sich dabei auf die für den Betrieb der Westringkaskade genutzten alten Wasserrechte, welche für den Betrieb der Talsperren Schmalwasser und Tambach- Dietharz nicht existieren, weil die Voraussetzungen der §§ 20,21 WHG nicht vorliegen und somit die Altrechtsfeststellung wegen gravierender Rechtsfehler nach § 44 I ThürVwVfG nichtig ist. Des Weiteren wurden dringend erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfungen nicht oder nur unzureichend durchgeführt. Aus diesem Grund, liegt nach § 4 I 1 Nr. 1 UmwRG ein absoluter Verfahrensfehler vor, da die maßgeblichen Auswirkungen des Betriebes der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade nicht geprüft wurden. Zum gleichen Ergebnis kommt die Antwort auf unsere Beschwerde CHAP (2020)3399 vom 22.11.2020 bei der EUROPÄISCHEN KOMMISSION GENERALDIREKTION UMWELT (ENV.E.3 – Durchsetzung Umweltrecht). Hier wird ausgeführt, dass das Gebiet „Apfelstädtaue zwischen Wechmar und Neudietendorf“ (DE 2030-03) nach der FFH – Richtlinie geschützt ist. Soweit Pläne oder Projekte das Gebiet erheblich beeinträchtigen können, ist gemäß Art. 6 Abs. 3 FFH – Richtlinien eine Verträglichkeitsprüfung zwingend durchzuführen.

Die Empfehlung der EUROPÄISCHEN KOMMISSION ist daher, die Klage durch einen nach § 3 Umwelt – Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG) anerkannten Verband.

Aufgrund der teilweise personellen Verquickungen zwischen anerkannten Umweltverbänden, wie beim BUND Thüringen, und den an der Koalition beteiligten Grünen, fällt sogar der elementare Umweltschutz hier Parteiinteressen zum Opfer. All diese Ergebnisse wurden durch uns als Bürgerinitiative in den letzten Jahren und Monaten offen über alle Gremien bis hin zum Thüringer Landtag kommuniziert. Im Ergebnis gibt es für den Lebensraum Apfelstädt bisher immer noch keine Lösung. Das ist Ihnen bekannt.

Der jüngst aus der Taufe gehobene Begleitausschuss Apfelstädt, der ein Monitoring, das die Auswirkung des Niedrigwassers in der Apfelstädt dokumentieren soll, flankiert, ist eine fachliche Farce. Diesen Ausschuss gibt es nur aufgrund des anhaltenden Drucks der Bürgerinitiative Lebensraum Apfelstädt und er dient lediglich dazu, den Bürgern eine vermeintliche Partizipation an den Entscheidungswegen zur Apfelstädt zu vermitteln. Tatsächlich geht es aber darum, die getätigten Investitionen für den Bau der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade aus dem Blickfeld zu nehmen.

Dies zeigt sich allein schon an den Aussagen des anwesenden Vertreters des TMUEN beim Termin zur konstituierenden Sitzung vom Begleitausschuss Apfelstädt am 21.11.2022: „Es ist nicht Bestandteil der Diskussion des Begleitausschusses, dass die Wasserkraftanlagen möglicherweise der Grund ist für das fehlende Wasser der Apfelstädt sind. Eine Abschaltung der Wasserkraftanlagen steht aktuell nicht zur Debatte.“

Die Bürger haben unbestritten ein Recht darauf, dass staatliche Institutionen und Behörden vollumfänglich rechtsstaatlich Handeln. Dazu zählen auch rechtskonforme Genehmigungsverfahren und Bescheide. Der Rechtsstaat beginnt nicht erst mit der Möglichkeit, den Klageweg beschreiten zu können. Der Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung ist das Kernstück des Rechtsstaatsprinzips nach Art. 20 Abs. 3 GG. Keine Behörde darf von durch Rechtsnormen getroffenen zwingenden Regelungen abweichen.

Das, was wir aber hier in den letzten Monaten und Jahren erleben durften, hat unser Vertrauen in den Rechtsstaat massiv erschüttert. Der Rechtsstaat ist dem Koalitionsfrieden, politischen
Partikularinteressen und einem fragwürdigen Selbstverständnis der agierenden Personen im TMUEN und im TLUBN zum Opfer gefallen. Was für eine Bankrotterklärung des Rechtsstaates, die Sie hier ohne Not mittragen.

Warum dulden Sie derart massive Eingriffe in die demokratischen Grundprinzipien? Warum dulden Sie, dass der Rechtsstaat auf dem Basar grüner Parteipolitik verramscht wird? Und warum dulden Sie den damit einhergehenden Glaubwürdigkeitsverlust Ihrer Regierung?

Sie sind der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen und wir erwarten hier von Ihnen eine klare Positionierung und ein ehrliches Interesse für unser Anliegen. Wir fordern, die sofortige Abschaltung der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade bis zur Durchführung eines ordnungsgemäßen wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens für den Betrieb der Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade. Die Feststellung vermeintlicher alter Wasserrechte ist nichtig. Den Wasserkraftanlagen in der Westringkaskade fehlt damit die Gestattung für den Betrieb. Das ist behördlich durchzusetzen.

Wir haben nach wie vor die Hoffnung, dass es hier zu Einsicht und Wandel kommt und mit dem Wechsel an der Spitze des TMUEN Fehler korrigiert werden und dass die von uns verlangte Ehrlichkeit im Verfahren auch von den Beteiligten TMUEN, TLUBN, TFW usw. gelebt wird.

Vielen Dank im Namen der Apfelstädt,

Markus Kaufmann.

