Weit verbreitete Art mit großer Anpassung an strukturarme Gewässer
Beliebter Speise- und Angelfisch
Stellvertretende Monitoring-Art für die klimabedingte Änderung unserer aquatischen Fauna
Der Flussbarsch wurde vom Deutschen Angelfischerverband e.V. gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. zum Fisch des Jahres 2023 gewählt.
Der Flussbarsch ist eine in Fließ- und Stillgewässern in Eurasien weit verbreitete Art, die nur geringe Ansprüche an die Struktur und Qualität ihrer Umgebung stellt. Barsche besiedeln daher auch schnell neu entstandene Gewässer wie Baggerseen oder Tagebaurestlöcher. Der Flussbarsch ist einer der farbenfroheren Fischarten in unseren Gewässern. Eine gelblich-grüne Grundfärbung mit schwarzen Querbinden, zwei Rückenflossen, von denen die erste stachelig ist und am Ende einen schwarzen Fleck hat, kennzeichnen die Art. Die restlichen Flossen sind rot. Als Jungfisch sind Barsche oft im Schwarm unterwegs, später werden große Exemplare Einzelgänger. Ihre Eier legen Barsche zwischen März und Juni an Pflanzen in langen Laichbändern ab.
Die Larven wachsen rasch und nehmen Zooplankton als Nahrung auf. Im Durchschnitt stellen Barsche bei einer Körperlänge von 12 cm ihre Nahrungspräferenz auf Fische um. Interessanterweise nehmen manche Barsche sehr schnell Fischlarven als Nahrung an. Diese eiweißreiche Kost sorgt für ein schnelleres Wachstum, sodass es deutliche Größenunterschiede bei gleichaltrigen Individuen im Gewässer geben kann. Barsche können bis zu 60 cm lang und 4,8 kg schwer werden. Exemplare von mehr als 40 cm gelten aber als groß, solche über 50 cm sind sehr selten.
Barsche haben eine große Bedeutung bei der Regulation der Nahrungskette in Gewässern. Bei einem guten Nahrungsangebot stellen sie schnell auf Fischnahrung um und dezimieren die Weißfischbrut. Ist das Angebot an Nährtieren gering, neigt auch der Barsch zur Kleinwüchsigkeit. Barsche ziehen in ihrem Lebensraum umher und sind nicht standorttreu. Sie jagen oft im Schwarm. Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an ihren Lebensraum besiedeln Barsche schnell neu entstandene anthropogene Gewässer wie z.B. Baggerseen. Auch in den großen Schifffahrtskanälen stellen Barsche oft einen Großteil der Fischbiomasse.
Stellvertretend steht der Flussbarsch für die allgemeine Gefährdung unserer Fischfauna, was zunehmend auch die häufigeren Arten betrifft. Die extremen Dürreperioden der letzten Jahre haben viele kleinere Bäche und Teiche austrocknen lassen, Phasen mit viel zu hohen Wassertemperaturen und dadurch bedingten Sauerstoffmangel werden häufiger. Insbesondere über die Dokumentation des Vorkommens häufiger und auch von Laien gut bestimmbaren Arten wie dem Flussbarsch können wichtige Daten zum Biodiversitätswandel erhoben werden.
Flussbarsche sind aufgrund ihres grätenarmen, festen Fleisches beliebt als Speisefisch und haben eine große Bedeutung als Zielfisch in der Angelfischerei. Sie lassen sich auch von der beruflichen Binnenfischerei gut vermarkten. Die meisten Angler schätzen die Art und verwerten gefangene Fische. Da die nachgefragten Mengen an Flussbarschen von der Fischerei kaum zur Verfügung gestellt werden können, wird er seit einigen Jahren vor allem in Osteuropa auch in Aquakulturbetrieben produziert. Die Mengen steigen, sind aber noch verhältnismäßig klein. Durch seine ausgedehnte Verbreitung steht der Barsch wie kaum eine andere Art für die Möglichkeit des Verzehrs heimischer Süßwasserfische aus lokalen Gewässern.
