Derzeit kommt es in Thüringen und auch bundesweit zu vermehrten Nachweisen der Geflügelpest (aviäre Influenza, H5N1). Sie tritt sowohl bei Wildvögeln als auch in Geflügelhaltungen auf. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft das Risiko einer Einschleppung und Weiterverbreitung aktuell als hoch ein.
Ist die Geflügelpest für Menschen gefährlich? Nach aktuellem Stand setzen Infektionen des Menschen einen intensiven direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel voraus. Obwohl Übertragungen mit bestimmten Subtypen vom Tier auf den Menschen bekannt sind, kamen diese bislang nur selten vor. Für Menschen besteht laut Robert Koch-Institut zwar kein relevantes Risiko, jedoch sollten Anglerinnen und Angler besondere Vorsicht walten lassen.
Partikel des Vogelgrippevirus
Seit 2024 zirkuliert in der USA ein Geflügelpeststamm (H5N1, Stamm (B3.13)) welcher in Geflügelbetrieben und erstmals in Milchkuhherden festgestellt wurde. Es kam zu Infektionen von Personen, die im Vorfeld engen Kontakt zu infizierten Rindern bzw. Geflügel hatten. Die an Geflügelpest erkrankten Personen wiesen vorwiegend eine milde Symptomatik auf. Gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit 2003 weltweit über 2.600 Erkrankungen beim Menschen und 1.100 Todesfälle mit aviärer Influenza nachgewiesen, überwiegend im asiatisch-pazifischen Raum. In Deutschland sind bislang keine Erkrankungen beim Menschen mit aviären Influenzaviren bekannt geworden.
Wie bei allen Geflügelpestviren sind generell erhöhte Schutzmaßnahmen beim Umgang mit potenziell infiziertem Geflügel und Wildvögeln einzuhalten.
Welches Geflügel kann an der Geflügelpest erkranken?
Grundsätzlich können alle Vogelarten an der Hochpathogenen Aviären Influenza (klassischen Geflügelpest) erkranken. Hühner und Puten sind besonders empfänglich. Auch bestimmte Wildvögel sind sehr empfänglich, vor allem Wassergeflügel (Schwäne, Enten, Gänse und Möwen), Greifvögel wie Habichte und Bussarde sowie aasfressende Vögel wie Krähen. Andere Vogelgruppen wie zum Beispiel Tauben können das Virus in sich tragen, spielen aber eine untergeordnete Rolle bei der Verbreitung des Virus und erkranken in der Regel nicht.
Können auch andere Haustiere, wie Hunde und Katzen infiziert werden?
Fleischfresser, wie Hunde und Katzen, können sich theoretisch infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen. Bisher ist in Thüringen noch kein Fall bekannt. Hunde und Katzen können das Virus allerdings weiterverbreiten. Daher sollte ein direkter Kontakt mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden.
Unsere Angelgewässer und Uferzonen werden regelmäßig von Wildvögeln aufgesucht, die als natürliche Wirte des Virus gelten. Gerade an größeren Teichen, Seen und Stauseen besteht daher die Möglichkeit, dass das Virus über Kot oder Kadaver in die Umwelt gelangt. Angler bewegen sich oft in diesen Bereichen – deshalb gilt: Aufmerksamkeit und Hygiene sind entscheidend.
Wir bitten daher folgende Verhaltensweisen zu beachten:
Kontakt vermeiden
Kein direkter Kontakt zu toten oder kranken Wildvögeln.
Hunde bitte anleinen – insbesondere in Bereichen mit vielen Wasservögeln.
Kadaverfunde nicht selbst entfernen, sondern unverzüglich dem zuständigen Veterinär- oder Umweltamt melden.
Hygiene beachten
Zur Vorbeugung empfehlen wir nach dem Angeln die Hände gründlich zu waschen oder zu desinfizieren, dies unbedingt nach Kontakt mit Wildvögeln und ihren Ausscheidungen
Angel- und Bootsausrüstung reinigen, vor allem nach Aufenthalten an Gewässern mit hohem Wildvogelaufkommen
Kontaktflächen (z. B. Kescher, Sitzbretter, Rutenauflagen) regelmäßig desinfizieren
Hinweise vor Ort befolgen
Beachten Sie Sperrungen, Warnschilder oder Allgemeinverfügungen, die durch Behörden oder Gewässerpächter erlassen wurden.
Informieren Sie sich über aktuelle Schutz- und Stallpflichtgebiete auf den offiziellen Informationsseiten der jeweiligen Bundesländer
Vögel bitte nicht füttern!
