15.08.2010 | Jugendevents
Petrus meint es wieder gut mit der Jugend, denn am 14. und 15. August fanden in Herbsleben, wie schon die Jahre zuvor, die Jugendangeltage des TLAV statt. Trotz sintflutartiger Regenfälle an den Tagen zuvor und schlechten Wetterprognosen blieb es an diesem Wochenende trocken.
176 Jugendliche und 40 Betreuer zog es letztendlich Samstagvormittag zu den Silikatgruben, wo sofort das Rennen um die begehrtesten Plätze begann.
Die zahlreichen Jungangler konnten es kaum erwarten ihre Ruten, in der Hoffnung einen großen Fisch an den Haken zu locken, auszuwerfen. Den offiziellen Startschuss gaben der Vizepräsident des TLAV, Herr Ambrosy, der Geschäftsführer des TLAV, Herr Pleikies, mit einer informativen Eröffnungsrede Thüringer Jugendangeltage in Herbsleben und einem verheißungsvollem Petri Heil und der Vorsitzende des Sportfischervereins Unstrut e.V. Herbsleben, Bernd Nähter. Der Bürgermeister der Stadt Herbsleben, Herr Kühmstedt, sponserte für den Königsfischer sogar einen großen Pokal.
Erfreut waren wir als der Geschäftsführer des DAV – Landesanglerverbandes Brandenburg e.V., Herr Koppetzki, allen Teilnehmern erlebnisreiche Jugendangeltage und möglichst viele Fische am Haken wünschte. Er unterstrich die seit Jahren überaus freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem TLAV und wir erfuhren, dass er ursprünglich sogar aus Thüringen kommt. Bei seinem freundlichen Grußwort stellte ich mir automatisch die Frage: „Warum ist diese gute Zusammenarbeit mit dem mitgliederstärksten DAV – Landesverband in Deutschland möglich, aber mit den DAV – Verbänden in Thüringen nicht?“
Auch dieses Jahr gab uns wieder eine Vielzahl von Gästen die Ehre. Herr Karl-Heinz Müller, Referatsleiter für Forsten, Jagd und Fischerei im Thüringer Ministerium für LFUN, schien sichtlich beeindruckt von dieser hervorragend organisierten Großveranstaltung und den zahlreichen Teilnehmern.
Nach der Eröffnung wurde für das leibliche Wohl gesorgt, denn mit gefülltem Bauch lässt es sich doch gleich viel besser angeln. Leckeres Spanferkel, Bratwürste, Folienkartoffeln und Räucherforellen standen auf dem Speiseplan. Nach und nach begaben sich jedoch die jungen Sportsfreunde wieder zu ihren Ruten und das nicht ohne Erfolg. Kurze Zeit später gelang es mehreren Petrijüngern einige kapitale Spiegelkarpfen von über 20 Pfund zu landen.
Weitere schöne Fische folgten in kurzer Zeit unter anderem einige beachtliche Schleien, aber auch gute Weißfische. Die Räuber waren ebenfalls aktiv und so gelang einem Herbslebener Jungangler der Fang eines 76 cm Hechtes auf toten Köderfisch. Doch auch die Barsche ließen sich nicht lumpen und bescherten so manchem Angler eine große Freude. Neben den „normalen“ Fischen wurden auch Exoten gefangen, nämlich 2 Graskarpfen und eine kapitale Räucherforelle, welche ein Angelfreund morgens völlig überrascht aus dem Wasser zog. Diese hatten ihm seine Vereinskameraden in der Nacht heimlich an den Haken gehangen.
Weitere Höhepunkte neben den vielen Fischen waren wieder einmal die zahlreichen informativen Vorführungen der Angelprofis, die den Junganglern in Sachen Köderführung, Köderpräsentation und Gerätekunde kompetent Auskunft gaben. Gut besucht war auch der Fliegenfischerstand mit Michael Schau sowie der Gerätestand mit Thomas Müller und Enrico Matthes, an dem sich die Jugendlichen Montagen bauen lassen konnten und auch Informationen zum Gewässer bekamen. Viele Jugendliche zog es auch zum Stand von Wolfgang Wehnemann und dies nicht nur weil es da so verlockend nach Räucherfisch roch. Mit viel Geschick zeigte er den Junganglern das richtige Schlachten, Filetieren und Räuchern von Fischen und vermittelte viel Wissenswertes zum erfolgreichen Raubfischangeln. Nach einem interessanten Angeltag kam die Stärkung durch das üppige Abendessen nicht ungelegen. Die Verpflegung war wie immer super. Nach dem Schmaus stand wieder das Angeln im Vordergrund. Mit der Dämmerung stieg die Spannung und die ersehnten Bisse blieben nicht aus. Schleien und Brassen bissen im Wechsel und später wurden auch die Schleicher aktiv und nicht nur die kleinen. Aale von über einem Kilo wurden an diesem Wochenende gefangen.