Historisch betrachtet hat der Flussbarsch Bedeutung für die Entstehung von fischereirechtlichen Regelungen. Am Bodensee fiel Ende des 18. Jahrhunderts auf, dass die Bestände der Barsche stark abgenommen hatten, was unter anderem darauf zurückgeführt wurde, dass zu viele Jungfische gefangen und als so genannter „Hürling“ auf den Märkten verkauft wurde. Um die Bestände zu schonen, wurden im Rahmen der „Bregenzer Übereinkunft“ von 1893 Schonzeiten und Schonmaße für einzelne Fischarten festgesetzt. Die Bregenzer Übereinkunft ist der älteste bekannte internationale Fischerei-Vertrag, der heute noch gültig ist.
Weitere Informationen erhalten Sie: Deutscher Angelfischerverband e.V.: https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres Hauptgeschäftsstelle Berlin Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin Tel.: 030/97104379, Fax: 030/97104389 E-Mail: info-berlin@dafv.de
Fotos: Das Bild darf nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung zum Fisch des Jahres 2023 unter Nennung der Quelle: „DAFV, Eric Otten“ verwendet werden.
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Der Deutsche Angelfischerverband e.V. besteht aus 27 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Verei-nen, in denen insgesamt rund 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angel-fischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.
Zum Thema Fischbesatz sind bereits seit Jahrzehnten die vielfältigsten Studien und umfangreiche Fachliteratur / Schriftenreihen vorhanden.
Dabei gibt es pauschal gesagt zwei unterschiedliche Ansätze, der eine, welcher Fischbesatz unter optimalen Lebensraumbedingungen bewertet und der andere, welcher die tatsächlichen Gewässerbegebenheiten und Störgrößen, wie den massiven Fischfraß durch Prädatoren, berücksichtigt.
Die Vorschläge von Kritikern des Fischbesatzes, welche, wenn überhaupt nur den Besatz mit Fischbrut erlauben wollen, sind nicht neu, jedoch nur unter ganz bestimmten, optimalen Lebensraumbedingungen praxistauglich.
Viele Vereine und der Landesanglerverband Thüringen e.V. beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema sowie mit dem Besatz von Bachforellenbrut. Der Großteil der Bachforellenbrut wird bereits seit Jahrzehnten durch unsere Vereine und dem LAVT (Thüringer Gewässerverbund/ Saalekaskade) von den Thüringer Fischereiunternehmen bezogen oder im Rahmen eigener Schutzprogramme selbst erzeugt.
In der Praxis hat sich leider wiederholt bestätigt, dass allein über den Besatz mit Fischbrut, insbesondere bei Bachforellen, der Fischbestand in den meisten Gewässern nicht nachhaltig aufgebaut werden kann.
Auf Grund des massiven Fraßdruckes verschiedener Prädatoren, wie Kormoran, Grau- und Silberreiher, Gänsesäger, Mink und zunehmend durch den Fischotter, sind unsere heimischen Fischarten akut in ihren Beständen gefährdet. Eine nachhaltige Fischhege, wie wir sie uns vorstellen und in Fachbüchern beschrieben wird, ist aktuell nicht oder nur sehr bedingt möglich.
Ohne regelmäßige Hege- und Besatzmaßnahmen, auch von Setzlingen und größeren Fischen, würden die Bachforellenbestände in vielen unserer Salmonidengewässer zusammenbrechen. Seit ca. 20 Jahren erreicht der überwiegende Teil der Bachforellen nicht mehr die Laichreife, da sie vorher von Prädatoren gefressen werden. Dies ist in der Praxis die Realität und wird von einer Vielzahl von Studien bestätigt!
Noch vor dem Jahr 2000 mussten wir in der Mehrzahl der Thüringer Salmonidengewässer deutlich seltener Bachforellen besetzen, da sich ausreichend laichreife Fische entwickeln konnten und diese oft mehrfach die Chance hatten abzulaichen.
Im Ergebnis hatten wir früher einen deutlich besseren Fischbestand in unseren Salmonidengewässern und das trotz schlechterer Wasserqualität, ungenügender Durchgängigkeit und Gewässerstruktur.
Wir sollten uns beim Thema Fischbesatz endlich wieder ehrlicher machen und objektiv die Realitäten bewerten. Unsere Fließgewässer sind nun mal nicht unter einer Glaskugel geschützt und haben auf Grund einer Vielzahl zivilisatorischer Einflüsse nicht mehr die Ertragsfähigkeit, wie vor 200 Jahren.