Die gezielte Fütterung führt zu Ansammlungen von Vögeln an den Futterplätzen und begünstigt die Übertragung des Virus von Vogel zu Vogel. Darüber hinaus sollten Wildvögel, insbesondere Wasservögel aus Gründen der allgemeinen Hygiene und der Verhindernung von Gewässerverschmutzungen (betrifft vor allem Kleine Gewässer) grundsätzlich nicht gefüttert werden.
Geflügelhaltung im Umfeld
Wer selbst Geflügel hält, sollte die Sicherheitsmaßnahmen und Stallpflicht konsequent einhalten.
Das Risiko einer Übertragung von Wildvögeln auf Hausgeflügel wird vom FLI als hoch bewertet.
Kleidung und Ausrüstung, die beim Angeln genutzt wird, nicht gleichzeitig in der Geflügelhaltung verwenden.
Aktuelle Situation in Thüringen Stand 23.10.2025:
Strengere Regeln nach Vogelgrippe-Fällen
Für alle Geflügelhalter in Thüringen gelten seit Dienstag außerdem besondere Hygienevorschriften. Hintergrund ist laut dem Landesamt für Verbraucherschutz der Ausbruch der Vogelgrippe im Landkreis Greiz Anfang Oktober. Dort hatte das Landesamt für Verbraucherschutz bereits am 2. und 6. Oktober zwei Ausbrüche der Geflügelpest registriert. Hunderte Tiere waren durch das H5N1-Virus verendet oder mussten getötet werden.
Nach Ausbruch im Landkreis Greiz ist die Überwachungszone im Saale-Orla-Kreis noch erweitert worden. Hintergrund ist nach Angaben des Landratsamtes in Schleiz, dass ein weiterer Geflügelbetrieb 200 Meter entfernt vom ursprünglichen Ausbruchsbetrieb von der Vogelgrippe betroffen ist. Im Landkreis Greiz sei daher die Schutzzone ausgeweitet worden, im Saale-Orla-Kreis werde die Überwachungszone nun auf Teile der Gemeinde Geroda ausgeweitet. In den betroffenen Gebieten muss Geflügel im Stall bleiben.
Das Landesamt für Verbraucherschutz teilte mit, dass am Eingang zu Ställen Wannen oder Matten mit Desinfektionsmittel für Schuhe bereitstehen müssen. Schutzkleidung sei ebenso vorgeschrieben wie das Reinigen und Desinfizieren von Geräten, leeren Ställen und Fahrzeugen.
In den vergangenen Tagen wurden im Norden Thüringens zahlreiche tote Tiere entdeckt. Allein am Stausee Kelbra auf der Grenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt waren am Wochenende mehr als 100 verendete Vögel gefunden worden. Labortests, unter anderem vom Friedrich-Loeffler-Institut, bestätigten das H5N1-Virus. Die Vogelgrippe bei Wildvögeln wurde damit in Thüringen offiziell bestätigt.
Zunehmend wird die Frage von der Wissenschaft, aber auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern diskutiert, warum sich die Vogelgrippe besonders bei den Wildvogelarten so stark ausbreitet bzw. zu hohen Verlusten führt, deren Bestände durch gezielte “Schutzmaßnahmen” in den vergangenen Jahrzehnten exorbitant angestiegen sind.
Große Schwärme von Graugänsen an einem Gewässer
Für viele heimische Arten, welche diese Gewässerlebensräume seit langem bewohnen, bedeutet das starke Absenken von Gewässern im Interesse des “Artenschutzes” die Zerstörung ihres bisherigen Lebensraumes und für nicht wenige den sicheren Tod.
Seit langem müssten diese Fragen und die bereits vorhandenen Erkenntnisse in unserer Gesellschaft offener diskutiert werden, um zukünftig vor nicht noch größeren Problemen zu stehen.
Wir bitten alle Anglerinnen und Angler in Thüringen diese Hinweise ernst zu nehmen und an den Gewässern verantwortungsvoll zu handeln. So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Vogelbestände und zur Sicherung der Gesundheit unserer Gewässerökosysteme.
Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Ihres Landkreises.
Am Samstag, den 13. September 2025, lud der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) seine Mitgliedsvereine zu einer besonderen Schulungsveranstaltung in den Bürgersaal „Zum Rautenkranz“ nach Gerstungen ein. Auf dem Programm standen eine Versicherungsschulung für Vereine sowie ein eindrucksvoller Fachvortrag über die heimische Fischfauna.
