Zu diesem Thema liegen umfangreiche wissenschaftliche Studien mit oft traurigen Erkenntnissen vor, was die Zukunft unserer heimischen Fischfauna in Europa, Deutschland und Thüringen betrifft. Der Deutsche Bundestag stellte bereits am 19.10.2011 fest, dass die Süßwasserfische in Europa trotz Verbesserung der Wasserqualität und der Erfolge bei der Renaturierung von Gewässern zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören.
Nach den Kriterien der IUCN sind 38 Prozent der Süßwasserfischarten Europas gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Regionale, autochthone Bestände einzelner Arten stehen unter besonders hohem Stress. Dies trifft ganz speziell auch für Thüringen zu. Hier sind beginnend ab 2001/02 in vielen Fließgewässern, wie beispielsweise in der Ilm, Gera, Apfelstädt, Helme, Schleuse, Werra oder Ulster die Bestände der Äsche teilweise völlig zusammengebrochen. Ähnliches gilt für den Aal in der Werra, Saale oder Unstrut.
zu starker Fraßdruck auf die verschiedenen Fischarten unabhängig von ihrem Schutzstatus, Schon- und Laichzeiten sowie Mindestmaßen,
Dezimierung vieler Fischarten bereits vor dem Erreichen ihrer Laichreife, damit negative Auswirkung auf die Reproduktion und das Fortbestehen vieler Arten,
Ausdünnung des Klein- und Jungfischbestandes
Zerstörung der notwendigen Arten- und Altersklassenstruktur in den Fischbeständen,
Vernichtung autochthoner Fischbestände
deutliche Abnahme der Weidegänger, wie Barbe und Nase mit dem Ergebnis einer erhöhten organischen Belastung der Gewässer, verbunden mit der Vernichtung von Laichplätzen
Verringerung der genetischen Vielfalt der Fische in den Gewässern
Nahrungskonkurrenz gegenüber Raubfischen durch Vernichtung wichtiger Beutefische in den Gewässern – negative Auswirkungen auf das stabile Räuber-Beuteverhältnis
Belastungen und Energieverluste der Fische durch starke Scheuchwirkungen führt oft nachträglich zum Tod der Fische
Verletzungen der Fische mit umfangreichen Spätfolgen und Sekundärinfektionen
Übertragung von Fischkrankheiten in andere Gewässer
Vernichtung wertvoller Satz- und Speisefische in Teichen und Anlagen der Aquakultur – in Gewässer, welche sich in Naturschutzgebieten befinden, liegen die Fischverluste oft deutlich über 80 %
deutlicher Rückgang des natürlichen Fischertrages, verbunden mit dem Zusammenbruch von Fischpopulationen sowie Schädigung der Ufervegetation durch Vogelkot
Fischaufkommen gesamt: 37.000t Liegt 6% unter dem Vorjahresergebnis.
Hauptursachen: trockener, warmer Sommer sowie massive Fischverluste durch einen zu hohen Kormoranbestand
Die Aquakultur bleibt mit 18.800 t der erfolgreichste Sektor. Unteranderem wurden davon • 7.850 t Regenbogenforellen (minus 500 t) und • 4.750 t Karpfen (leichter Rückgang im Vergleich zu 2017) produziert.
Foto: Archiv LAVT
Der Fang in der Seen- und Flussfischerei betrugt insgesamt 18.200 t. Allein der Anteil der deutschen Angelfischerei belief sich auf 15.600 t. Trotz Rückgang besitzen Aal und Zander in der Seen- und Flussfischerei wirtschaftlich die größte Bedeutung. Jedoch haben beide Fischarten eine schlechte Zukunftsprognose!
Foto: Silvio Heidler
Foto: Fotolia
Die erwerbsmäßige Fischerei bleibt 2018 auf einem niedrigen Niveau von 2.600t. Im gleichen Berichtszeitraum wurden 127.000t Süßwasserfische importiert = plus 4 % zum Vorjahr. Davon allein 67.000 t Regenbogenforellen. Damit hat Deutschland bei Süßwasserfischen nur einen Eigenversorgungsgrad von 14%.