Am nächsten Morgen wurden die Fänge der Nacht begutachtet und in die Wertung gegeben. Jeder hoffte auf eine gute Platzierung und einen schönen Preis. Doch auch wer ohne Fisch blieb, hatte nun beim Zielwerfen auf das Arenbergtuch die Chance, einen attraktiven Preis zu gewinnen. Besonders bemerkenswert ist die Leistung von Chris Süßemilch vom AV Sondershausen e.V., der beim Werfen aufs Arenbergtuch als einziger unter allen Teilnehmern 50 von max. 50 Punkten erreichte und damit einen Sportsfreund mit 48 Punkten auf den Platz zwei verwies.
Es war Mittagszeit und die fleißigen Frauen wirbelten schon wieder am Verpflegungsstand. Einige Kinder machten schon lange Hälse, um zu sehen, was es wohl zu essen gibt. Plötzlich war ein lautes Signalhorn zu hören und kurze Zeit später fuhr unter Jubel die Herbslebener Feuerwehr mit einer großen Gulaschkanone ein. Schnell war diese von unzähligen hungrigen Petrijüngern umstellt, die schon laut mit ihren Tellern und dem Besteck klapperten. Kompliment an die Herbslebener Feuerwehr, euere Nudeln mit Tomatensoße und Wurst waren einfach spitze. Gegen 14 Uhr war es dann endlich so weit und die langersehnte Siegerehrung begann. Prämiert wurden in jeder Kategorie die besten 4 Fische. Die Hochwertigen und gut gewählten Sachpreise zauberten ein Lächeln auf die Gesichter der Gewinner, leer ging aber keiner aus, jeder bekam eine Medaille und einen kleinen Sachpreis beim Casting.
Wir erinnern uns an die Räucherforelle, welche am Morgen aus dem Wasser gezogen wurde. Als der „Fänger“ vom Geschäftsführer des TLAV nach vorn gerufen wurde und für diesen außergewöhnlichen Fang einen attraktiven Sachpreis erhielt, war er an diesem Tag zum zweiten Mal überrascht. Am Morgen noch etwas sauer über den Scherz seiner Freunde, strahlte er nun doch übers ganze Gesicht und freute sich über seine neue Angelrute.
Auch diese Jugendangeltage waren wieder ein voller Erfolg. Die Betreuung und Verpflegung waren wie immer hervorragend, die Organisation stimmte bis ins kleinste Detail, selbst das Wetter spielte mit. Ein wirklich gelungenes Jugendlager ging zu Ende und dies alles war nur durch das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und der Geschäftsleitung des TLAV, sowie des Sportfischervereins Unstrut e.V. Herbsleben möglich. Ein recht herzliches Dankeschön an alle, die an der Organisation und der Ausführung beteiligt waren. Wir, die Jugendgruppe aus Sondershausen, nehmen immer sehr gern an diesem Event teil und werden auch in Zukunft dieses nicht verpassen. Für uns verlief dieses Wochenende mehr als erfolgreich. So holte unser kleines Team in 3 von 11 Kategorien Platz 1, in einer Platz 3 und auch der „undankbare“ Platz 4 war uns 2 mal beschert.
Die Jugendgruppe des AV Sondershausen e.V.
Nochmals einen großen Dank an den TLAV und den Sportfischerverein Unstrut e.V. Herbsleben.
Die Jugendgruppe des AV Sondershausen e.V. und Sandro Schüßle,
Jugendwart des AV Sondershausen e.V.
10.08.2010 | Fischarten- & Gewässerschutz
Im Rahmen der Sanierung des Espachteiches machte sich seine Abfischung notwendig und unser Verband wurde um fachliche Unterstützung gebeten. In Vorgesprächen mit dem Abteilungsleiter des Garten- und Friedhofamtes, Bereich Planung und Neubau, Herrn Dr. Kirsten, und seinen Mitarbeiterinnen, Frau Liebetrau und Frau Hamann, wurde der voraussichtliche Termin und die Vorgehensweise bei der Entnahme und dem Umsetzen der Fische abgestimmt.
Letztendlich musste die Abfischung danndoch früher als geplant durchgeführt werden.
Trotz Urlaubszeit organisierten wir ein Abfischteam und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der Stadtverwaltung Erfurt konnte unser Verband die Abfischung kurzfristig realisieren.
Wie abgestimmt, waren wir mit der notwendigen Fischerei- und Transporttechnik und acht Personen am 10.08.2010, 8.30 Uhr, für die Abfischung bereit. Der noch zu hohe Wasserstand im Gewässer ließ jedoch anfangs keine Abfischung zu. So musste der Espachteich zuerst auf den notwendigen Wasserstand abgelassen werden. Gleichzeitig reinigten ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Erfurt und Helfer unseres Verbandes den Ablauf, einschließlich Ablaufrinne, von Schlamm und Treibgut.