Versicherungen spielen in der Vereinsarbeit eine zentrale Rolle. Sie bieten Sicherheit und Unterstützung in vielen Bereichen – von Unfall- über Haftpflicht- bis hin zu Rechtsschutzfragen. Die Referentin Frau Linda Raßmann (Allianz Versicherungs-AG, Köln) informierte umfassend über den bestehenden Versicherungsschutz der LAVT-Mitglieder und erläuterte diesen anhand praxisnaher Fallbeispiele. Dabei wurden unter anderem folgende Themen behandelt:
– Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherung im Vereinskontext – Absicherung von Vereinsheimen, Vorständen und Veranstaltungen – Ablauf und Regulierung von Schadensfällen
In einer lebhaften Diskussionsrunde erhielten die Teilnehmenden Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen, die Frau Raßmann kompetent beantwortete.
Im Anschluss nahm Mario Merkel (Tauchrevier Deutschland) die Gäste mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Unterwasserwelt unserer heimischen Gewässer. Mit einzigartigen Fotos und persönlichen Erlebnissen machte er auf die Verletzlichkeit aquatischer Lebensräume aufmerksam und verdeutlichte die Notwendigkeit, stabile und artenreiche Lebensgemeinschaften zu schützen. Sein Vortrag verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit eindrucksvollen Naturaufnahmen und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmenden.
Die Resonanz auf die Veranstaltung war durchweg positiv. Viele Vorstände hoben die Relevanz der behandelten Themen hervor. Neben der Wissensvermittlung bot die Schulung auch Gelegenheit zum Austausch zwischen den Vereinen und zur direkten Kontaktaufnahme mit den Fachleuten.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. bedankt sich herzlich bei Frau Linda Raßmann, Herrn Mario Merkel sowie allen Helferinnen und Helfern für die gelungene Durchführung.
Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde Gerstungen, insbesondere Frau Laqua, die die Räumlichkeiten im Bürgersaal vorbereitet und zur Verfügung gestellt hat.
An dieser Stelle möchten wir uns auch beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft recht herzlich für die teilweise Förderung dieser Veranstaltung bedanken.
Für das leibliche Wohl der Teilnehmenden sorgte der LAVT mit Kaffee, Kuchen, belegten Brötchen, Wiener Würstchen und Gebäck. Ein besonderer Dank gilt daher den engagierten Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, die die Verpflegung vorbereitet und betreut haben.
Seit dem Jahr 2005 finden, mit wenigen Unterbrechungen, alljährlich im Sommer die Thüringer Jugendangeltage an den Herbslebener Teichen statt.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) organisierte gemeinsam mit dem Sportfischerverein „Unstrut“ Herbsleben e.V. auch in diesem Jahr, vom 23.08. bis 24.08.2025, an den Herbslebener Teichen für die Kinder und Jugendlichen seiner 248 Vereine dieses tolle Jugendevent.
Die Thüringer Jugendangeltage wurden am Samstag, 23.08.2025, 13.00 Uhr vom Vorsitzenden des örtlichen Angelvereins sowie vom Präsidenten und dem Geschäftsführer des LAVT feierlich eröffnet.
Den über 200 Teilnehmern wurden neben dem gemeinschaftlichen Angeln eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen, wie die Vorstellung verschiedener Angelmethoden, der Bau eigener Angelmontagen, Wissenswertes rund ums Fliegenfischen, Vorführungen zum Fliegenbinden und zum Werfen mit der Fliegenrute, Fische filetieren und räuchern sowie ein Castingturnier geboten.
Natürlich gab es auch wieder viele Leckereien von herzhaft bis süß, wie Schweinekeule mit Sauerkraut, Grillkartoffeln mit selbstgemachen Kräuterquark, Nudeln mit Tomatensoße, lecker belegte Brote und Brötchen, herzhaftes Gulasch mit Spirelli, leckere Räucherforelle, selbst gebackenen Kuchen in vielen Sorten, viel frisches Obst und Gemüse, verschiedene Sorten Eis, eine große Auswahl von Getränken und vieles mehr.
Auch die Ehrengäste vom Thüringer Landtag, des Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, der Gemeinde Herbsleben sowie des DAFV-Bundesverbandes konnten sich vom herzhaften Geschmack des geräucherten Fisches und der Thüringer Rostbratwürste überzeugen.
