Die Bachforelle – Schutzprogramm des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. läuft auf volle Touren

Bereits im Herbst letzten Jahres wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT aus einem speziellen Laichfischgewässer des Thüringer Gewässerverbundes im Bereich Plaue/Arnstadt (Nebengewässer der Gera), die dort angestammten Bachforellenlaicher entnommen. In der Fischzucht Lehnstedt wurden diese abgestrichen, die Eier erbrütet und die Bachforellenbrut mit viel Liebe aufgezogen.

Bachforelle - Schutzprogramm
Bachforelle - Schutzprogramm
Bachforelle - Schutzprogramm

Vor wenigen Tagen wurden die Besatzpläne für die rund 20 km Aufzuchtgewässer erstellt und momentan bereiten wir logistisch den Besatz der Bachforellenbrut vor. Auf Grund des milden Winters ist die Brut sehr gut gewachsen, hat einen Vorlauf von ca. 4 Wochen und ist in einem super Zustand. Im Herbst 2020 werden die Bachforellensetzlinge abgefischt und die Hauptgewässer umgesetzt. Dazu in einem späteren Beitrag gern mehr.

Trotz der Coronavirus – Situation haben wir es gemeinsam mit unseren Fischereibetrieben, den hauptamtlichen Mitarbeitern und unseren Vereinen geschafft, alle Salmonidengewässer des Thüringer Gewässerverbundes und der Saalekaskade zu besetzen.

Somit können sich alle Anglerinnen und Angler in dieser momentan schweren Zeit nicht nur über das uns angekündigte schöne Wetter, sondern auch über fischreiche Gewässer und mit etwas anglerischem Geschick, über den Fang einer Forelle freuen.

Wir wünschen allen einen erfolgreichen Start in die neue Angelsaison, ein kräftiges Petri Heil und bleiben Sie gesund.

Petri Heil
André Pleikies

Coronavirus – kein öffentlicher Publikumsverkehr

Sehr geehrter Vorstand,
Sehr geehrte Mitglieder,
Liebe Anglerinnen und Angler,

ab dem 18. März 2020 bleibt die Geschäftsstelle des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT), bis auf Weiteres, für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen.

Als Verband mit fast 17.000 Mitgliedern sowie Besucherinnen und Besuchern aus ganz Deutschland ist die Geschäftsstelle täglich stark frequentiert.

Zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Coronavirus – Infektion sowie zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebes des LAVT, werden wir alle Ihre Fragen und Anliegen gern telefonisch, per E-Mail oder per Post zu Ihrer vollen Zufriedenheit bearbeiten.

Unser Team wird nach wie vor die gesamte Arbeitswoche täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr und Dienstag bis 18.00 Uhr, für Sie zur Verfügung stehen.

Uns ist der direkte Kontakt zu unseren Vereinen, den Anglerinnen und Anglern eine Herzenssache, doch auf Grund der aktuellen Coronavirus – Situation bitten wir um Ihr Verständnis für unsere Entscheidung.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien, dass Sie alle gesund bleiben bzw. alle gut durch diese, nicht leichte, ungewisse Zeit kommen.

Petri Heil
Dietrich Roese, Präsident                                     
André Pleikies, Geschäftsführer

Das Aalschutzprogramm das Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT) • 380.000 Glasaale ein Beitrag für den Fischartenschutz

Das Aalschutzprogramm das Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT) • 380.000 Glasaale ein Beitrag für den Fischartenschutz

Der Bestand des europäischen Aales ist europaweit besorgniserregend. Alle Stadien (Glasaal, Gelbaal, Blankaal) gehen momentan zurück.

Auch die Einwanderung von Glasaalen nimmt stetig ab. Der International Rat für Meeresforschung (ICES) stellte 2017 fest, dass nur noch 1,6 % der Glasaale die Küsten der Nordsee erreichen. Vor 20 Jahren war es noch die fünffache Menge.

Im Ergebnis betragen die Bestände der jungen Gelbaale in den europäischen Gewässern nur noch ein Fünftel der Bestandsgröße der 70-iger Jahre.

Aalschutzprogramm
Aalschutzprogramm

Deshalb gilt der europäische Aal auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „vom Aussterben bedroht“. Im Ergebnis wurde der europäische Aal 2014 in den Anhang II des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS) aufgenommen, worin sich die europäischen Staaten zur Kooperation beim Schutz verpflichten.