Selbst Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit und Gewässerstruktur werden daran nur bedingt etwas ändern. Wir leben in einer entwickelten Kulturlandschaft und auch Gewässer unterliegen einer vielfältigen Nutzung. Wir tragen hier alle Verantwortung und das Thema Fischartenschutz bedarf einer aktiven Problemlösung. Eine wichtige Aufgabe hat dabei die fischereiliche Nutzung der Gewässer durch die Thüringer Angel- und Berufsfischerei.
Die gesamte Thematik ist wenig dazu geeignet fragwürdige Problemfelder aufzumachen um weitere Studien zu akquirieren, das Rad zum zigsten Mal neu erfinden zu wollen und damit weiter unnötige Zeit für wirkliches Handeln zu verlieren. Es gibt umfangreiche, langfristige Erfahrungen und ein vielfältiges praktisches Wissen bei der fischereilichen Bewirtschaftung von Gewässern sowie der Hege und dem Schutz der Fischbestände.
Auch die tatsächlichen Gründe für die Gefährdung unserer heimischen
Fischarten sind seit langem bekannt. Wir müssen die Realität und speziell die Ursachen für die Gefährdung unserer heimischen Fischfauna nur sehen wollen und nicht versuchen Studien, welche Fischbesatz unter „Laborbedingungen“ bewerten, als Grundlage zu nehmen.
Vorschläge von Personen, welche nur wenig fischereiliches Fachwissen und praktische Erfahrungen vorweisen können, aktuell in Thüringen als Fischereifachleute agieren, gern von Kritikern der Berufs- und Angelfischerei in Anspruch genommen werden, gefährden die Zukunft der heimischen Fischfauna sowie der Thüringer Berufs- und Angelfischerei. Nur über eine stabile, wirtschaftlich starke Thüringer Berufs- und Angelfischerei kann auch der Schutz unserer heimischen Fischarten und der Lebens- gemeinschaften an und in den Gewässern langfristig sichergestellt werden. Keiner der Thüringer Fischereibetriebe kann allein mit der Produktion von Fischbrut überleben. Auch kein Angelverein kann sich stabil entwickeln oder wird weiterhin Geld und Manpower in den Fischartenschutz investieren, wenn seine Mitglieder keinen verwertbaren Fisch mehr fangen.
Die Fischerei hat nicht nur eine lange Tradition, sondern heute eine wichtige soziokulturelle und wirtschaftliche Bedeutung in unserer Gesellschaft. Sie vermittelt Lebensqualität, leistet einen wichtigen Beitrag beim Arten- und Gewässerschutz sowie für eine gesunde Ernährung. Das alles sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzten.
Grundsätzlich sollte die Erzeugung von Fischbrut und Satzfischen vorrangig in den Händen von fachkundigen Fischereiunternehmen, welche unter Aufsicht der Veterinärämter/ Fischgesundheitsdienst stehen sowie langjährig erfolgreich betriebene Aufzuchtanlagen der Angelfischerei mit erfahrenem, fachkundigem Personal, bleiben. Wir haben massive Probleme im Fischartenschutz und eigentlich keine Zeit uns über die Notwendigkeit bzw. Förderfähigkeit von Fischbesatz zu streiten, so wie es momentan leider geschieht.
Um es deutlich zu sagen, der LAVT sieht aktuell als einziger Anglerverband in Thüringen die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Förderung einer Vielzahl heimischer Fischarten und dies in verschiedenen Altersklassen, bis hin zu Laichfischen.
Bei vielen Fischarten, so auch bei der Bachforelle, benötigen wir dringend einen ausreichenden, stabilen Laichfischbestand. Schon heute fehlt es an geeigneten Bachforellenlaichern bzw. den notwendigen Kapazitäten für deren Haltung. Darum wären diesbezügliche langfristige Förderprogramme für ausgewählte Fischereiunternehmen, welche die entsprechenden Voraussetzungen haben, dringend angezeigt.
Doch entscheidend für das zukünftige Überleben unserer heimischen Fischfauna, auch der Bachforelle, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung in der Artenschutzpolitik, verbunden mit der dringend notwendigen, fachlich begleiteten Regulierung von Prädatoren, wenn diese sich überproportional entwickeln und andere Arten in ihrer Existenz gefährden. Besonders große Verantwortung tragen die Interessengruppen, welche, oft aus persönlichem Interesse, Arten in Thüringen ansiedeln, für welche in der heutigen Kulturlandschaft der notwendige Lebensraum oft nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden ist.