Doch das Wichtigste für die Petri Jünger war einen möglichst großen Fisch zu fangen, was vielen auch gelang.
Am Sonntagnachmittag fieberten wieder alle der Auswertung entgegen und jeder hoffte mit seinem größten Fisch auf einen der attraktiven Preise, wie Ruten, Rollen, Angeltaschen, Kescher etc. und natürlich auf die tolle Teilnehmermedaille, deren Motiv jedes Jahr ein anderes ist.
Übrigens, Angeln ist nicht nur eine Männerdomäne, denn seit Jahren nimmt der Anteil der Mädchen und Frauen in der Angelfischerei zu. Und sie werden immer erfolgreicher!
Mit Lina Lippold vom Anglerverein Heldrungen e.V. hatten wir dieses Jahr zum ersten Mal eine Königsfischerin. Sie fing einen Karpfen mit einem Gewicht von 9.820 Gramm und einer Länge von 87 cm.Nochmals herzlichen Glückwunsch und ein kräftiges Petri Heil an unsere erste Königsfischerin Lina Lippold.
Neben vielen anderen großen Fängen halten wir den Fang einer Schleie mit 49 cm und einem Gewicht von 2.500 Gramm für erwähnenswert. Gefangen wurde diese kapitale Schleie von Malte Falkenhahn vom AV Sünna e.V. Auch ihm, wie allen erfolgreichen Petri Jüngern unseren herzlichen Glückwunsch.
Auch bei unserem, zur Tradition gewordenen Castingturnier, war das Interesse und der sportliche Ehrgeiz groß.
Nachfolgend die erfolgreichsten Werferinnen und Werfer:
Casting Mädchen bis 16 Jahre: 1. Platz Laura Bradatsch – SFV 1970 Tambach -Dietharz e.V. mit 61Punkten 2. Platz Tina Ringwelski – Verein Angelfreunde Saalekaskade e.V. mit 28 Punkten 3. Platz Leonie Ringwelski – Verein Angelfreunde Saalekaskade e.V. mit 25 Punkten
Casting Jungen bis 12 Jahre: 1. Platz Anton Stollberg – AV Mühlhausen e.V. mit 90 Punkten 2. Platz Fritz Cismisch – Casting Club Saalfeld e.V. mit 58 Punkten 3. Platz Carlo Wetzel – AV Goldene Greiz e.V. mit 52 Punkten
Casting Jungen ab 13 bis 16 Jahre: 1. Platz Marlon Klippstein – AV Mühlhausen e.V. mit 115 Punkten 2. Platz Lukas Schneider – Casting Club Saalfeld e.V. mit 113 Punkten 3. Platz Bill Umbreit – Ohrdrufer AFV 1990 e.V. mit 107 Punkten
Wir möchten es schon gern erwähnen. – Eine Jugendveranstaltung in dieser Größenordnung über mehrere Tage in einer so hohen Qualität durchzuführen, ist organisatorisch und logistisch eine große Herausforderung.
Darum nochmals ein herzliches Dankeschön an die über 80 Helferinnen und Helfer, Referenten und Angelexperten sowie an die Mitglieder des Sportfischervereins „Unstrut“ Herbsleben e.V. sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle des LAVT, welche mit viel Hingabe und Herz den Kindern und Jugendlichen wunderschöne, erlebnisreiche, unvergessliche Tage gestalteten.
So waren auch die 17. Jugendangeltage an den Herbslebener Teichen und das insgesamt 22 große Landesjugendlager des LAVT wieder ein rundum gelungenes Event.
Das Schönste ist es jedes Jahr zum Abschluss der Veranstaltung in die strahlenden Augen der Mädchen und Jungen zu sehen verbunden mit deren Aussage, es war wieder super schön, wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr.
Versprochen, die Thüringer Jugendangeltag an den Herbslebener Teichen finden auch im kommenden Jahr statt. – Schon heute laden wir die Mädchen und Jungen aus unseren Vereinen recht herzlich ein.
Auf Grund von intensiven Schutzmaßnahmen war der Kormoran, welcher so gut wie keine natürlichen Feinde hat, spätestens seit den 90er Jahren in seinem Bestand nicht mehr gefährdet und hat sich überproportional entwickelt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte im Rahmen eines Kormoran – Managementplanes eine Regulierung, z.B. durch unfruchtbar machen der Eier in den Brutgebieten, stattfinden müssen.
