Wichtigkeit von Gewässerschutz und Strukturen in Gewässern – 8. Juni Tag des Meeres

Wichtigkeit von Gewässerschutz und Strukturen in Gewässern – 8. Juni Tag des Meeres

Aal
Foto: M. Merkel

Dieser Aal hat sich als sein zu Hause ein mit Dreikantmuscheln besiedeltes Toilettenbecken gesucht. Offensichtlich fühlt sich der Aal hier sicher.

Sicherlich sind vielfältige Gewässerstrukturen von fischereiökologischer Bedeutung.  Trotz diesem kuriosen Bild mit dem Aal, sollten wir Anglerinnen und Angler uns konsequent gegen jede Entsorgung von Müll und Abwässern in unsere Gewässer engagieren.

Ein Beispiel in viel größerer Dimension ist das Versenken großer Schiffe zur Schaffung künstlicher Riffe. Diese Methode ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn sie die Meere nicht zusätzlich verschmutzt und für eine Vermehrung der Fischfauna sorgt. 

Der durchaus in solchen künstlich geschaffenen Riffen vorkommende Fischreichtum darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das zunehmende Versenken ausgedienter Schiffe, auch wenn sich die Vorschriften zum Versenken verschärft haben, ein massiver Eingriff in die Unterwasserökologie ist.

Übrigens, seit 2009 wird auf der ganzen Welt der 8. Juni als Tag des Meeres von den Vereinten Nationen begangen, um auf den Wert und die Bedrohung der Weltmeere aufmerksam zu machen.

Auch der Aal auf dem Foto wird als katadromer Wanderfisch zum Laichen vom Süßwasser ins Meer ziehen. Auf dieser bis zu 7.000 km langen Reise in die Sargassosee, welche ein bis anderthalb Jahre dauert, ist er auf ökologisch intakte Binnengewässer und Meere angewiesen. 

Schützen wir unsere Meere und deren natürlichen Riffe, schützten wir unsere Thüringer Gewässer und damit auch unsere heimische Fischfauna.

In diesem Sinne, allen Anglerinnen und Anglern sowie Unterstützern sauberer, strukturreicher Gewässer ein kräftiges Petri Heil.

André Pleikies
Geschäftsführer LAVT

Aktuelle Corona-Regelungen

Liebe Anglerinnen und Angler, Liebe Freunde der Angelfischerei,

der Landesanglerverband Thüringen e.V. hat bereits am Montag, den 26.04.2021 alle seine 225 Vereinsvorstände per E-Mail und postalisch ausführlich über die verschärften Corona – Regelungen sowie zur aktuellen Corona – Ausgangssperre informiert.

Jedoch erreichen uns diesbezüglich nach wie vor jeden Tag unzählige Anfragen, in denen vor allem großer Unmut geäußert wird. Viele der Fragen und Kritiken sind durchaus berechtigt, doch manche auch sehr unsachlich und beleidigend. 

Es ist wichtig, dass wir nicht verlernen zu hinterfragen und auch nicht alles hinnehmen, was uns vorgegeben wird. Wir benötigen viel mehr konstruktive Kritik und persönliche Teilhabe bei der Gestaltung unserer Gesellschaft durch jeden Einzelnen. 

Doch für plausible Antworten zu den verschärften Corona – Regelungen sind nicht die Vereine oder Verbände verantwortlich, welche selbst davon betroffen sind, sondern vor allem die Politik und ihre Berater.

Leider zeigt besonders Corona sehr deutlich, dass der Solidargedanke in unserer Gesellschaft immer mehr verloren geht. 

Unser Verband hat gleich Anfang der Woche das Gespräch mit der Corona – Koordinierungsstelle Thüringen gesucht, um wichtige Fragen unserer Mitglieder zur Ausgangssperre und den verschärften Corona – Regelungen abzuklären.  