Die Kosten und Folgen von Fehlentwicklungen im Artenschutz, welche maßgeblich durch politische und behördliche Entscheidungen verursacht werden, tragen letztendlich immer die Bürgerinnen und Bürger. Für Fischereiunternehmen können diese sogar Existenz bedrohend sein.
Wie sagte richtigerweise Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der Alba Group: „Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.“
Aktuell sehen wir, was die Gefährdung unserer heimischen Fischfauna betrifft, einen Expresszug ungebremst auf eine Mauer zufahren. Verantwortung dafür tragen viele und es fehlt aktuell an den richtigen Entscheidungen.
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, Liebe Anglerinnen und Angler, Liebe Naturfreunde,
wie viele wissen gibt es seit 2019, verstärkt ab 2020 mit der Aktivierung der Westringkaskade und den Betrieb von zwei Wasserkraftanlagen in Erfurt und Gotha massive Wasserprobleme in der Apfelstädt.
Dieser einst attraktive Fluss mit einer artenreichen Flora und Fauna liegt seit ca. 4 Jahren großflächig trocken. Außer dem Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) hat sich kein anderer Naturschutzverband gegen dieses massive Artensterben ausgesprochen und sich aktiv für mehr Wasser in der Apfelstädt engagiert. Im Gegenteil, es war keinerlei Kritik gegenüber dem Umweltministerium zu vernehmen, welches vor allem für diese Umweltkatastrophe verantwortlich ist.
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Alle bisherigen Initiativen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, des Landratsamtes des Landkreises Gotha, der Bürgerinitiative „Lebensraum Apfelstädt“ und des LAVT haben letztendlich kein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht.
Offensichtlich nehmen das Thüringer Umweltministerium sowie seine nachgelagerten Behörden und Institutionen die berechtigten Anliegen und Kritiken der Betroffenen an der Apfelstädt nicht ernst.
Doch vor allem auf Grund der Blockadepolitik der Regierungskoalition finden sich aktuell im Thüringer Landtag keine politischen Mehrheiten dafür, dass die Apfelstädt ihr, über die Westringkaskade entzogenes Wasser zurückerhält und wieder ganzjährig ein aquatisches Leben in diesem Fluss möglich ist.
Auch die mündliche Anhörung im Umweltausschuss des Thüringer Landtages am 04. Oktober 2022 war überaus enttäuschend und bestätigte die obigen Erfahrungen. Insbesondere die Vertreter des Umweltministeriums sowie von Bündnis90/Die Grünen und der SPD versuchten mit ihren Redebeiträgen die aktuell dramatische Wassersituation der Apfelstädt und den uneingeschränkten Weiterbetrieb der beiden Wasserkraftanlagen zu rechtfertigen.
Dass der Großteil der aquatischen Lebewesen, so auch Fische, in wenigen Minuten ohne Wasser tot sind und der Fluss ganzjährig ausreichend Wasser benötigt, wurde in der Diskussion völlig ausgeblendet.
Als Zuhörer verfestigte sich zunehmend der Eindruck, dass die Landesregierung und dessen Umweltministerium kein Interesse an einer ausgewogenen Lösungsfindung hat und die Schäden, welche der massive Wasserentzug in der Apfelstädt verursacht, bewusst ausblenden.
Das verwundert nicht, denn von einst 9 Cent ja Kilowattstunde, über 23 Cent sind nunmehr auf dem Strommarkt 38 bis 40 Cent je Kilowattstunde zu erzielen. Tendenz weiter steigend.
Zur gleichen Zeit senken sich die Fundamente vieler Häuser an der Apfelstädt, Hauswände bekommen erste Risse, die Vegetation stirbt großflächig ab, selbst alte schützenswerte Bäume in den Parks von Kommunen sterben, fünf Wasserkraftanlagen, welche das genutzte Wasser wieder an den Fluss abgeben liegen trocken, das ausgewiesene FFH-Gebiet 55 „Apfelstädt Aue“ zwischen Wechmar und Neudietendorf ist stark geschädigt, die Ausübung der Fischereirechte durch die Fischereipächter ist nicht mehr möglich – ein einst hochwertiges Salmonidengewässer ist zerstört, die langfristigen ökologischen Schäden sind aktuell noch gar nicht zu beziffern und die späteren Kosten zur Beseitigung der gewaltigen Schäden kann heute noch keiner genau benennen.