Schon beim Ablassen wurde deutlich, dass sich die Abfischung schwierig gestalten wird. Der Teich war stärker verschlammt als erwartet und der Wasserspiegel auf der gesamten Gewässerfläche auf fast gleich hohem Niveau. Der Teich hatte zum Ablauf hin kaum ein Gefälle und weder die erhoffte tiefere Rinne in der Mitte des Teiches noch ein tieferer Bereich in Abflussnähe (auch Fischgrube genannt) waren vorhanden. Im Gegenteil, die leicht „tieferen“ Stellen befanden sich in Nähe des zwischenzeitlich geschlossenen Einlaufes. Die schmale, von Schlamm freigemachte Betonrinne am Auslauf des Gewässers konnte so nur bedingt für die Abfischung genutzt werden.
Auf Grund der vorgefundenen, kurz dargestellten Situation muss festgestellt werden, dass es ohne die gezielte Abfischmaßnahme und Entnahme der Fische zu erheblichen Fischverlusten gekommen wäre.
Nachdem gegen 10.30 Uhr der gewünschte Wasserstand erreicht und die Fischtransportbehälter mit Frischwasser gefüllt waren, wurde zuerst das Elektroabfischgerät eingesetzt. Insgesamt konnten mit dem Elektrofischfanggerät 110 kg Plötzen und 11 kg Gründlinge abgefischt werden. Diese Fische setzten wir nach Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde in die Gera (Flutgraben) von Laichschonstrecke Papiermühlenwehr bis Brücke Löberstraße um.
Die starke Verschlammung des Espachteiches und die fehlenden tieferen Wasserbereiche zwangen uns, die Abfischung mit dem Elektrofischfanggerät gegen 15.00 Uhr einzustellen. Durch die zunehmend schlechter werdende Leitfähigkeit im schlammreichen Wasser war das E – Gerät nicht mehr im vollen Umfang leistungs- bzw. funktionsfähig.
Ein Abfischen mit der Teichwade wurde zwar versucht, doch es verfing sich einfach zuviel Schlamm im Netz. Das Ziehen der Teichwade war auf Grund des schlammigen Teichbodens kaum möglich. Auch wären die Fischverluste zu groß gewesen. So entschlossen wir uns, den hinteren Bereich in Nähe des Einlaufes mit Netzen abzusperren, so dass zwei separate „Becken“ entstanden. Die Helfer unseres Verbandes haben mit Handkeschern die abgesperrten Bereiche, soweit möglich, abgefischt. Fischarten wie Karpfen, Schleien, Giebel, Karauschen, Plötzen, Barsche und Gründlinge konnten geborgen werden. Unter den genannten schwierigen Bedingungen war die Abfischung für alle Beteiligten eine echte Herausforderung.
Auf das Aussortieren von weiteren Plötzen und Gründlingen für die Gera (Flutgraben) haben wir verzichtet, um den Stress für die Fische und damit die Verluste möglichst gering zu halten. Alle weiteren Fische wurden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden in ein geeignetes Gewässer umgesetzt.
Die dargestellte Situation führte dazu, dass der für die Abfischung geplante eine Tag nicht ausreichte und am 11. und 12.08. weitere Fische aus dem Gewässer geborgen bzw. tote Fische abgelesen werden mussten.
Mit unserem Fischtransporter und den getrennt voneinander laufenden beiden Belüftungssystemen war ein tierschutzgerechter Transport der Fische jederzeit garantiert. Da der Einsatz der Fischereitechnik und des Personals auch Kosten verursacht, haben wir uns gefreut, dass das Angebot von unserem Verband durch die Stadtverwaltung Erfurt bestätigt und das Geld zwischenzeitlich schon überwiesen wurde. Dieses haben wir vorrangig für eine größere Reparatur unseres Elektroabfischgerätes verwendet.
Insgesamt kann sich das Ergebnis der Abfischung, insbesondere unter Berücksichtigung der sich am Gewässer gezeigten ungünstigen Bedingungen (Bodenprofil, Gefälle, Verschlammung) sowie der Kurzfristigkeit der Maßnahme, durchaus sehen lassen. Es wurden 264 kg Fische abgefischt. Die Fischverluste waren mit ca. 20 kg Weißfischen sehr gering.
André Pleikies, Geschäftsführer TLAV
05.06.2010 | Jugendevents
Seit Dezember 2009 ist der Thüringer Landesangelfischereiverband e.V. (TLAV) Fischereipächter des Naturbades Magdala. Von Anfang an hat sich zwischen der Stadtverwaltung Magdala, insbesondere mit dem Bürgermeister Herrn Mario Haßkarl und dem Objektleiter Herrn Dieter Friedmann eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt.
Der Gewässerverbund des TLAV und viele ehrenamtliche Helfer aus unseren Vereinen haben begonnen, gemeinsam mit der Stadtverwaltung Magdala, das Naturbad wieder chick herzurichten. Unser Engagement und die bereits erzielten Ergebnisse finden bei den Bürgern der Stadt eine sehr große Resonanz. Zunehmend entwickelt sich das Naturbad Magdala wieder zu einem attraktiven Natur- und Erholungsraum für die Bürger.
Auf die freundliche Anfrage vom Bürgermeister Mario Haßkarl, ob unser Verband Interesse hätte, am Kinderfest im Naturbad teilzunehmen, sagten wir spontan zu.