Diese dringend notwendigen Regulierungsmaßnahmen sind nicht geschehen, so dass sich die Kormorane flächendeckend auch in Deutschland, selbst in Regionen, wo sie bisher nicht vorkamen, ausbreiten konnten. – Das Ergebnis für die Fischfauna ist katastrophal.
selbst größere Fische – für den Kormoran kein ProblemKormoran mit RotaugeKormoran überwältigt kapitale BarbeFotos: Silvio Heidler
Der Deutsche Bundestag stellte bereits am 19.10.2011 fest, dass die Süßwasserfische in Europa trotz Verbesserung der Wasserqualität und der Erfolge bei der Renaturierung von Gewässern zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltieren gehören.
Nach den Kriterien der IUCN sind 38 Prozent der Süßwasserfischarten Europas gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Regionale, autochthone Bestände einzelner Fischarten stehen dabei besonders stark unter Existenzdruck. Dies trifft ganz speziell auch für Thüringen zu. Hier sind beginnend ab 2001/02 in vielen Fließgewässern, wie beispielsweise in der Ilm, Gera, Apfelstädt, Unstrut Helme, Schleuse, Werra oder Ulster die Bestände der Äsche teilweise völlig zusammengebrochen. Ähnliches gilt für den Aal in der Werra, Saale oder Unstrut.
Laut Aussagen des Bundesamtes für Naturschutz gelten in Deutschland 74 Prozent der heimischen Rundmäuler und Fischarten als gefährdet oder bereits ausgestorben.
Kormoran mit RiesenbarbeKormorane bei der Jagd. Viele Fische werden dabei angehackt und sterben später an ihren VerletzungenKormorane kämpfen um BarbenFotos: Silvio Heidler
Folgende negative Auswirkungen auf die heimischen Fischbestände und die Gewässerbiotope auf Grund der zu hohen Kormoranpopulation können in Thüringen zweifelsfrei festgestellt werden:
zu starker Fraßdruck auf die verschiedenen Fischarten unabhängig von ihrem Schutzstatus, Schon- und Laichzeiten sowie Mindestmaßen,
Dezimierung vieler Fischarten bereits vor dem Erreichen ihrer Laichreife, damit negative Auswirkung auf die Reproduktion und das Fortbestehen vieler Arten,
Ausdünung des Klein- und Jungfischbestandes
Zerstörung der notwendigen Arten- und Altersklassenstruktur in den Fischbeständen,
Vernichtung autochthoner Fischbestände
deutliche Abnahme der Weidegänger, wie Barbe und Nase mit dem Ergebnis einer erhöhten organischen Belastung der Gewässer, verbunden mit der Vernichtung von Laichplätzen
Verringerung der genetischen Vielfalt der Fische in den Gewässern
Nahrungskonkurrenz gegenüber Raubfischen durch Vernichtung wichtiger Beutefische in den Gewässern – negative Auswirkungen auf das stabile Räuber-Beuteverhältnis
Belastungen und Energieverluste der Fische durch starke Scheuchwirkungen führt oft nachträglich zum Tod der Fische
Verletzungen der Fische mit umfangreichen Spätfolgen und Sekundärinfektionen
Übertragung von Fischkrankheiten in andere Gewässer
Vernichtung wertvoller Satz- und Speisefische in Teichen und Anlagen der Aquakultur – in Gewässer, welche sich in Naturschutzgebieten befinden, liegen die Fischverluste oft deutlich über 80 %
erheblicher Rückgang des natürlichen Fischertrages verbunden mit dem Zusammenbruch von Fischpopulationen
Schädigung der Ufervegetation durch Vogelkot
Seltene Aufnahme: eine Möwe kämpft mit Kormoran um BeuteKormoran mit BeuteKormoran mit einer Nase, eine in Thüringen fast ausgestorben FischartFotos: Silvio Heidler
Die vom Landesanglerverband Thüringen e.V. im Jahr 2017 in Auftrag gegebene und auf wissenschaftlicher Basis erstellte, großflächige Studie „Einfluss des Kormorans auf die Fischbestände in Thüringer Fließgewässern“ bestätigt zum wiederholten Male, die dramatischen Auswirkungen des hohen Fraßdrucks des Kormorans auf die heimische Fischfauna.
Traurig dies feststellen zu müssen, die dortigen Ergebnisse gelten heute noch. Im Gegenteil die negativen Auswirkungen auf unsere heimischen Fischarten haben sich in den vergangenen Jahren weiter verstärkt.