Auch der CO2 – Abdruck wäre bei einem lebendigen Fluss Apfelstädt um ein Vielfaches geringer, damit positiver, als aktuell über die Produktion von sogenannten „ökologischen Strom“ in den beiden Anlagen in Erfurt und Gotha.
Trotz der unzähligen Initiativen sowie berechtigten Kritiken und Hilferufe von Bürgerinnen und Bürgern, Initiativgruppen, Landes-, Kreis- und Kommunalpolitikern, Stadt- und Gemeinderäten sowie von Vereinen und Verbänden ist das Ergebnis, siehe unser aktuelles Video, erschreckend.
Ist die Produktion von wenigen Kilowattstunden Wasserkraftstrom, welche allein durch zwei Windräder oder eine entsprechende Photovoltaik Anlage kompensiert werden könnten, dies alles wert? Ist das Ausblenden von Realitäten bzw. das ungenügende Handeln durch die verantwortlichen politischen Akteure tatsächlich noch zu rechtfertigen?
Nicht nur wir wissen, dass wir für eine gute Sache im Interesse des Gemeinwohls streiten.
Je mehr uns dabei unterstützen, umso erfolgreicher werden wir gemeinsam sein.
Auf Grund der Pegelabsenkung kontrolliert die Fischereiaufsicht des LAVT bereits seit Ende August 2022 vorsorglich zwei bis vier Mal die Woche die Portenschmiede, Alterbucht, Großer Buchacker, Otterbach, Zoptebucht und Lothrabucht an der Hohenwartetalsperre.
Am 10. September 2022 konnten in der Portenschmiede und Lothrabucht die erste nennenswerte Anzahl an Muscheln im Schlamm festgestellt werden. Die über 200 Muscheln wurden durch vier Fischereiaufseher und Helfer eingesammelt und in tieferes Wasser verbracht.
In der Portenschmiede, Lothrabucht und Zoptebucht wurden am 12. September weitere 6.000 Muscheln von Mitarbeitern des LAVT, der Fischereiaufsicht und von Helfern aus den Vereinen aus dem Schlamm geborgen und mit einem Boot in tieferes Wasser umgesetzt.
Wie bereits die Jahre davor unterstützen den LAVT auch die Camper der Portenschmiede und die Anwohner von Gössitz eigenständig bei der Bergung der Muscheln.
Am 16.09.2022 fand eine erneute Bergungsaktion an der Hohenwartetalsperre statt. Im Ergebnis wurden noch einmal ca. 7.000 Muscheln gerettet.
Die nächsten Wochen werden regelmäßig weitere Kontrollfahrten an der Hohenwartetalsperre durchgeführt.
Um flexibel handeln zu können hat der LAVT eine schnelle Einsatzgruppe von 10 Personen mit Boot zusammengestellt, in welcher auch hauptamtliche Mitarbeiter des LAVT mitarbeiten, die bei Bedarf kurzfristig Muscheln an den Talsperren bergen können.
Bis zum heutigen Tag wurden bereits über 15.000 Muscheln gerettet und in tieferes Wasser umgesetzt.
Es hat sich bei der Bergung der Muscheln erneut gezeigt, dass der Muschelbestand der großen Teichmuschel in der Hohenwartetalsperre so groß ist, dass dieser durch die Absenkung in keiner Weise gefährdet ist. Dennoch versuchen die Anglerinnen und Angler des LAVT jede Muschel, welche erreichbar ist, zu retten.
Dabei geht in jedem Fall die Sicherheit für die Retter vor, denn an vielen Stellen beträgt die Schlammschicht über zwei Meter. Bisher sind glücklicherweise außer, dass einige ihre Stiefel verloren haben und die Kleidung komplett verschlammt war, alle gesund geblieben.
Übrigens von denen, welche die Jahre davor Vattenfall und den LAVT angezeigt und in den Medien durch Falschbehauptungen versucht haben zu beschädigen, war auch dieses Mal keiner bei der Muschelbergung zu sehen.