Der Konsum an Süßwasserfisch betrug 124.000 t = plus 7% zum Vorjahr. Der Pro – Kopfverbrauch bei Süßwasserfisch liegt bei 1,5kg.
Struktur in der Binnenfischerei/ Angelfischerei
2.600 Unternehmen der Aquakultur
1.400 Betriebe im Haupt-u. Nebenerwerb
über 1,7 Mill. Fischereischeininhaber
Gesamtwasserfläche in Deutschland = 8.600 km2
Thüringen Landfläche 16.202 km2
dav. Wasserfläche 203 km2
Erwerbsfischereibetriebe 1
Aquakulturbetriebe 61
Von Anglervereinen und Verbänden in Deutschland genutzte Wasserfläche = 257.000 ha.
Unter Einbeziehung der Wasserflächen der Berufsfischerei werden in Deutschland mindestens 450.000 ha Gewässer beangelt.
Durchschnittliche Gesamtfangmenge je Fischereischeininhaber liegt in Deutschland bei 13,2 kg.
Zum Vergleich – im Thüringer Gewässerverbund des LAVT bei 19,9 kg.
Es wird davon ausgegangen das ca. 6,2 Mio. Personen angeln. Davon ca. 1,1 Mio. häufig.
Die große Diskrepanz zu den 1.735.000 gültigen Fischereischeinen liegt an der zusätzlichen Erfassung im Küstenbereich Ost- und Nordsee und in den kommerziellen Angelteichen.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. möchte alle Angelfreunde darüber informieren, dass am Samstag den 05. September 2020 am Speicher Dachwig vom Jagdgebrauchshundverein Nordhessen ein Übungstag mit den Jagdhunden absolviert wird. Der dazugehörige Prüfungstag findet am Samstag den 12. September 2020 statt. Es wir nur ein kleiner Teil im östlichen Bereich am Ende des Speichers beansprucht. Wir bitten um Beachtung und um Ihr Verständnis. Für eventuelle Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Wir wünschen ein kräftiges Petri Heil Geschäftsführer Andrè Pleikies
Der Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT) behält seinen Geschäftsbetrieb für seine Vereine, alle Anglerinnen und Angler, Behörden, Institutionen, Geschäftspartner, andere Verbände sowie für alle Bürgerinnen und Bürger weiterhin aufrecht.
So ist die Geschäftsstelle des LAVT von Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr (Dienstag (08:00 -18:00 Uhr) telefonisch und per E-Mail erreichbar. Allein für den Publikumsverkehr bleibt die Geschäftsstelle bis auf Weiteres geschlossen.
Momentan hört das Telefon einfach nicht auf zu klingeln und die beiden am häufigsten gestellten Fragen sind:
Wo kann ich eine Angelkarte erwerben, wenn doch der Großteil der Ausgabestellen für Fischereierlaubnisscheine geschlossen hat und auch viele Vereine den Gastangelkartenverkauf eingestellt haben?
Darf ich in Thüringen noch angeln und was muss ich dabei beachten?
Zur ersten Frage möchten wir nochmals auf das digitale Angelkartenverkaufsprogramm des LAVT hinweisen. Hier können Interessenten zu jeder Zeit unter
Angelkarten für die 1.200 ha Gewässer des Thüringer Gewässerverbundes sowie für die ca. 2.000 ha Gewässer der Saalekaskade bequem von Zuhause aus oder direkt am Gewässer online bestellen.
Die Jahresfischereierlaubnisscheine für Mitglieder des Thüringer Gewässerverbundes zu 55,- bzw. 100,- Euro sowie für die Gewässer der Saalekaskade zu 89,- Euro können die Mitglieder des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. direkt über die Geschäftsstelle des LAVT in Erfurt beziehen.