Am 5. Juni 2010 war es dann soweit. Es herrschte ein riesiger Trubel auf der Festwiese des Naturbades. Die freiwillige Feuerwehr war mit einem Einsatzfahrzeug vor Ort und die Kinder konnten sich an einer Wasserspritze austoben. Die Feuerwehrmänner grillten Steaks und Bratwürste und ihre Frauen hatten unzählige Bleche leckeren Kuchen für die Kinder und Besucher gebacken. Die Hüpfburg und die große Luftschlange waren ständig von unzähligen Kindern belagert und sie hatten sichtlich ihren Spaß.
Gemeinsam mit dem Fliegenfischerverein Bad Berka e.V., dem Angelsportverein Taubach – Mellingen e.V. und der Forellenanlage „An der Lotte“, Inhaber Herr Kluss, versuchte der Thüringer Landesangelfischereiverband e.V. den Kindern und Erwachsenen einen erlebnisreichen Tag zu gestalten.
Unser Verband präsentierte sich mit einem interessanten, kindgerechten Infostand. Hier konnten Interessenten alles über das Angeln erfahren und den Kindern wurden die heimischen Fischarten vorgestellt. Unsere Malstraße sowie das Fischquiz für Kinder waren ständig Kingut besucht. Viele Kinder, von denen die meisten zum ersten Mal eine Angelrute in der Hand hielten, versuchten sich beim Zielwerfen auf die Arenbergscheibe. Über die riesige Begeisterung und den Ehrgeiz, besonders bei den Mädchen, waren wir angenehm überrascht. Einige wollten gar nicht wieder aufhören zu werfen und hätten die Angelrute am liebsten mit nach Hause genommen. Natürlich gab es für alle Teilnehmer kleine Preise zu gewinnen. Bunte Luftballons, welcher der Renner waren, bekam jedes Kind als Geschenk. Unser besonderer Dank gilt hier Manuela, Bianka und Klaus Freund sowie Joachim Kloß, welche sich rührig mit den Kindern beschäftigten und versuchten, alle ihre Fragen zu beantworten.
Eine super Idee hatten Michael Müller, Jens Golm, Steffen Beier und Matthias Lünzmann vom Fliegenfischerverein Bad Berka e.V., welche den Kindern mit viel Geduld einfache Wurftechniken mit der Fliegenrute zeigten. Sie platzierten einige Luftballons auf der Wiese und die Kinder mussten versuchen, diese mit der Fliege aus einiger Entfernung zu treffen. Was für ein Spaß, wenn sie nach unzähligen Versuchen einen Luftballon mit der Fliege trafen und dieser laut platzte. Auch hier waren die Kinder kaum wegzubekommen und es überraschte , wie geschickt sich viele beim Werfen mit der Fliegenrute anstellten.
Der Inhaber der Forellenanlage „An der Lotte“, Herr Achim Kluss, war so freundlich und stellte unserem Verband seinen Räucherofen und frische Forelle zur Verfügung. Die Mitglieder des Angelsportvereins Taubach – Mellingen e.V., Vorsitzender Alexander Clebos, Axel Böhme und Jörg Riedich waren wahre Räuchermeister. Den ganzen Tag räucherten sie fleißig unzählige Forellen. Der tolle Duft von geräuchertem Fisch breitete sich auf der gesamten Festwiese aus. Natürlich überreichte unser Verband dem Bürgermeister Herrn Mario Haßkarl, den freundlichen Feuerwehrmännern und ihren Frauen, aber auch unzähligen Gästen kleine Kostproben, welche super ankamen. Einfach lecker, war die einhellige Meinung.
Insgesamt war dieses Kinderfest eine wirklich gelungene Veranstaltung und wir würden uns freuen, wenn sich viele Kinder noch lange darin erinnern und wir einige Mädchen und Jungen später als Jungangler in unseren Vereinen begrüßen können.
Natürlich beteiligen sich die Angler auch 2011 mit vielen neuen Ideen gern wieder am Kinderfest.
Petri Heil
André Pleikies, Geschäftsführer TLAV
24.04.2010 | Fischarten- & Gewässerschutz
Bei diesem Gewässer handelt es sich um einen ökologisch wertvollen Landschaftsbestandteil mit einer schützenswerten Flora und Fauna. Es war seit Jahren ein wichtiges Anliegen unseres Verbandes dieses Biotop, welches auch zur stillen Angelfischerei genutzt wird, als Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen Insekten-, Vogel- und Fischarten sowie als Amphibienlaichgewässer zu erhalten.
Der in den vergangenen Jahren stetig abnehmende Wasserzulauf, die starke Verschlammung des Gewässers, die defekten Stau- und Ablassvorrichtungen sowie das instabile Wasserregime machten eine Sanierung dringend erforderlich. Der defekte Überlauf vom „Oberen, in den Unteren Henneteich“ hatte zusätzlich negative Auswirkungen auf den Wasserstand des oberen Gewässerbiotops.