Der Brief im Original als Download:
https://www.lavt.de/wp-content/uploads/2023/01/02.01.2023_Brief-MP-Bodo-Ramelow.pdf

Wechsel im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz – Frau Anja Siegesmund tritt als Ministerin zurück

Laut Informationen aus der Pressestelle gibt es im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) zum Februar 2023 einen Wechsel an der Ministeriumsspitze. Ministerin Anja Siegesmund legt ihre Ämter als Ministerin, stellvertretende Ministerpräsidentin und Mitglied des Bundesrates nieder – darüber hat sie Ministerpräsident Bodo Ramelow informiert. Bis zur Ernennung der Nachfolge führt sie die Geschäfte des Ministeriums fort. Für ihren Rücktritt gibt Frau Ministerin Siegesmund persönliche Gründe an.

Wir sehen Ihr Wirken seit 2014, auf Grund unserer Erfahrungen, durchaus differenziert. Den Haushaltsrahmen für Umwelt, Klima und Naturschutz konnte die Ministerin seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2014 verdoppeln und ihr persönlich am Herzen liegende Projekte so entsprechend fördern.

Im Klimaschutz, im Ringen um sauberes Wasser, beim Hochwasserschutz oder bei der Renaturierung der Fließgewässer wurde in ihrer Amtszeit durchaus Positives erreicht.

Doch im Arten- und Biotopschutz, insbesondere im Gewässer- und Fischartenschutz und in der Zusammenarbeit mit den Landnutzern, hätte sich auch unser Verband deutlich mehr gewünscht. Das gleiche betrifft klare Aussagen und Konzepte zum Erhalt und den Ausbau der Stauanlagen in Thüringen, als lebensnotwendige Wasserspeicher in Trockenzeiten und wichtige Elemente in unserer Kulturlandschaft sowie im Rahmen der Niedrigwasserstrategie.

Auch im Fischartenschutz und bei der dringend notwendigen Bestandsregulierung von Prädatoren im Interesse eines nachhaltigen, umfassenden Biotop- und Artenschutzes hätten wir mehr Unterstützung erwartet. Doch aktuell ist unsere heimische Fischfauna so stark, wie noch nie, in ihrer Existenz gefährdet.

Was leider, neben den positiven Aktivitäten von Frau Ministerin Siegesmund, für über 44.000 Anglerinnen und Angler in Thüringen, für unzählige heimat- und gewässerliebende Bürgerinnen und Bürger sowie für die direkt Betroffenen vor Ort bleibt, ist die Trockenlegung des Fließgewässers Apfelstädt aus rein kommerziellen Gründen. Dies führte, beginnend ab 2019, zum größten Massensterben an Flora und Fauna in den vergangenen Jahrzehnten in Thüringen.

Wir haben hier sehr auf ein konsequentes Handeln von Frau Ministerin Siegesmund im Interesse des Gewässer- und Artenschutzes gebaut, doch wurden enttäuscht. Leider haben wir nach wie vor einen Fluss, der die größte Zeit des Jahres großflächig trockenfällt, obwohl ausreichend Wasser in den oberen Talsperren vorhanden ist.

Wer zukünftig dem TMUEN vorstehen wird, können wir aktuell noch nicht sagen.
In jedem Fall bietet unser Verband auch einer neuen Hausleitung eine konstruktive, ehrliche Zusammenarbeit und verlässliche Partnerschaft an.

Inwieweit unser Angebot tatsächlich angenommen wird und die berechtigten Anliegen der Angelfischerei in der Thüringer Umwelt- und Naturschutzpolitik Berücksichtigung finden, werden die kommenden Jahre zeigen.
In jeden Fall gibt es hier bei allen Beteiligten noch viel Potential und Luft nach oben.

Petri Heil

Dietrich Roese André Pleikies
Präsident Geschäftsführer

70-jähriges Vereinsjubiläum der Camburger Anglerfreunde 1952 e.V.

70-jähriges Vereinsjubiläum der Camburger Anglerfreunde 1952 e.V.

Anlässlich des 70-jährigen Vereinsjubiläums der Camburger Anglerfreunde 1952 e.V. war der Landesanglerverband Thüringen e.V. am 17.12.2022 zu Gast im Gemeinderaum in Wonnitz.

Im Rahmen der Feierlichkeit wurde der dem Vereinsvorsitzenden Christian Högner stellvertretend für den gesamten Verein der Ehrenpokal zum Gründungsjubiläum überreicht.

Eine besondere Freude war es uns, Herrn Otto Rauschelbach die goldene Ehrenmedaille und damit die höchste Auszeichnung des Deutschen Angelfischereiverbandes e.V. zu verleihen. Mit über 96 Jahren ist Herr Rauschelbach letztes lebendes Gründungsmitglied der Camburger Anglerfreunde 1952 e.V. und übt seine Leidenschaft nach wie vor regelmäßig aus.

Damit sollte Herr Rauschelbach vermutlich der älteste aktive Angler in Thüringen sein. Neben seiner Angelleidenschaft ist Herr Rauschelbach als Jäger und Buchautor überregional bekannte. Aufgrund seiner hohen Verdienste für den Verein, für den Fischartenschutz und die Angelfischerei wurde Herr Rauschelbach hochverdient Ehrenmitglied der Camburger Anglerfreunde 1952 e.V.
Wir wünschen Herrn Rauschelbach aus tiefstem Herzen, dass er noch lange Zeit bei guter Gesundheit bleiben möge und noch viele schöne Stunden an den Ufern seiner geliebten Saale verbringen kann.


Es war uns eine Freude, an diesem besonderen Vereinsjubiläum teilnehmen zu dürfen.


Wir wünschen allen Anglern, allen Vereinsmitgliedern und insbesondere Herr Rauschelbach viele schöne Stunden am Gewässer und natürlich ein kräftiges

Petri Heil.