In der Regel sind die Angelkarten bereits zwei Tage später beim Besteller, so dass wir alles Erdenkliche tun, um unseren Mitgliedern auch in dieser nicht leichten Zeit, das Angeln zu ermöglichen.
Zur Zweiten Frage vorab, grundsätzlich ist das Angeln in Thüringen, mit Stand 08.04.2020, erlaubt.
Hier die vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft angelmagzin.de gegebenen Aussagen zum Thema Angeln und Corona:
Frage: Ist das Ausüben des Angelsports in Ihrem Bundesland weiterhin erlaubt, sofern die derzeit vom Bund vorgegebenen Leitlinien eingehalten werden?
Antwort: Seitens der Fischereiverwaltung gibt es keine Verbote, die über die ohnehin derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen hinausgehen. Freiwillige Maßnahmen der Verbände und Vereine der Angelfischerei wurden abgefragt und werden nachgeliefert.
Frage: Sind Forellenseen derzeit ganzflächig in ihrem Bundesland geschlossen?
Antwort: Es gibt keine Regelungen zu einem flächendeckenden Verbot. Der Fischereiverwaltung liegen Informationen von einzelnen Betreibern von Angelteichen vor, dass diese derzeit geschlossen sind. Genauere Angaben wurden bei den Landesangel- und Fischereiverbänden abgefragt, liegen aber derzeit noch nicht vor.
Frage: Ist das Angeln auch ohne direkten Wohnsitz im Bundesland bzw. als Tourist erlaubt?
Antwort: Das Angeln als Tourist ist nicht verboten, wenn die z. Zt. geltenden Regelungen zu den Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Wir möchten allerdings davon abraten, denn die Infrastruktur für Touristen, angefangen bei Übernachtungsmöglichkeiten, steht derzeit nicht zur Verfügung. Welche Einschränkungen es darüber hinaus im Einzelfall aufgrund kommunaler Entscheidungen oder der Entscheidung von Fischereiberechtigten bzw. von Pächtern des Fischereiausübungsrechtes eines Gewässers gibt, können wir derzeit nicht sagen.
Wer in anderen Bundesländern angeln möchte kann sich unter folgenden Link umfassend informieren: https://angelmagazin.de/angeln-coronavirus-wasmuessen-angler-beachten/
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. wünscht allen Anglerinnen und Anglern eine erfolgreiche Angelsaison, ein kräftiges Petri Heil und bleiben Sie gesund.
Bereits im Herbst letzten Jahres wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT aus einem speziellen Laichfischgewässer des Thüringer Gewässerverbundes im Bereich Plaue/Arnstadt (Nebengewässer der Gera), die dort angestammten Bachforellenlaicher entnommen. In der Fischzucht Lehnstedt wurden diese abgestrichen, die Eier erbrütet und die Bachforellenbrut mit viel Liebe aufgezogen.
Vor wenigen Tagen wurden die Besatzpläne für die rund 20 km Aufzuchtgewässer erstellt und momentan bereiten wir logistisch den Besatz der Bachforellenbrut vor. Auf Grund des milden Winters ist die Brut sehr gut gewachsen, hat einen Vorlauf von ca. 4 Wochen und ist in einem super Zustand. Im Herbst 2020 werden die Bachforellensetzlinge abgefischt und die Hauptgewässer umgesetzt. Dazu in einem späteren Beitrag gern mehr.
Trotz der Coronavirus – Situation haben wir es gemeinsam mit unseren Fischereibetrieben, den hauptamtlichen Mitarbeitern und unseren Vereinen geschafft, alle Salmonidengewässer des Thüringer Gewässerverbundes und der Saalekaskade zu besetzen.
Somit können sich alle Anglerinnen und Angler in dieser momentan schweren Zeit nicht nur über das uns angekündigte schöne Wetter, sondern auch über fischreiche Gewässer und mit etwas anglerischem Geschick, über den Fang einer Forelle freuen.
Wir wünschen allen einen erfolgreichen Start in die neue Angelsaison, ein kräftiges Petri Heil und bleiben Sie gesund.
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