Abschließend einen herzlichen Dank an die fleißigen Helfer aus unseren Vereinen und an die Menschen vor Ort, welche sich mit großem persönlichem Einsatz an der Muschelbergung beteiligen. Wer selbst einmal mehrere Stunden im kalten Schlamm gestanden hat, weiß wie unangenehm und schwer diese nicht ungefährliche Arbeit ist.
Das Jahr 2021 war von der Mitgliederentwicklungund wirtschaftlich das erfolgreichste Jahr seit Bestehen des LAVT.
Am Samstag, dem 10. September 2022 fand im Atrium der Stadtwerke Erfurt die Jahreshauptversammlung des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT) statt. Das Interesse der Mitgliedsvereine war groß. Erfreulich, die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes, dessen Mitgliederzahl stetig wächst. Auch 2021/22 traten weitere sechs neue Vereine dem Verband bei.
Alle Beschlüsse wurden von den über 130 Delegierten einstimmig verabschiedet und dem Präsidium sowie der Geschäftsleitung des LAVT erneut das Vertrauen ausgesprochen. Die Revisoren stellten in ihrem Bericht fest, dass auch im Jahr 2021 eine verantwortungsvolle, stabile und sehr erfolgreiche Haushaltsführung zu verzeichnen war und die vorhandenen Mittel von der Geschäftsleitung sinnvoll und effizient eingesetzt wurden.
Im Rechenschaftsbericht nahmen dieses Mal besonders der Fischarten- und Gewässerschutz, die aktuelle Fischerei- und Naturschutzpolitik in Thüringen, die zunehmenden Probleme und Einschränkungen für die Angelfischerei, das Trockenlegen der Apfelstädt – das größte Individuensterben in Thüringen, die Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die, trotz Corona, sehr erfolgreiche Arbeit des LAVT und seiner Vereine, eine wichtige Rolle ein.
Überrascht waren wir vom Dankeschön des SFV 1970 Tambach – Dietharz e.V., welcher uns eine große Collage über die gemeinsame, Jahrzehnte lange Jugendarbeit überreichte. Im Auftrag des Vereins bedankte sich Angelfreund Mathias Anschütz für die vielen tollen Jugendevents des LAVT und die sehr gute Zusammenarbeit mit ihrem Landesverband.
An diesem Tag wurden auch verdienstvolle Vereinsmitglieder mit hohen Auszeichnungen geehrt.
Das „Goldene Ehrenzeichen des DAFV“ erhielten:
Angelfreund Reiner Schröder – AV Petri Heil e.V. Arnstadt
Angelfreund Wolfgang Wehnemann – AV Mühlhausen e.V.
Wir möchten uns bei allen Ausgezeichneten nochmals für ihr Jahrzehnte langes ehrenamtliches Engagement herzlich bedanken.
In seinem Bericht benannte Vizepräsident Karl-Heinz Bergner ungeschminkt auch die zunehmenden Probleme und Herausforderungen vor denen die Angelfischerei in den kommenden Jahren steht. Er machte deutlich, dass wir diese auch in Zukunft nur gemeinsam meistern können.
Der Zusammenhalt in der Angelfischerei ist gerade in der heutigen Zeit unerlässlich. Wir können alle Vereine nur dazu motivieren noch enger zusammenzurücken und ihren Verband noch stärker auf seinen weiteren erfolgreichen Weg zu unterstützen.
Übrigens, jeder Verein und hat er auch nur wenige Mitglieder ist für unsere Anglergemeinschaft wichtig. Wer sich gern bei Jugendevents, Messen, Präsentationen, Angelveranstaltungen etc. einbringen oder uns insgesamt in unserer Öffentlichkeitsarbeit unterstützen möchte, kann sich sehr gern bei der Geschäftsstelle des LAVT melden.
Wir sollten gemeinsam stolz auf das Erreichte sein und dies nach außen auch offener artikulieren. Immerhin haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten unsere Mitgliederzahlen verdoppelt und stehen wirtschaftlich auf einem festen Fundament. An dieser Stelle möchten wir uns auf das Herzlichste bei allen unseren Vereinen, bei unseren Vorständen sowie bei allen Anglerinnen und Anglern für das dem Landesanglerverband Thüringen e.V. entgegengebrachte Vertrauen und die jahrelange freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken.
Wir wünschen allen Anglerinnen und Anglern für die verbleibenden Wochen in diesem Angeljahr noch möglichst viele Fangerfolge und ein kräftiges Petri Heil.
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