Aus naturschutzfachlicher Sicht und im Interesse der Standsicherheit waren auch dringend Pflegearbeiten an der Ufervegetation, wie das Verschneiden der Kopfweiden sowie das Beseitigen bzw. teilweise Zurückdrängen von Verlandungsbereichen, dringend erforderlich. Der vorhandene Fischbestand war auf Grund des instabilen Wasserregimes, speziell in den Sommer- und Wintermonaten, zunehmend in seiner Existenz gefährdet.
Für unser Anliegen hatten wir von Anfang an die uneingeschränkte Unterstützung der Stadtverwaltung Erfurt, vor allem von Herrn Lummitsch, Leiter des Umweltund Naturschutzamtes, Herrn Dr. Bößneck, untere Naturschutzbehörde, Bereich Land- schaftspflege und von Herrn Flasche, Garten- und Friedhofsamt. In enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Bößneck und Herrn Dr. Karwoth vom Thüringer Landesverwaltungsamt, obere Naturschutz- behörde, ist es uns gelungen, Fördermittel vom Freistaat Thüringen zu erhalten. Ohne diese staatlichen Zuwendungen hätten wir das Projekt nicht realisieren können. Ein besonders Dankeschön geht an den Landwirt Herrn Lapp, welcher uns uneigennützig seine Flächen für die Ablagerung des Teichschlammes zur Verfügung stellte.
Nach dem alle grundsätzlichen Fragen abgeklärt und die Vorarbeiten, wie die Ermittlung der tatsächlichen Schlammstärke im Gewässer, das seuchenbiologische Gutachten für den Fischbestand, die Untersuchung des Teichschlammes auf Schadstoffe (Unbedenklichkeit wurde bestätigt), abgeschlossen waren und alle notwendigen Genehmigungen vorlagen, wurde am Montag, dem 19. Oktober 2009, mit dem Ablassen des „Unteren Henneteiches“ begonnen.
Davor waren die Beseitigung von Unrat, alter Betonteile und Schilf vor dem Mönch, die Reinigung der zugesetzten Abflussrohre und die Wiederherstellung des verlandeten, stark zugewachsenen Ablaufgrabens auf einer Länge von ca. 300 m notwendig. Auf Grund ständig nach fließenden Wassers (trotz Abdichtung des Zulaufes) und dem zu geringen Gefälle konnte die notwendige Senkung des Wasserspiegels nur durch den ständigen Einsatz von leistungsfähigen Pumpen über mehrere Tage hinweg realisiert werden.
Beim Fischen mit dem Netz zeigte sich sehr schnell, dass bei weitem nicht alle sperrigen Gegenstände vorab im Teich gefunden wurden. Auf Grund von Unebenheiten, Meter tiefen Schlamm und immer noch unzähliger Gegenstände, wie mehrere Geldkassetten, einem Tresor, einem Motorrad, Kinderwagen, Metallplatten, Fahrradrahmen, große Betonteile, sowie Unmengen Holz (Windbruch) am Gewässergrund wurde das Netz immer wieder angehoben bzw. konnte nicht zügig bewegt werden. Dadurch entkam immer wieder ein Teil der Fische.
Nach dem ca. die Hälfte des Teiches abgelassen war, mussten wir feststellen, dass das Gefälle nicht ausreichte. So lag ein Teil des Gewässers tiefer als der Mönch. Die Leistung der gemieteten Pumpen aus den Bauhöfen war nicht ausreichend und sie schafften es gerade mal, das frisch zulaufende Wasser abzupumpen.
Zur erfolgreichen Absenkung des Wasserspiegels war letztendlich der Einsatz von leistungsstarken Pumpen der Erfurter Feuerwehr und zwei freiwilliger Feuerwehren notwendig. Ohne diese Unterstützung hätten der Teich nicht trockengelegt und die noch im Gewässer vorhandenen Fische lebend geborgen werden können. Die Fische wurden zuerst mit der Teichwade und später mit Keschern aus dem Gewässer entnommen und mit unserem Fischtransporter in den Speicher Vieselbach umgesetzt.
Allein bei der Abfischung zeigte sich, wie wichtig es ist, über die entsprechende Fischerei- und Transporttechnik zu verfügen.
Sehr arbeitsaufwenig war die Beräumung des Zwischendammes von Totholz, Müll und Betonteilen. Des Weiteren wurde abgestorbenes Holz und Schilf im Abflussbereich vom „Oberen in den Unteren Henneteich“ entfernt. Nicht ungefährlich gestaltete sich die Gehölzpflege des älteren, teilweise sehr morschen Großbaumbestandes auf der Feldseite. Diese wurde nur von extra an der Kettensäge ausgebildeten Anglern, welche einen gültigen Führerschein für Kettensägen besitzen, durchgeführt. In Abstimmung mit dem Unternehmen und der Naturschutzbehörde Erfurt wurden die Einfahrten für den Großbagger vorbereitet.
Am Dienstag, dem 27. Oktober 2009, war es dann soweit. Ein Großbagger begann mit der Entnahme des Teichschlammes und brachte diesen auf das angrenzende Ackerland aus. Die dafür vorgesehene Fläche war im Vorfeld mit dem zuständigen Landwirt abgestimmt und von diesem genehmigt worden. Der dort ausgebrachte Schlamm musste regelmäßig nach Müll, Totholz und Betonteilen abgesucht werden, damit später bei der Bestellung des Feldes nicht die Gerätschaften des Landwirtes beschädigt werden.