In diesem und bereits vorher geführten Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass viele gesetzliche Regelungen nicht eindeutig genug formuliert sind und eine Vielzahl von Interpretationsspielräumen zulassen. So können selbst verantwortliche Stellen, welche die Bürgerinnen und Bürger oder Verbände beraten sollen, auf viele Fragen keine eindeutige Antwort geben. 

Unmutsäußerungen und Kritiken ob berechtigt oder nicht, viele scheinen leider auszublenden, dass wir momentan im Vergleich zu anderen Interessengruppen noch großes Glück haben. So ist in Thüringen das Angeln in der Zeit von 5.00 bis 22.00 Uhr (24.00 Uhr), ohne größere Einschränkungen, möglich. Das heißt, wir können 17 bzw. 19 Stunden am Tag unser Hobby an den Thüringer Gewässern ausüben (siehe Anlagen).  

Jeder hat sicherlich mit verfolgt, wie stark andere Sportarten bzw. Freizeitbeschäftigungen in den vergangenen Monaten durch die Corona – Einschränkungen betroffen sind. Hier ist oft die Ausübung komplett verboten und nicht wenige Sportvereine verlieren aktuell viele ihrer Mitglieder und kämpfen um ihre Existenz. 

Bei allem verständlichen Unmut sollten wir deshalb die Diskussionen sachlich führen, als Solidargemeinschaft handeln und das momentan Mögliche nicht durch eigenes Fehlverhalten gefährden. 

Da es auf Grund ständig neuer Corona – Regelungen schwierig ist den Überblick zu behalten, haben wir für Sie in den nachfolgenden Anlagen das Wichtigste zur Corona – Notbremse der Bundesregierung und zu den aktuellen Regelungen in Thüringen zusammengefasst.

Entsprechend des Infektionsgeschehens können diese Regelungen durchaus gelockert, aber auch verschärft werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter 

https://corona.thueringen.de/
https://www.tmasgff.de/covid-19/rechtsgrundlage

sowie bei den Landkreisen und kreisfreien Städten, wo weitergehende Regelungen möglich sind. 

Bitte beachten: Alle Angaben sind ohne Gewähr und ergeben keinen Rechtsanspruch gegenüber dem LAVT.Auf Grund der Erfahrungen aus der Vergangenheit sind plötzliche Wendungen jederzeit möglich!Bitte informieren Sie sich täglich bzw. bevor Sie das Angeln beginnen. 

Sollten Sie noch Fragen oder Hinweise haben, können Sie sich gern an die Geschäftsstelle des LAVT wenden. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.lavt

Petri Heil
Dietriche Roese, Präsident
André Pleikies , Geschäftsführer

PODCAST #5 LAVT Funkspot zum Saisonstart • April 2021

Radiospot zum Saisonstart April 2021

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Reiten-Jagen-Fischen und Forst finden 2021 nicht statt

Messe Erfurt benennt 1. – 3. April 2022 als neuen Veranstaltungstermin

Die Messe Erfurt sagt die auf Mai verschobenen Veranstaltungen Reiten-Jagen-Fischen – Messe für Freizeit in der Natur – sowie Forst³ – Messe für Wald, Forst und Holz – in enger Abstimmung mit den Fachverbänden der beiden Messen für den 14.-16. Mai 2021 ab.

„Die aktuellen Beschlüsse der letzten Bund-Länder-Konferenz haben leider nicht zur erhofften Planungssicherheit im Hinblick auf mögliche Öffnungsschritte für Messen und Ausstellungen geführt. Es fehlt nach wie vor eine klare Öffnungsperspektive und somit die Planbarkeit unserer Reiten- Jagen- Fischen mit Forst³ im Mai 2021.“ konstatiert Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH.

Über die Öffnungen in der Messe- und Veranstaltungsbranche soll bei der Ministerpräsidenten-Konferenz am 22. März beraten werden. Aufgrund der aktuell steigenden Fallzahlen ist nicht mit einer Öffnung zu rechnen. Damit ist die Möglichkeit zum Re- Start von Messen und Großveranstaltungen weiterhin unklar, ebenso wie die Auflagen, die daran geknüpft sein werden. Viele Aussteller zögern auch auf Grund der fehlenden Öffnungsperspektive mit ihrer Anmeldung zur Reiten-Jagen-Fischen.