Sicherlich spielen die Verbauung der Fließgewässer, welche die Wanderung der Aale behindern und die Zerstörung der Lebensräume eine zentrale Rolle. Viele Aale sterben auch in den Turbinen von Wasserkraftanlagen und die intensive Befischung in einigen Ländern hat ebenfalls Auswirkungen.

Doch viel zu wenig steht heute eine nach wie vor verfehlte Artenschutzpolitik in der Kritik. Die Unterschutzstellung des Kormorans (Phalacrocorax carbo sinensis) im Jahr 1979 und die bis heute fehlende Regulierung eines mittlerweile deutlich zu hohen Kormoranbestandes, hat maßgeblich zur Gefährdung unserer heimischen Fischfauna, insbesondere des europäischen Aales beigetragen.

Nicht selten wird versucht die Angelfischerei als Ursache für den Rückgang des Aales zu benennen. Um es deutlich zu sagen, es sind nicht die Anglerinnen und Angler, welche für die Gefährdung des Aales verantwortlich sind. Im Gegenteil, es ist aktuell nur die organisierte Angelfischerei, welche durch praktische Schutz- und Hegemaßnahmen dazu beiträgt, dass die Situation des europäischen Aales nicht noch dramatischer ist. Oft werden diese Schutzmaßnahmen zu 100% von den Anglerinnen und Anglern selbst finanziert.

So setzt auch der LAVT sein Aalschutzprogramm im Jahr 2020 in den Gewässern der Saalekaskade und des Thüringer Gewässerverbundes fort. Das heißt, die konsequente Umsetzung von festgelegten Entnahmemengen (3 Stück je Angeltag) sowie einer Schonzeit (01.11. bis 28.02.) und eines Mindestmaßes (50 cm).

Aalschutzprogramm
Aalschutzprogramm

Zusätzlich finden seitens des LAVT regelmäßige Besatzmaßnahmen statt, um den Bestand des stark gefährdeten europäischen Aales (Anguilla anguilla), welcher in der Regel seine Aufwachsgebiete von alleine nicht erreicht, zu stützen. Allein im März 2020 wurden zur Stützung des Aalbestandes 380.000 Glasaale in die Gewässer der Saalekaskade (z.B. Bleiloch- und Hohenwartetalsperre) und des Thüringer Gewässerverbundes (z.B. Unstrut), eingesetzt.

Es wäre wünschenswert, wenn sich der staatliche Naturschutz mit gleichem Engagement für den Fischartenschutz einsetzen und endlich das dringend notwendige Kormoranmanagement zur Regulierung eines viel zu hohen Kormoranbestandes, in Angriff nehmen würde.

Petri Heil
André Pleikies

2. Filmfestival für Fliegenfischer am 13. Februar 2020 im CineStar Erfurt

2. Filmfestival für Fliegenfischer am 13. Februar 2020 im CineStar Erfurt

Fliegenfischen hat in Thüringen eine lange Tradition. Darum freut es uns besonders, dass das RISE Fly Fishing Film Festival, das größte Filmfestival für Fliegenfischer im deutschsprachigen Raum, nunmehr zum zweiten Mal in Thüringen, stattfindet.

Gemeinsam mit RISE Fly Fishing wird der Landesanglerverband Thüringen e.V. bereits ab ca. 19.00 Uhr das Fliegenbinden und die Firma ARCTIC SILVER moderne Fliegenruten und Schnüre vorstellen.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele interessierte Anglerinnen und Angler, Fliegenfischer und Naturfreunde die Filmvorführungen besuchen und sich vom Fliegenfischen begeistern lassen. Filmpremieren mit beeindruckenden Bildern und landschaftlich atemberaubenden Angelrevieren warten auf die Besucher.

Tauchen wir am 13. Februar im CineStar Erfurt von 20.00 bis 22.00 Uhr gemeinsam ab in die Welt des Fliegenfischens. Der Kartenpreis pro Person beträgt 19,00 Euro.

Einen tollen Filmabend und ein kräftiges Petri Heil wünscht

André Pleikies
Geschäftsführer

Überaus positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Überaus positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Am vergangenen Samstag fand in der Galerie der Stadtwerke Erfurt eine interessante Fachtagung zum Thema „Die Thüringer Fischfauna im Wandel der Zeit – Welchen Einfluss bzw. Folgen hat das Klima für die heimischen Arten?“ statt. An dieser nahmen über 90 Interessierte aus unseren Vereinen, den Fischerei- und Naturschutzbehörden sowie aus der Thüringer Landespolitik teil.

Zu folgenden Themen wurde im Einzelnen referiert:

  • Fischereiliche Hege: rechtliche Aspekte, Inhalt und Umsetzung in der Praxis
    Referent: Herr Daniel Hühn – wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
  • Folgen von Klimaveränderungen für Fischbestände und Angler – Beispiele und Handlungsoptionen
    Referent: Herr Dr. Thomas Klefoth, Fischereibiologe – Anglerverband Niedersachsen e.V.
  • Die Regenbogenforelle im Wandel der Zeit. Pro und contra Regenbogenforellenbesatz in freien Gewässern
    Referent: Herr Dr. Sebastian Hanfland – Geschäftsführer Landesfischereiverband Bayern e.V.
  • Die Thüringer Fischfauna im Wandel der Zeit – Welchen Einfluss hat das Klima?
    Referent: Herr Diplomfischereiingenieur Roland Müller
Positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.
Positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Nach Meinung aller Anwesenden war es eine wirklich interessante Veranstaltung mit tollen Vorträgen und vielen neuen Erkenntnissen zur zukünftigen Hege der Fischbestände in natürlichen Gewässern. In einer lebendigen Diskussionsrunde stellten sich die Referenten den vielfältigen Fragen der Anwesenden. Dafür und für die tollen Vorträge nochmals an alle Referenten ein herzliches Dankeschön.

Positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Die Fachvorträge zeigten sehr deutlich, dass der Klimawandel und es gab in der Vergangenheit schon immer Kalt- und Warmzeiten verbunden mit Zu- und Abwanderungen von Fischarten, zunehmend Einfluss auf die Artenzusammensetzung in den aquatischen Lebensräumen haben wird.

Auf Grund des zu erwartenden Temperaturanstiegs wird sich die Fischartenzusammensetzung auch in den Thüringer Gewässern verändern.

Fische, welche kaltes, sauerstoffreiches Wasser bevorzugen, ziehen sich immer häufiger in die Oberläufe der Fließgewässer zurück. Zum Beispiel kommen Arten, wie die Bachforelle, immer weniger mit Lebensräumen, wie der Äschen Region, zurecht. Eine Alternative, so ein Ergebnis des Vortrages von Dr. Sebastian Hanfland, wäre hier die Regenbogenforelle.

Fischarten, welche wärmeres Wasser bevorzugen, wie vielen Karpfen- oder Barschartige haben mit dem Klimawandel weniger Probleme. Diese Arten werden sich eher noch ausbreiten.

Ein zunehmendes Problem, mit dem wir bereits in den vergangenen zwei Jahren zu tun hatten, wird sein, dass nach größeren Starkregenereignissen längere Trockenphasen folgen und die Sommer deutlich heißer werden. Damit nimmt die Gefahr zu, dass die Wasserstände in unseren Fließgewässern, Talsperren, Speichern und Teichen soweit sinken, dass größere Fischsterben oder ein Austrocknen nicht mehr auszuschließen sind.

Im Ergebnis werden die Bedingungen für die Ausübung der Angelfischerei sowie für die Fischhege und den Fischartenschutz in vielen unserer Thüringer Gewässern andere sein. Diesen Veränderungen werden sich die fischereilichen Bewirtschafter/ Fischereipächter zukünftig neu stellen müssen.

Die Problematik des notwendigen Erhalts unserer Thüringer Talsperren und Speicher (auch der herrenlosen Stauanlagen) sowie die Umsetzung einer das Wasser stärker zurückhaltenden Durchgängigkeit und Gewässerstruktur werden ebenfalls eine größere Rolle einnehmen.

Positive Resonanz zur Fachtagung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Das Thema Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die heimische Fischfauna, den Artenschutz sowie auf die Thüringer Berufs- und Angelfischerei wird uns immer stärker beschäftigen und alle Betroffenen vor neue Herausforderungen stellen.

André Pleikies
Geschäftsführer
Landesanglerverband Thüringen e.V.