Die Entschlammung des Teiches ging über mehrere Tage, an welchen auch die Gehölzpflege durch die Angler fortgesetzt wurde. Der alte Mönch wurde mit Hilfe des Großbaggers abgerissen und die Betonteile auf einen LKW verladen und entsorgt. Alle notwendigen Nacharbeiten wurden in Eigenleistung von Mitgliedern des TLAV realisiert. Es musste ein neuer Mönch gesetzt und der Dammbereich mit zusätzlich angeliefertem Lehm abgedichtet werden. Danach wurden mit einem kleineren Bagger der Zwischendamm und die Randbereiche des „Oberen Henneteiches“ saniert.
Die Gewässer- und Gehölzpflege haben die Mitglieder des TLAV bis Anfang Mai 2010 intensiv fortgeführt und allein von Oktober 2009 bis Mai 2010 über 1.400 Stunden in Eigenleistung für die Sanierung und Pflege der Henneteiche realisiert. Es erfolgte zusätzlich zu den schon genannten Maßnahmen eine biotopgerechte Bepflanzung des Uferbereichs, die großflächige Ausbringung von Muttererde und Rasen auf den durch die Bautechnik stark in Anspruch genommenen Flächen, die Schaffung eines Rundweges um das Teichbiotop, der Bau von Nistkästen, Struktur verbessernde Maßnahmen im Gewässer sowie die Reparatur einer Natursteintreppe.
Insgesamt wurde damit der „Untere Henneteich“ als Natur- und Erholungsraum nicht nur erhalten, sondern deutlich aufgewertet.
Leider haben wir aber nicht wirklich Grund zur Freude und nicht jeder ist begeistert über das Engagement unseres Verbandes im Gewässer- und Fischartenschutz. Wir hatten schon vor Jahren immer wieder große Probleme mit direkten Einleitungen von Abwässern und mit Fischsterben in beiden Teichen. Wir waren guten Glaubens, dass nach mehr-fachen Vorortterminen und Gesprächen mit den zuständigen Behörden, mehreren Anzeigen durch unseren Verband und kriminaltechnischen Untersuchungen sich die Abwassereinleitungen nach der Sanierung des „Unteren Henneteiches“ nicht wiederholen.
Doch es hat sich bis heute an der Problemstellung nichts geändert. Aktuell findet weiterhin eine massive Schädigung von zwei ökologisch wertvollen Teichbiotopen mit Schutzstatus statt. Dabei weisen Indizien eindeutige auf mögliche Ursachen bzw. Verursacher hin. Wenn sich die Abwassereinleitungen weiter so fortsetzen, waren die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten und die über 25.000,- Euro, welche in die Sanierung des „Unteren Henneteiches“ investiert wurden, umsonst. Dies ist unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln.
André Pleikies, Geschäftsführer TLAV
24.03.2010 | Fischarten- & Gewässerschutz
Der Lebensraum Totholz ist eine Welt der Wunder, welcher von der Wissenschaft erst in Ansätzen erforscht wurde. Totholz ist keineswegs „tot“. Schon sein bloßes Vorhandensein wirkt sich positiv auf die Umgebung aus. Totholz fördert dynamische Prozesse. Es beeinflusst und prägt die Morphologie eines Fließgewässers im Kleinen wie im Großen, variiert Strömung und Wassertiefe, bietet Unterschlupf. Dadurch ist Totholz ein wesentliches Strukturelement in unseren Bächen und Flüssen. Hier sollte es deshalb, wo immer möglich, wieder einen festen Platz einnehmen. Denn Totholz bedeutet Leben.
Was ist Totholz?
Was der Biber seit Menschengedenken macht, kann nichts Schlechtes sein. Er fällt Bäume ins Wasser, baut Burgen, legt Dämme an und gestaltet damit Gewässerlandschaften neu. Dies kommt unter anderem den Fischen zugute. Also ein Zeichen dafür, dass Bäche und Flüsse Totholz brauchen. Es gehört sozusagen zur unverzichtbaren Grundausstattung eines Fließgewässers, weil es die Strukturvielfalt erhöht.
So ist Totholz nicht nur ein charakteristisches Merkmal natürlicher Wälder, sondern auch ein gewichtiger gewässerökologischer Faktor, der das Erscheinungsbild natürlicher Fließgewässer maßgeblich bestimmt. Durch die Veränderung der Morphologie, des Abflussverhaltens, des Stoffhaushaltes und der Besiedlung hat Totholz Einfluss auf alle wichtigen Systembausteine des Ökosystems Fließgewässer. Zum Totholz zählen abgestorbene, verholzte Pflanzenteile, sämtliches loses Holz, vom feinsten Reisig, über Wurzelstöcke bis hin zum ganzen Baumstamm. Ebenso gehören zum Totholz auch umgestürzte, aber fest verwurzelte Bäume, sog. Sturzbäume, oder abgetriebene und woanders neu austreibende Bäume und Gehölzteile, die – rein biologisch gesehen – noch leben. Totholz wird in der Regel im Fließgewässer mittransportiert und wieder abgelagert.
Totholz ist Leben pur!
Wer sich mit diesem Thema auseinandersetzt, wird irgendwann feststellen, wie paradox der Begriff „Totholz“ im Grunde ist, und das gleich in zweifacher Hinsicht. Denn auch „lebendes“ Holz besteht zu einem Großteil aus bereits abgestorbenen, also toten Zellen. Nach dem Absterben des Holzes beginnt eine Besiedlung mit Tausenden von verschiedenen Arten, die sich bei bestimmten Holzarten über Jahrzehnte hinziehen können. So betrachtet ist lebendes Holz deutlich ärmer an Leben als Totholz! Mehr als 1.400 Käferarten und ihre Larven besiedeln nur jede denkbare ökologische Nische im Totholz. Die Pilze mit etwa 1.500 Arten stellen den Löwenanteil. Über 500 Fliegen- und Mückenarten und zahlreiche andere Vertreter der Insekten tummeln sich ebenfalls dort. Neben den terrestrischen Tierarten ist Totholz ebenso Lebensraum für limnische Ökosysteme. Für die wirbellosen Kleinlebewesen des Gewässerbodens, den so genannten Makroinvertebraten, dient diesen Totholz als Zuflucht, Nahrungsquelle sowie als Ort zur Eiablage und Verpuppung. Vor allem in Fließgewässern mit feinkörnigem Substrat, wie Sand, Lehm, Ton oder Löß, ist Totholz eine unentbehrliche Lebensnische für die Wirbellosenfauna. Viele dieser Tiere sind auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen. Über 40 Arten sind eng daran gebunden, weitere 80 Arten nutzen es mehr oder weniger.
Mit zunehmendem Abbau des Totholzes siedeln sich Algen und Mikroben an. Dieser Aufwuchs dient Organismen, die ihre Nahrung aufsammeln oder auf der Oberfläche abweiden. Pilze siedeln sich an und weichen das Totholz auf, sodass Wirbellose, die das Totholz zerkleinern, einzelne Holzpartikel aufnehmen können.
Totholzbesiedler sind zum Teil hoch spezialisiert. Einige Arten bohren Löcher in das Holz, andere höhlen es aus und sorgen so zusammen mit den Zerkleinerern für den Abbau im Gewässer.
Wohin man auch blickt, überall stößt man auf eine schier grenzenlose Artenfülle. Totholz ist damit Leben pur, Leben in überschäumender Fülle. Seine fundamentale ökologische Bedeutung ist lange verkannt worden. So ist Totholz noch eine Welt voller Wunder, die von der Wissenschaft erst in Ansätzen erforscht wurde. Heute besinnt man sich darauf und erkennt, dass Totholz zum Leitbild eines intakten Flusses ebenso gehört wie die angrenzende Aue.
Die Bedeutung von Totholz für die Gewässerstruktur
Viele Fließgewässer in Mitteleuropa wurden durch anthropogene Einflüsse schwerwiegend verändert. Auewälder entlang von Bächen und Flüssen wurden weitgehend entfernt und die so entstandenen Flächen teils zu landwirtschaftlicher Nutzfläche, teils zu Baugebiet umfunktioniert. Die Gewässer selber erfuhren Begradigungen, Kanalisierungen und Einleitungen verschiedenster Art. Und die Folge ist: Das natürliche Erscheinungsbild unserer Bäche und Flüsse ist heute kaum mehr rekonstruierbar.
Eines dieser zentralen Charakteristika für ein natürliches Fließgewässer ist eben das Totholz. Unter ökologischen Gesichtspunkten kommt dem Totholz eine Schlüsselstellung zu, denn es wirkt in zweierlei Hinsicht: biologisch und mechanisch.
- Biologisch, weil Totholz das Angebot an Lebensnischen für Tiere und Pflanzen signifikant erhöht und dadurch ein enormes Artenreichtum bewirkt.
- Mechanisch, weil Totholz die Hydromorphologie eines Fließgewässers prägt und die Strukturvielfalt erhöht.
Diese beiden Faktoren tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung unserer Bäche und Flüsse bei.
Totholz verändert auf kleinstem Raum die Strömungs- und Sedimentationsverhältnisse und fördert so die eigendynamische Entwicklung des Fließgewässers. Besonders in kleinen Fließgewässern mit hohem Gefälle können Einzelstämme und Ansammlungen von Zweigen (Geniste) die Strukturvielfalt im Fließgewässer entscheidend erhöhen. Sie wirken wie kleine Staudämme und führen zu einer Verminderung des Gefälles auf kurzer Strecke und begünstigen so die Ausbildung von Sohlstufen- und Sohlschwellen mit anschließendem Wasserspiegelsprung.