Die 22. Reiten-Jagen-Fischen und die 2. Forst³ finden im kommenden Jahr vom 1. – 3. April 2022 auf dem Erfurter Messegelände statt.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.pressebox.de/pressemitteilung/messe-erfurt-gmbh/Reiten-Jagen-Fischen-und-Forst-finden-2021-nicht-statt/boxid/1050557

PODCAST #4: Die Bachforelle in Thüringen

PODCAST #4: Die Bachforelle in Thüringen

Leider ist auch unsere in Thüringen heimische Bachforelle Salmo trutta, immer mehr in ihren Beständen gefährdet. Insbesondere mussten wir ein zunehmendes Verschwinden der lokal angepassten Bachforellenstämme festzustellen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Darum hat der Landesanglerverband Thüringen gemeinsam mit seinen Vereinen und Fischzuchtbetrieben bereits im Jahr 2010 ein Bachforellenschutzprogramm aufgelegt.

Von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT werden aus speziellen Laichfischgewässer des Thüringer Gewässerverbundes, wie zum Beispiel im Bereich Plaue/Arnstadt, aus einem Nebengewässer der Gera, die dort seit Jahrzehnten angestammten Bachforellenlaicher entnommen.

Diese werden dann in der Fischzucht Lehnstedt abgestrichen, die Eier dort erbrütet und die Bachforellenbrut mit Fachkompetenz und viel Liebe aufgezogen.

Die Bachforelle in Thüringen
© Fotos: Fotoarchiv Landesanglerverband Thüringen e.V.

Grundsätzlich versuchen wir möglichst auf Bachforellenlaicher zurückzugreifen, welche aus Gewässern stammen, wo später die Schutzmaßnahmen greifen sollen. 

Vor den Besatzmaßnahmen werden alle Aufzuchtbäche von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT nochmals kontrolliert und für den Besatz vorbereitet.

Wichtig! – Wir versuchen möglichst die Aufzucht der Setzlinge in Rinnen oder Silos zu vermeiden und die Aufzuchtbedingungen so natürlich wie möglich zu gestalten.

Dazu nutzen wir über 30 km Aufzuchtbäche, in denen jedes Jahr über 45.000 Bachforellenbrütlinge ihre Kinderstube finden. 

In der Regel, nach einem Jahr, werden die Bachforellensetzlinge mit einer Größe von ca. 8 -12 cm aus den Aufzuchtbächen abgefischt und in die Ursprungsgewässer der Elterntiere zurückgesetzt. 

Einen kleineren Teil der Brut behalten wir in den Aufzuchtanlagen zurück. Diese werden später bestandsstützend als ein- bzw. zweijährige Bachforellen in die gleichen Hauptgewässer, wie vorher die Setzlinge aus den Bächen, eingebracht.

Die Bachforelle in Thüringen
© Fotos: Fotoarchiv Landesanglerverband Thüringen e.V.

Wir sind stets darum bemüht, trotz des starken Frassdruckes, z.B. durch Kormoran, Mink oder Graureiher, eine möglichst stabile Altersklassenstruktur in den Bachforellenbeständen sicherzustellen.

Jedes Jahr tummeln sich neu über 20.000 natürlich aufgewachsene, gesunde, standorttreue Bachforellensetzlinge allein in der Gera, Ilm und Hörsel. Auch aus seuchenbiologischer und genetischer Sicht ist dies ein praktikabler, erfolgreicher Weg im Interesse des Fischartenschutzes.

Auf Grund unzähliger Störgrößen sowie einer unzureichenden Struktur und Durchgängigkeit unserer Fließgewässer, kann ein Überleben der Bachforelle ausschließlich nur über die natürliche Reproduktion momentan nicht sichergestellt werden.