Aktuell kämpfen viele Fischereibetriebe und Anglervereine bereits um ihre Existenz. Die Produktion von Satzfischen in der Berufsfischerei wird auf Grund der massiven Fischverluste durch Prädatoren, wie den Kormoran, wirtschaftlich immer unrentabler. Diese Situation verschärft sich mit der zusätzlichen Förderung der Ausbreitung des Fischotters in Thüringen. Bereits heute haben die ersten Einzelteichbewirtschafter aufgeben müssen.
Bei der aktuell praktizierten Artenschutzpolitik gibt es wenig Hoffnung, dass die traditionelle Teichwirtschaft sowie unsere heimischen Fischarten, ohne teure Schutz- und Förderprogramme, realistische Überlebenschancen haben.
Es bedarf im Artenschutz ein grundsätzliches Umdenken und in den kommenden Jahren ein neues, an den Fakten orientiertes Handeln.
Ein effektiver Biotop- und Fischartenschutz ist ohne ein umfassendes Management, verbunden mit einer drastischen Reduzierung der Kormoranbestände, nicht möglich!
Krankheitsbedingt leider erst heute unser Rückblick zur Jahreshauptversammlung 2024. Diese fand Ende April 2025 im Atrium der Stadtwerke Erfurt statt.
Wir haben uns viel Mühe gegeben und eine Vielzahl von Videos erstellt, in welchen unsere Vereine und Interessierte die Jahreshauptversammlung des LAVT noch einmal hautnah miterleben können.
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Seit geraumer Zeit haben wir eine neue Landesregierung und als Interessenvertreter unserer Vereine ist es unserem Verband wichtig, dass wir einen möglichst engen Kontakt bzw. eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesregierung, den Fraktionen im Thüringer Landtag, den für die Angelfischerei wichtigen Fachbehörden und Institutionen sowie mit einer Vielzahl von Verbänden und Unternehmen pflegen. Dementsprechend wollten wir unsere lange Tradition in diesem Jahr gern weiter fortsetzen und hatten eine Vielzahl von Gästen zu unserer Jahreshauptversammlung eingeladen.
Mit großem Interesse verfolgen die Delegierten die Ausführungen der Ehrengäste
sowie über weitere Vertreter aus Behörden, Institutionen und Unternehmen.
Besonderes gefreut hat uns, dass zwei langjährige Freunde und Unterstützer des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.
Herr Egon Primas – von 1990 bis 2019 ununterbrochen Mitglied im Thüringer Landtag und langjähriger stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU im Thüringer Landtag
sowie
Herr Dr. Karl-Heinz Müller – leitender Ministerialrat i.R. und langjähriger Referatsleiter für Forsten, Jagd und Fischerei im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz
unserer Einladung gefolgt sind.
Die Teilnahme unserer Ehrengäste, insbesondere des Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen und des Präsidenten des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes ist keine Selbstverständlichkeit und bei ihren vollen Terminplänen sicherlich auch nicht leicht zu realisieren.
Umso mehr werten wir die Anwesenheit aller Ehrengäste als Anerkennung der Arbeit des LAVT und seiner Vereine sowie als eine Würdigung der überaus positiven Entwicklung unseres Verbandes. An dieser Stelle nochmals unser herzliches Dankeschön für ihr Kommen.
MP Prof. Dr. Mario Voigt bei seinem Grußwort – Hoffnung, dass Probleme in der Berufs- und Angelfischerei wieder offener dikutiert und gemeinsam gelöst werden könnenFraktionsvorsitzender der CDU im Thüringer Landtag, Andreas Bühl bei seinem GrußwortLAVT-Präsident Dietrich Roese bei seiner EröffnungsredeMP Mario Voigt wird vom Vizepräsidenten des LAVT, Karl-Heinz Bergner empfangenEhrengäste Egon Primas (l.), Karl-Heinz Müller (m.) und Vizepräsident LAV Sachsen-Anhalt Steffen Rieger(r.)
Übrigens das Interesse der Mitgliedsvereine des LAVT war groß, so dass das Atrium gut gefüllt war. Die Delegierten verfolgten sehr aufmerksam die Grußworte unserer Ehrengäste. In seiner sehr offenen und in Teilen kritischen Eröffnungsrede wies Präsident Dietrich Roese neben vielen positiven Entwicklungen auch auf die sich seit vielen Jahren angestauten Probleme in der Thüringer Berufs- und Angelfischerei hin. Ein besonderes Anliegen war Präsident Dietrich Roese der Person in aller Öffentlichkeit zu danken, welche vor allem für die positive Entwicklung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. verantwortlich ist. Sein Dank galt dem Geschäftsführer André Pleikies, welcher nunmehr seit über 25 Jahren erfolgreich das große Schiff „LAVT“ durch ruhige, noch viel öfter durch raue See manövriert.
