Hinter der Kormoranrage stehen ernste, fundamentale Fragen darüber, wie wir in Zukunft mit der Natur und natürlichen Ressourcen umgehen. Der Kormoran ist ein besonders auffälliges Beispiel, wie sich eine ursprünglich bedrohte Tierart infolge von Schutz und Förderung so stark vermehrt, dass sie unübersehbare Schäden anrichtet und flächendeckend zur Plage wird.
Fallstudien an unterschiedlichsten Gewässern in Europa zeigen den starken Rückgang des Fischbestandes. Alles zusammen lässt keine Zweifel am Einfluss des Kormorans offen. Die Kapitel „Was in Europas Brutgebieten getan werden sollte!“ und „Was auf EU-Ebene, in Brüssel geschehen sollte“ liefern hier auf wissenschaftlichen Studien basierende Argumente und zeigen die vernünftigste Lösung auf: Bestandsmanagement.
Diese Dokumentation beleuchtet auf 168 Seiten umfassend und verständlich das jahrzehntelange Problem aus der Sicht des Fischschutzes. Das Werk wendet sich vor allem an Personen, die der Fischerei und dem Fischschutz nahe stehen, sollte aber auch für Leser aus dem Kreis der Politik, der Medien und des Natur- und Vogelschutzes die Problematik so differenziert und objektiv darstellen, dass sie sich selbst ein ausgewogenes Urteil bilden können.
Das Buch ist das Ergebnis der jahrelangen, von Dr. Franz Kohl geleisteten Arbeit als Wissenschaftler und Vorsitzender der „Task Force Cormorants“ der European Angler Alliance.
Die Studie ist erhältlich beim Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz Sonja Behr: office@oekf.at oder Tel. 0043 1 869 53 00. Preis: € 14,50 zuzüglich Versandkosten.
Seit diesem Jahr gibt es im Gewässerverbund ein neues Gewässer. Das ist der Barschsee, nach dem Gewässerverzeichnis die Nr. 47, der dort recht schlicht und einfach beschrieben ist.
Ein solch junger Kiessee wird einige Jahre benötigen, um an bestehende Gewässer anknüpfen zu können. Man kann bereits angeln und es sind auch Fische vorhanden, auch die erste „eigene“ Fischbrut findet man schon. Also fehlt nur noch eins, die Pflege rund herum.
Diese haben im September die Thüringer Angelfreunde im Polizeisportverband Erfurt e.V. übernommen. Auch wir haben uns entwickelt. Von einem Verein mit ca. 50 Mitgliedern, der kaum in Erscheinung trat, zu einem über 200 Sportfreunde starken Verein, der regelmäßig mit seiner Jugendgruppe an den Veranstaltungen des Landesverbandes teilnimmt und auch dort den ein oder anderen Erfolg verbuchen konnte.
Am 29.09.2012 um 14:00 Uhr hatten wir den ersten Arbeitseinsatz am Barschsee. Die Arbeitsgeräte waren schnell in der Geschäftsstelle reserviert und am Vortag abgeholt.
Bei herrlichstem Sonnenschein trafen sich fast 60 Sportfreundinnen und Sportfreunde am Denkmal. Für die Einweisung in die Technik war Sportfreund Kloß von den Brühler Angelfreunden vor Ort und kümmerte sich gut um alles. Da sich Disteln, Kletten und andere Wildkräuter den ganzen Sommer über frei entfalten konnten, war auch mehr als genug Arbeit da. Dem teilweise über meterhohen Bewuchs wurden wir dank der Freischneider vom LAVT schnell Herr und die Uferzone am Westufer bekam ein neues Gesicht. Die Jugendgruppe wappnete sich mit Müllbeuteln, um den Unrat anderer zu beseitigen. Immerhin wurden stattliche 60 kg Müll beseitigt. Natürlich macht so viel Arbeit auch hungrig und durstig.
Bastian und André besorgten Grillgut und Getränke und mein Detlef heizte den Grill an. An dieser Stelle, ein Dank an die Freiwillige Feuerwehr Udestedt, die uns den Bratwurstrost schon oft zur Verfügung stellten.
Gegen 17:30 Uhr war dann schon ein gutes Ergebnis zu sehen. Wir hatten ca. 300 m vom Ufer zum Reihersee wieder begehbar gemacht und die Freifläche vor dem Denkmal bereinigt. Auch am Nordufer wurde bereits begonnen.
Beim 2. Arbeitseinsatz, eine Woche später, starteten wir früh um 8:00 Uhr. An diesem Samstag wurde der restliche Uferbereich zum Reihersee frei geschnitten und am Nordufer kamen wir bis zum Steilbereich. Nun waren auch wieder die ersten wilden Weidenstecklinge und Schilfpflanzen zu erkennen. Bei diesem Einsatz wurden gleichzeitig die ersten organisatorischen Mängel abgestellt, denn auf diesem Gebiet sind wir noch lernfähig.
Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sieht, wie der Barschsee ein neues Gesicht bekommt und die Sportfreundinnen und Sportfreunde etwas geleistet haben. Beim 2. Einsatz waren fast 30 m³ Grünabfälle angefallen, die bei den Stadtwerken Erfurt entsorgt wurden.
Noch weitere zwei Arbeitseinsätze folgten, und der letzte sogar im ersten Schneegestöber dieses Jahres. Aber auch hier waren fleißige Sportfreunde für „unser Gewässer“ im Einsatz.
So erhält der Barschsee nach und nach vom ersten Arbeitseinsatz bei stahlendem Sonnenschein (am 29.September) bis zum letzten Arbeitseinsatz im Schnee (am 27. Oktober) ein neues Gesicht. Geschehen nicht nur durch die Jahreszeiten, nein, auch durch die Hände vieler fleißiger Anglerinnen und Angler.
Deshalb möchte ich mich bei allen beteiligten Mitgliedern für diese Unterstützung noch einmal ausdrücklich bedanken, natürlich auch beim Vorstand, den Mitarbeitern des LAVT und Achim Kloß. Übrigens: Bei den vier Einsätzen wurden durch die 112 Mitglieder 336 Stunden für die Gewässerpflege erbracht. Das ist der Beitrag zum Naturschutz, den wir Angler leisten, den aber nur wenige Menschen richtig würdigen.
Wir werden auch in den kommenden Jahren am Barschsee fleißig sein und Ihn zu einer Idylle für Angler und andere Naturliebhaber machen und damit zeigen, dass Angeln auch etwas mit AKTIVEM Naturschutz zu tun hat.
Der Landesanglerverband Thüringen e.V. bot am 12. Mai 2012 interessierten Jugendlichen vom Thüringer Gewässerverbund die Möglichkeit, an einem Fliegenfischerkurs teilzunehmen.
Treffpunkt war um 10.00 Uhr der Alte Bahnhof in Tannroda. Nachdem sich 40 Teilnehmer eingefunden hatten, fuhren wir gemeinsam an die Ilmwiesen hinter dem Sportplatz Tannroda. Dort wurden wir von den erfahrenen Fliegenfischerfreunden vom Team Michael Müller aus Bad Berka empfangen. Nach kurzer Begrüßung wurde an mehreren Stationen den interessierten Angelfreunden einen Überblick über das umfangreiche Repertoire des Fliegenfischens geboten. Der Stand von Stephan Beier war dauerbelagert. Das Fliegenbinden war von ihm in einer sehr guten Art und Weise demonstriert worden.
Jens Golm und Hans Jörg Klein hatten alle Hände voll zu tun, um den künftigen Fliegenfischern das richtige Werfen zu lehren. Der erfahrene Fliegenfischer Jens Dümmler konnte viele wertvolle Tipps über Material-, Montagen- und Gerätezusammenstellungen geben und Fliegenfischerurgestein Siegfried Panßer hatte so einiges über Insekten, die Hauptnahrung der Salmoniden, zu berichten und so manchen Tipp aus seiner Trickkiste auf Lager. Nachdem sich alle ausreichend gestärkt hatten, ging es endlich an die nahe gelegene Ilm, um das Gelernte praktisch umzusetzen. Zwar wurden keine riesigen Fänge gemacht, aber darum ging es auch nicht. Wichtig war doch allein die Tatsache, dass das Gelernte funktioniert. Alles Andere bringt dann die Erfahrung mit sich, die sich mit jedem Gang an das Angelwässer erweitert. Eine schöne Veranstaltung ging zu Ende und wir sind uns sicher, dass sich heute wieder einige Freunde des Fliegenfischens gefunden haben.
Ein fachlicher Standpunkt zum Artenschutz, welcher nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen muss. Die folgenden Darlegungen des Verfassers regen jedoch zur Diskussion und zum Vergleich der Situation in Thüringen an.
Je mehr Arten „unter Schutz“ gestellt wurden, desto länger wurden auch die „Roten Listen“. Verwundert reiben wir uns die Augen: Das kann doch nicht wahr sein! Das darf nicht sein! Wozu nahmen wir die umfangreichen Einschränkungen, die uns der Artenschutz aufgezwungen hat, all die Jahre hin, wenn sie doch nahezu nichts genutzt haben?
Warum wurden große Naturschutzverwaltungen aufgebaut, mit qualifizierten Fachkräften besetzt und mit der Verfügung über millionenschwere Artenhilfsprogramme und zahlreiche andere Schutzmaßnahmen ausgestattet, wenn ihr Einsatz keine nachhaltige Verbesserung gebracht hat? Was lief, was läuft da falsch im deutschen Artenschutz? Mir drängte sich bei der genaueren Betrachtung der letzten „Roten Listen“ der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Bayern gar die ketzerische Frage auf: Wie würde unsere Natur ohne die Artenschutzgesetze und -verordnungen, die seit der großen Wende im Naturschutz, dem ‚Europäischen Naturschutzjahr’ von 1970, über uns gekommen sind, heute aussehen? Hätten die alten, die einfachen und nachvollziehbaren Bestimmungen ausgereicht? In welchem Verhältnis stehen Aufwand und Ergebnis wirklich zueinander?
Mit diesen Gedanken im Kopf, vertiefte ich mich vor über einem Jahrzehnt in die „Roten Listen“ für Bayern. Sie beeindrucken mit rund 16.000 „erfasster Tierarten“ und 1,3 Millionen Nachweisen von 163.000 Fundorten. Das ist eine ganze Menge, denkt man sogleich. Doch ein genauerer Blick ernüchtert. Der Durchschnitt ergibt äußerst magere 80 Einzelnachweise pro Tierart für das über 70.000 Quadratkilometer große Land oder nur noch gut einen Nachweis auf 1.000 Quadratkilometer. Ist also das Ergebnis, dass rund die Hälfte, 51 Prozent, aller in Bayern vorkommenden Tierarten in einer der Gefährdungskategorien zu finden ist, einfach den viel zu kleinen Stichproben und der weitaus zu lückenhaften Untersuchung zuzuschreiben? Ich meine nicht und schließe mich den sehr vorsichtigen Schlussfolgerungen der Bearbeiter und ihren Vergleichen mit den früheren „Roten Listen“ an. Der hohe Grad der Gefährdung ist gegeben. Er liegt sogar aller Wahrscheinlichkeit noch beträchtlich höher, weil für viele der als (noch) häufig (genug) eingestuften Arten tatsächlich sehr starke Rückgänge seit den letzten Erhebungen zu den „Roten Listen“ Anfang der 1990er Jahre zu verzeichnen waren.
Die Stärke der Abnahmen beunruhigt dabei viel mehr als der gegenwärtig erreichte Gefährdungsgrad. Feldlerchen sind in Bayern so selten geworden, dass man sie am besten am Münchner Großflughafen sucht! Rebhuhn und Kiebitz verabschieden sich; der Wiedehopf ist so gut wie verschwunden. Der als ausgesprochen robust erachtete und nicht unter den gefährdeten Arten eingestufte, sondern lediglich in der‚ Vorwarnliste’ geführte Braune Bär (Arctia caja), ein Nachtfalter aus der Familie der Bärenspinner, nahm seit den 1970er Jahren nach Ergebnissen von Lichtfallenuntersuchungen auf weniger als ein Zehntel der früheren Häufigkeit ab.
Für die Erhaltung der Ackerwildkräuter, also den einst so verhassten Unkräutern, erhält die Landwirtschaft seit Jahren Millionen Euros Ausgleichszahlungen. Dennoch überleben diese Pflanzen am ehesten noch innerhalb der Orte, zumal in den Städten.
Über Rückgänge und Artenverluste wird landauf landab geklagt – kaum jedoch in den Städten. In diesen nahm die Vielfalt zu; je größer die Stadt, umso artenreicher ist sie geworden! In Berlin kommen Angehörige von rund zwei Drittel aller in ganz Deutschland regelmäßig brütenden Vogelarten vor. Um 15 bis 30 Prozent liegt der Artenreichtum der Städte über dem Landesdurchschnitt, der ihrer Flächengröße entsprechen würde.
Inseln der Artenvielfalt haben sich also ausgerechnet dort entwickelt, wo dies der Artenschutz am wenigsten erwartet hatte. Die „Unwirtlichkeit der Städte“ mochte früher aus soziologischer Sicht eine passende Charakterisierung gewesen sein. Heute ist die „Unwirtlichkeit des Landes“ die treffende Kurzbezeichnung für den Schwund der Artenvielfalt. Die Schutzmaßnahmen sollten aber gerade auf dem Land, ‚draußen in der Natur’ greifen. In den Städten beschränkte sich der Schutz weitgehend auf die Erhaltung alter Bäume („Achtung: Fledermausbaum“) und das Aufhängen von Nistkästen („Singvogelschutz“). Dennoch finden sich manch rare Arte kaum weniger selten in den Städten als in Naturschutzgebieten. In der Stadt werden sie eher zum großen Hemmnis für Bauund Siedlungstätigkeit. Mit dem Vorkommen von „Rote Liste Arten“ werden Veränderungen blockiert oder unmöglich gemacht, was dem Naturschutz nicht gerade Freunde bringt. Der Artenschutz ist hier zu einem Behinderungs- und Verhinderungsinstrument umfunktioniert worden!
Besonders stark behindert werden Lehre und Natur-Forschung, weil die Schutzbestimmungen die Nutzung von Arten für den für Schul- und Hochschulunterricht in der Praxis fast unmöglich machen. Längst wäre ein Konrad Lorenz nicht mehr möglich, weil der Artenschutz das Interesse an der Tierhaltung bei den Jugendlichen im Keim erstickt. Nestjunge Dohlen dürfen, wie viele der Tiere, deren Verhalten der junge Lorenz beobachtete, nicht mehr privat aufgezogen werden. Sogar das Mitverfolgen der Entwicklung von Frosch- oder Molchlaich über die fischartigen Kaulquappen zu den fertigen Landtieren oder die Umwandlung der Raupen des Tagpfauenauges zu Puppe und Schmetterling – mit dem Wunder des Schlüpfens aus der Puppenhülle – fallen unter das Artenschutztabu. Die genauere Beschäftigung mit der Natur bedarf der Ausnahmegenehmigung! An das früher übliche und für viele Biologen, die sich dann auch mit der Natur beschäftigten und nicht nur im Labor wesenlose Erbsubstanz aus irgendwelchen Proben analysieren, in ihrer Kindheit und Jugend prägende Sammeln von Käfern, Schmetterlingen oder anderen Insekten ist gar nicht mehr zu denken.
Die zum Sammeln (vom Staat) bestimmten Forschungsmuseen tun sich ungleich leichter, irgendwo in fernen, „unterentwickelten“ Ländern zu forschen als die Sammlungen als Dokumentation für Entwicklungen und Veränderungen im eigenen Land weiter zu führen. Von den 1,3 Millionen „Daten“ der bayerischen „Roten Listen“ gibt es kaum irgendwelche Belege in staatlichen Sammlungen. Die Angaben sind damit nicht nachprüfbar. Kurz und schlecht: Der Artenschutz kam zur größten, aber gänzlich unpassenden Wirkung in Bereichen, die mit dem Schutz der Arten direkt gar nichts zu tun haben. Indirekt entzieht er sich selbst die Basis, weil er das Interesse an Tieren und Pflanzen zu sehr beschränkt.