Wer sich heute gegen Fischbesatz ausspricht, verdrängt die Realität. Trotz Fischartenschutzprogramme ist die von einem zu hohen Kormoranbestand verursachte Gefährdung unserer heimischen Fischarten so massiv, dass die Fischbestände nur durch zusätzliche Hege- und Besatzmaßnahmen gestützt werden können.

Schlusswort
Ist es nicht ein erstrebenswertes Ziel, wenn auch nachfolgende Generationen in unseren Gewässern Fischarten wie die Bachforelle bewundern können?!

Selbst in der deutschen Kulturgeschichte inspirierte die heimische Fischfauna Dichter und Komponisten, so auch im Gedicht „Die Forelle“ von Christian Friedrich Daniel Schubart von 1783.

Die Forelle
In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil’
Die launige Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade,
und sah in süßer Ruh’
des muntern Fisches Bade
im klaren Bächlein zu.

Fischartenschutzprogramme der Angelfischerei können immer nur zusätzliche Initiativen zum Erhalt unserer heimischen Fischfauna sein. Verantwortung tragen alle! 

Wir danken den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT für Ihr ehrenamtliches Engagement und der Fischzucht Lehnstedt für Ihre fachlich kompetente, zuverlässige Unterstützung.

Landesanglerverband Thüringen e.V.

PODCAST #3 Die aktuelle Bestandssituation der Äsche in Thüringen

PODCAST #3 Die aktuelle Bestandssituation der Äsche in Thüringen

Die Äsche (Thymallus thymallus) war noch in den 90-iger Jahren eine in Thüringen weit verbreitete Fischart. Ab 2001 kam es zu einer explosiven Entwicklung und Expansion der Kormorane auch in Thüringen, welche einen täglichen Nahrungsbedarf von über 500 g Fisch je Vogel haben.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Schätzungen Ende der 70-iger Jahre, die zur Unterschutzstellung des Kormorans führten, gingen von ca. 30.000 Kormoranen in Europa aus.

Heute hat sich der Bestand auf über 3 Millionen Vögel entwickelt und dies in Kulturlandschaften, wo der Kormoran kaum natürliche Feinde hat. Der dramatische Rückgang der Äschenbestände in Thüringen steht nachweislich im Zusammenhang mit dem Kormoranphänomen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Aktuell ist die Äsche in der Mehrzahl der Thüringer Fließgewässer bereits verschwunden und in den restlichen Gewässern steht eine, unserer farblich attraktivsten und interessantesten Fischarten, kurz vor der Vernichtung durch den Kormoran. Darum legen der LAVT und seine Mitglieder besonderes Augenmerk auf die Förderung gefährdeter heimischer Fischarten.

Allein den Hege- und Besatzmaßnahmen durch die Angelfischerei ist es zu verdanken, dass es aktuell noch Restbestände der Äsche gibt. Diese kleinen Erfolge sind zeitlich befristet, wenn es nicht grundsätzlich und bald zu einem Umdenken im Artenschutz kommt. 

Auch das Äschenschutzprogramm des LAVT wird vor allem durch das ehrenamtliche Engagement und mit dem privaten Geld der Anglerinnen und Angler sowie in Partnerschaft mit der Thüringer Berufsfischerei realisiert.

Seit 2006 werden jedes Jahr in ausgewählten Gewässerstrecken Laichäschen gefangen, abgestrichen, künstlich befruchtet und erbrütet, die Brut in Teichen aufgezogen und später tausende Äschensetzlinge in die Fließgewässer, wie Gera und Ilm mit einer Größe zwischen 8 bis 12 cm zurückgesetzt. 

Allein durch die Initiativen der organisierten Angelfischerei ist es gelungen, dass es trotz starker Gefährdung, insbesondere durch die zu hohen Kormoranbestände, immer noch Äschen in einigen, wenigen Thüringer Flüssen gibt. 

Wir danken den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Fischartenschutz des LAVT für Ihr ehrenamtliches Engagement und der Fischzucht Lehnstedt für Ihre fachlich kompetente, zuverlässige Unterstützung. 

Landesanglerverband Thüringen e.V.