Nach über 22 Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit sagte Präsident Dietrich Roese dem Geschäftsführer André Pleikies von Herzen danke schön. Besonders hob er seine Verlässlichkeit, die stets außerordentlich guten fachlichen Zuarbeiten und Stellungnahmen, aber auch seine Ehrlichkeit, seine ehrenhaften Prinzipien sowie seinen intensiven persönlichen Einsatz für den LAVT hervor.
Der Geschäftsleitung des LAVT wurde auch im Jahr 2024 eine verantwortungsvolle, stabile und sehr erfolgreiche Haushaltführung bestätigten. Die Revisionskommission stellte fest, dass in allen wichtigen Haushaltpositionen höhere Erlöse erzielt und sehr effizient mit den vorhandenen Mitteln gewirtschaftet wurde.
Interessant auch der Bericht über die geleistete Arbeit des LAVT als anerkannter Naturschutzverband. Allein im Jahr 2024 wurde unser Verband an 178 Verfahren beteiligt und hat zu diesen, unter Beteiligung seiner Vereine, entsprechend Stellungnahmen abgegeben. Im Ergebnis konnte für unsere Vereine sowie den Gewässer- und Fischartenschutz, viel erreicht werden.
Im danach folgenden Rechenschaftsbericht berichtete der Präsident des LAVT, Dietrich Roese, über die sehr erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung und den stetigen Mitgliederzuwachs unseres Verbandes sowie über Themen, wie Jugendarbeit, Ursachen der massiven Gefährdung unserer heimischen Fischfauna, den notwendigen Fischarten- und Gewässerschutz, die aktuelle Fischerei- und Naturschutzpolitik in Thüringen sowie über die zunehmenden Probleme und Einschränkungen für die Angelfischerei.
Für das unserem Verband geschenkte Vertrauen bedankte sich Präsident Dietrich Roese noch einmal ganz persönlich bei allen neu in den LAVT eingetretenen Vereinen.
Neue Vereine 2024
1.Vorsitzender Angelverband Völkershausen e.V.
1. Zella-Mehliser 1954 Anglerverein
BG Hepo/ Ilmenau
AV Werrafischer – Verein Schwallungen e.V.
Natur und Angelfreunde Leimbach e.V.
Angelverein Schwickershausen e.V.
Fischereiverein 1948 Vacha e.V.
Angelverein Obere Wulst e.V.
Leimbacher Angelverein e.V.
Aktuell neue Vereine 2025
Angelverein „Rhönforelle“ e.V. Kaltensundheim
SAV Ronshausen 1973 e.V.
Sportfischerverein Großeutersdorf e.V.
Angelverein Sömmerda
Somit konnten wir allein im Jahr 2024 und bis März 2025 insgesamt 1.068 neue Mitglieder begrüßen.Erfreulich, aktuell liegen bereits weitere Anträge von Vereinen auf Neuaufnahme in den LAVT für 2025 vor.
Präsident des Thüringer Gemeinde- u. Städtebundes, Dr. Steffen KaniaSachbearbeiter in der obersten Fischereibehörde, Dominik Schulz (l.) und der GF des LAVT, André PleikiesBüroleiterin Iris Reinhardt mit unserem Blumenmädchen AliciaEhrengäste verfolgen interessiert die Eröffnungsrede des Präsidenten des LAVT, Dietrich RoeseIm Tagungspräsidium Ministerpräsident Prof. Dr. Mario Voigt (m.), Präsident Dietrich Roese (l.) und Tagungsleiter Eric Holzberger (r.)
Abschließend wurden alle Beschlussvorlagen, wie der Jahresabschluss 2024 und der Haushaltplan 2025 mit viel Beifall verabschiedet, das Präsidium von den Delegierten entlastet und dem Vorstand und der Geschäftsleitung erneut das Vertrauen ausgesprochen.
Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass es zu jedem Grußwort im ersten Teil der Jahreshauptversammlung sowie zu den Berichten im zweiten Teil der Jahreshauptversammlung interessante Videos gibt. Wir können jedem nur empfehlen sich die Zeit dafür zu nehmen und sich diese anzusehen.