Unwirksam blieb der Schutz jedoch dort, wo er eigentlich gewirkt haben sollte, nämlich draußen auf dem freien Land, in Feld und Flur, Wald und Wasser. Dort haben die Nutzer das Sagen und der Schutz hat keine Chance. Die direkten und die indirekten Auswirkungen der Landwirtschaft verursachten etwa 70 bis 80 Prozent der Rückgänge bei Tieren und Pflanzen. Weitere 15 bis 20 Prozent stellen sich bei genauerer Betrachtung als Folgen von Maßnahmen des Umwelt- und Naturschutzes heraus. Eine solche Erkenntnis aus den „Roten Listen“ ziehen zu müssen, fiel mir als überzeugter Naturschützer zugegebenermaßen sehr schwer, auch wenn ich seit zwei Jahrzehnten immer wieder auf genau diese Folgen aufmerksam zu machen versuchte. Denn viele Maßnahmen, die vom Naturschutz in den 1960er und 1970er Jahren gefordert oder massiv unterstützt worden sind, erweisen sich für die Artenvielfalt unseres Landes abträglich.
Die vielen kleinen „Eingriffe“ in die Natur, das wissen wir längst, sind keine „Störungen“, sondern unverzichtbare Bestandteile der Dynamik, die früher Land und Wasser so vielfältig gemacht hatten. Die Überdüngung der Fluren ist der Hauptfeind der pflanzlichen Artenvielfalt, der einseitige Entzug organischer Stoffe im Zusammenhang mit der „Verbesserung“ der Wasserqualität die Ursache für den Rückgang vieler Tierarten in den Gewässern. Ausgehungert werden die Fließgewässer, denen die Auen als die natürlichen Lieferanten von organischen Stoffen zugunsten der nicht benötigten landwirtschaftlichen Produktion weggenommen worden sind.
Rekultivierung, Begrünung, Bepflanzung offener Stellen und weitestgehendes Verbot von Abgrabungen außerhalb der Großabbaugebiete fügen weitere Artenverluste hinzu – wie auch die angestrebten Änderungen in der Waldbewirtschaftung und in beängstigendem Maße der Anbau von Pflanzen zur Biospritgewinnung. Der Gründe für das Versagen der Artenschutzbestimmungen gibt es viele – die naturverbundene Bevölkerung gehört jedoch nicht zu den Verursachern. Sie aber trifft der Artenschutz. Ihr erschwert oder entzieht er den Zugang zur lebendigen Natur. Die Erfolge, die wirklichen Erfolge des Artenschutzes, die gab es bei jenen Arten, die früher stark verfolgt wurden. Wanderfalke und Seeadler, Uhu und Enzian sind die Erfolgsträger. Von Anfang an hatten sie das werden sollen.
Die Urväter des Artenschutzes lagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts richtig; die Enkel mit den „verbesserten Bestimmungen“ ziemlich sicher nicht! Der heutige Artenschutz bedarf dringendst einer umfangreichen Entrümpelung. Im Interesse der zu schützenden Arten! Wahrscheinlich wäre es tatsächlich besser um den Artenschutz bestellt, wäre er auf die Kernarten beschränkt geblieben. Der Naturschutz sollte die Mittel und das Personal, das ihm – privat und staatlich – zur Verfügung steht, in den Flächenschutz und seine Entwicklung draußen stecken. Dorthin also, wo es sich lohnt für den Artenschutz und auch für die naturverbundene Bevölkerung.
Kurz vorgestellt: Der Zoologe und Ökologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf lehrte 30 Jahre lang „Naturschutz“ an der Technischen Universität München und war Leiter der Abteilung Wirbeltiere an der Zoologischen Staatssammlung München. Dieser Artikel war bereits in der Zeitschrift Natur+Kosmos veröffentlicht worden. Die hier gedruckte Fassung enthält aktualisierende Änderungen.
Die achtlose, zum Teil gezielt betriebene billige Entsorgung von Müll an und in unseren Thüringer Gewässern ist ein bekanntes und leider zunehmendes Problem. Allein an den Gewässern des Thüringer Gewässerverbundes des LAVT werden jährlich ehrenamtlich von den Mitgliedern der Pflegevereine und den Mitarbeitern des LAVT mehrere Tonnen Müll beseitigt und auf Kosten der Angler entsorgt. Dabei müssen wir leider immer wieder feststellen, dass sich an der Mehrzahl der Gewässer allein die Angelfischer für deren Sauberhaltung verantwortlich fühlen. Wir vermissen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, regelmäßig bei der Gewässerpflege all die anderen Gewässernutzer.
Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Anglervereine und Ihre Mitglieder oft als einzige Personengruppe für die Ausübung Ihres Hobbys an und auf den Gewässern zahlen müssen. Allein die stetig steigenden Kosten für die Gewässerpachten und behördlichen Gebühren sind nicht unerheblich. Dennoch investieren die Angler in Thüringen zusätzlich jedes Jahr mehrere Millionen Euro in den Gewässer- und Fischartenschutz. Neben der Entsorgung des Mülls spielt die Pflege und die Erhaltung unserer Thüringer Gewässer durch die Angelfischerei eine immer größere Rolle.
Gewässerpflege kostet sehr viel Geld und benötigt Personal. Beides ist bei den Gewässern I. Ordnung (verantw. Freistaat Thüringen) und den Gewässern II. Ordnung (verantw. Kommunen) nur begrenzt vorhanden.
In vielen Bereichen, zum Beispiel an Stauanalgen wie Talsperren und Speichern, fehlen mittlerweile die Schäfer mit ihren Herden, welche in der Vergangenheit die Landschafts- bzw. Dammpflege übernahmen. Besonders künstlich angelegte Gewässer wie Teiche, Kiesgruben, landwirtschaftliche Speicher etc. benötigen in unserer Kulturlandschaft ein Mindestmaß an Pflege-, Erhaltungs- und Standsicherungsmaßnahmen. Nur so können sie auch als wertvolle Biotope mit einer artenreichen Flora und Fauna langfristig erhalten werden.
Unser Verband engagiert sich schon seit Jahrzehnten für den Erhalt unserer Thüringer Gewässer als Erholungsraum für die Allgemeinheit und als Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna. Dabei ist uns stets an einem konstruktiven, sachlichen Miteinander aller Beteiligten gelegen. In diesem Zusammenhang würden wir uns einen offeneren Dialog und mehr Unterstützung, insbesondere von einigen Naturschutzbehörden, sowie modernere Konzepte bei der Erhaltung von Gewässern als wichtigen Natur- und Lebensraum wünschen.
Um die zunehmenden Gewässererhaltungsund pflegearbeiten weiterhin absichern bzw. noch effektiver gestalten zu können, wurde in den vergangenen Jahren im Thüringer Gewässerverbund weitere moderne Technik wie verschiedene Großmäher, ein leistungsfähiger Häcksler (Hacker), mehrere Motorsägen, Motorsensen, Freischneider Astsägen etc. angeschafft.
Damit sich die Angler das für die Bedienung und Wartung notwendige Wissen aneignen können sowie um allen arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben gerecht zu werden, bot der Thüringer Gewässerverbund des LAVT für die Mitglieder seiner Pflegevereine im I./II. Quartal 2012 mehrere entsprechende theoretische und praktische Lehrgänge an. Die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang wurde durch die Firma Herkules durch Ausstellung einer Urkunde/Zertifikat jedem Teilnehmer bestätigt. Interessenten wurde außerdem der Erwerb eines Kettensägeführerscheines ermöglicht.
Je nach Bedarf werden zukünftig weitere Lehrgänge angeboten. Um die Gewässerpflegeeinsätze bzw. die Bereitstellung der dafür notwendigen Technik durch die Geschäftsleitung des LAVT optimal koordinieren zu können, ist durch die Vereine die rechtzeitige Einreichung der im Jahr geplanten Arbeitspläne notwendig.
Auf Grund zunehmender Aufgaben bei der Erhaltung und Pflege der Gewässer sowie durch das Pachten weiterer Gewässer macht sich zukünftig eine Überarbeitung bzw. der Abschluss neuer Gewässerpflegevereinbarungen notwendig. Dazu wird sich in den kommenden Monaten mit den jeweiligen Anglervereinen abgestimmt.
Wir glauben, dass der Landesanglerverband Thüringen e.V. und sein Gewässerverbund, welcher neben der hier vorgestellten Gewässerpflegetechnik außerdem eine umfangreiche Fischereitechnik vorhält, gut gerüstet sind, sich den neuen Aufgaben und Herausforderung verantwortungsvoll zu stellen.
Auch wenn das einiger Kritiker nicht gern wahr haben wollen, die Angelfischerei in Thüringen, so auch die Mitglieder unseres Verbandes, leistet mit ihrer Arbeit aktiven Gewässer- und Naturschutz sowie einen wertvollen Beitrag für den Gemeinnutz.
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