Als Resultat stellt sich ein kleinräumiger Wechsel von langsam zu schnell strömenden Fließverhältnissen ein. Festsitzendes Totholz, wie beispielsweise umgestürzte Uferbäume, bewirkt nicht nur den Aufstau, sondern auch die Ablenkung der fließenden Welle vorbei an dem Strömungshindernis. Je nach Lage können die Stämme so eine Laufverlagerung des Gewässers bewirken, was zu einer seitlichen Verschiebung des Stromstriches führt und das Mäandrieren des Gewässers unterstützt. Im Strömungsschatten solcher Gebilde lagert sich wiederum mitgeführtes Material ab. Es entwickeln sich Schlamm- , Sand- und Kiesbänke, die neue Lebensräume darstellen. Unterhalb solcher Bereiche bilden sich aber auch Abschnitte mit höherer Strömungsgeschwindigkeit, was zur Entstehung von Kolken, Steilufern und Abbruchkanten führen kann. Dadurch nehmen Vielfalt und die ökologischen Nischen im Bach und Fluss zu. Eine verstärkte Tiefenerosion wird vermieden und vor allem kleinere Hochwasser werden durch immer wieder auftretende Totholzbarrieren abgepuffert.
Fische brauchen Totholz als Laichplatz, Schutz- und Lebensraum
Die Bedeutung des Totholzes beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Beeinflussung der Struktur des Fließgewässers. Vielmehr hat die Veränderung der morphologischen Faktoren durch Totholz auch Auswirkungen auf die Biozönosen im und am Gewässer.
So bieten die langsam fließenden Bereiche im Strömungsschatten größerer Totholzstrukturen Lebensraum für verschiedene Vertreter der Wasserkäfer (Hydrophilidae) und für spezielle Wirbellose, darunter insbesondere Larven der Eintagsfliege (Ephemeroptera) und der Köcherfliege (Trichoptera). Diese sind unter anderem Nahrungsgrundlage für Jungfische.
Allgemein bevorzugen Fische die strömungsberuhigten Zonen von Totholzstrukturen als Einstand, sowohl bei normalem Abfluss wie bei Hochwasser. Insbesondere kleinere Totholz-Ansammlungen, sog. „Geniste“, bieten geschützte Laichplätze und für Fischbrut und Jungfischen eine optimale Rückzugs- und Unterstellmöglichkeit, da sie hier Schutz vor ihren Fressfeinden finden und die Gefahr, von der Strömung verfrachtet zu werden, geringer ist. Verschiedene Totholz-Projekte haben diesen Zusammenhang eindeutig nachgewiesen.
Ausblick
Durch die wasserbaulichen Tätigkeiten der letzten hundert Jahre ist die Anwesenheit von Totholz zur Ausnahme geworden. Unsere meist ausgebauten und aufgeräumten Fließgewässer dienen vornehmlich dem geregelten Abfluss der „freien Vorflut“. Durch Artensterben und Hochwasserkatastrophen lassen sich die strukturellen Defizite der Gewässersysteme am deutlichsten erkennen. Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung natürlicher oder naturnaher Bäche und Flüsse bietet eine Möglichkeit, diesen gemachten Fehlern entgegenzuwirken. Hier kommt dem natürlichen Eintrag oder dem Einbau von Totholz eine besondere Bedeutung zu. So lässt sich durch den gezielten Einbau von Totholz eine Revitalisierung unserer Gewässer mit geringem technischen und finanziellen Aufwand erzielen. Es liegt nun an uns, die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen, das heißt, „Renaturierung ja, aber mit Totholz!“ Bekanntlich ist es ein vorrangiges Anliegen der Fischereiverbände, die Biodiversität in den aquatischen Lebensräumen zu erhalten, zu pflegen und zu vermehren, weil dies die Grundlage für eine auf Nachhaltigkeit gerichtete fischereiliche Nutzung der Gewässer bildet.
Hinweis auf weiterführende Literatur
Allen, die für Fließgewässer verantwortlich sind, die Fließgewässer nutzen oder bewirtschaften sowie diejenigen, die sich für ökologische Verbesserungen einsetzen oder sich intensiver mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen wollen, möchte ich die folgende Broschüre wärmstens empfehlen: „Totholz bringt Leben in Flüsse und Bäche“. Herausgeber sind das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), zusammen mit dem Landesfischereiverband (LFV) Bayern e.V. Die Autoren sind Michael von Siemens und Dr. Sebastian Hanfland vom LFV Bayern e.V., sowie Walter Binder, Manfred Herrmann und Werner Rehklau vom LfU Bayern. Die Broschüre umfasst 56 Seiten. Auf den ersten 19 Seiten wird auf die Bedeutung von Totholz in Fließgewässern in einer sehr verständlichen Form eingegangen, ebenso auf Gewässerunterhaltung und rechtliche Vorgaben. Die restlichen Seiten bringen praktische Beispiele für den richtigen Umgang mit Totholz, damit Totholz wieder Leben in Bäche und Flüsse bringen kann.
Die Broschüre kann kostenlos bezogen werden beim:
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU),
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
Tel. (0821) 9071-0
oder über E-Mail bestellen: poststelle@lfu.bayern.de
Von Dr. Erich Koch, Altshausen