Insgesamt war diese Jahreshauptversammlung des LAVT eine überaus gelungene Veranstaltung, was uns die sehr positive Resonanz aus den Vereinen noch Wochen danach bestätigte.
Wir wünschen unseren Ehrgästen, allen Vereinsvorständen, allen Anglerinnen und Anglern sowie allen Freuden unseres Verbandes noch eine schöne Zeit und ein kräftiges Petri Heil.
Ihr Landesanglerverband Thüringen e.V.
Auszeichnungen
zur Jahreshauptversammlung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.
an verdienstvolle Anglerinnen und Angler des LAVT vorgenommen mit Unterstützung vom Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen, Herrn Prof. Dr. Mario Voigt
Goldene Ehrenmedaille des DAFV für:
Dietrich Roese (Präsident des LAVT, Angelverein Breitungen e.V.)
Silberne Ehrenmedaille des DAFV für:
Maik Jahn (Angelverein Straußfurt 1949 e.V.)
Goldenes Ehrenzeichen des DAFV für:
Monika Mönch (VDSF 1970 Tonndorf e.V.) Gunter Förtsch (1. Verein der Angelfischer Arnstadt e.V.)
Das Präsidium und die Geschäftsleitung des Landesanglerverband Thüringen e.V. möchte sich bei allen ausgezeichneten Angelfreundinnen und Angelfreunden nochmals herzlich für ihr ehrenamtliches Engagement für die Thüringer Angelfischereibedanken und ihnen von Herzen zu Ihrer Auszeichnung gratulieren.
Am 23. August 2025 feierte der Anglerverein Braunsdorf und Umgebung e.V. sein 25-jähriges Vereinsjubiläum. Besonders bemerkenswert: Die Feier fand exakt am Tag der Eintragung des Vereins ins Vereinsregister vor 25 Jahren statt.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) nahm an der festlichen Veranstaltung teil und nutzte die Gelegenheit, drei langjährige und engagierte Mitglieder für ihre Verdienste um die Angelfischerei und die Vereinsarbeit zu ehren.
Die Ehrungen wurden durch Fabian Kohlermann, leitender Mitarbeiter des LAVT, vorgenommen.
Ausgezeichnet wurden:
Jörg Hilbert – Ehrenabzeichen in Gold Gründungsmitglied und seit 25 Jahren ununterbrochen 1. Vorsitzender des AV Braunsdorf und Umgebung e.V.
Ronny Zahn – Ehrenabzeichen in Silber 22 Jahre engagiert als stellvertretender Vorsitzender tätig und in dieser Zeit maßgeblich an der Vereinsentwicklung beteiligt.
Steffen Schippel – Ehrenabzeichen in Silber 14 Jahre als Gewässerwart tätig und verantwortlich für den Erhalt, die Pflege und die nachhaltige Entwicklung der Vereinsgewässer.
Der Geschäftsführer des LAVT, André Pleikies, welcher zur gleichen Zeit die Thüringer Jugendangeltage in Herbsleben mit organisierte und eröffnete, lies über Fabian Kohlermann sein ganz persönliches Grußwort zum Jubiläum des Vereins übermitteln.
Grundlage eines starken Landesverbandes sind seine stabil arbeitenden Vereine, welche mit viel Fleiß und Engagement ihre Gewässer pflegen und einen wichtigen Beitrag für den Gewässer- und Fischartenschutzes leisten.
Damit werben die Vereine nicht nur für sich, sondern auch für ihren Landesverband. Die Vereine sind der Landesverband.
Unsere Anglerinnen und Angler, so auch die Mitglieder des Anglervereins Braunsdorf und Umgebung, leisten im wahrsten Sinne des Wortes aktiven Naturschutz an den Gewässern. Dafür nochmals vielen Dank für die bisher geleistete, fleißige ehrenamtliche Arbeit!
Darüber hinaus hat die Vereinsarbeit auch eine hohe sozioökonomische Bedeutung. Die Anglervereine fördern das gemeinschaftliche Miteinander, schaffen Freiräume für Kinder und Jugendliche, stärken das Natur- und Umweltbewusstsein und leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration junger Menschen.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. bedankt sich beim AV Braunsdorf und Umgebung e.V. für die Einladung, die hervorragende Organisation der Jubiläumsfeier und gratuliert allen Geehrten sowie dem gesamten Verein zu diesem besonderen Jubiläum.
Wir wünschen dem AV Braunsdorf und Umgebung e.V. weiterhin noch viele erfolgreiche Jahre, engagierte Mitglieder und freuen uns auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit.