Auffrischungskurs und Ausbildung neuer Fischereiaufseher und Fischereiaufseherinnen in Weida und Heldburg

Auffrischungskurs und Ausbildung neuer Fischereiaufseher und Fischereiaufseherinnen in Weida und Heldburg

Der LAVT führte unter Leitung der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Greiz am 09.07.2022 in Weida sowie am 16.07.2022 unter Leitung der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Hildburghausen in Heldburg die zweite und dritte Aus- und Weiterbildungsveranstaltung im Jahr 2022 durch. Insgesamt wurden dabei 63 Fischereiaufseher und Fischereiaufseherinnen aus- und fortgebildet.

Es freute uns besonders, dass neben den 47 etablierten 16 neue Fischereiaufseher und Fischereiaufseherinnen an der Schulung teilnahmen und den anschließenden dem Abschlusstest der Unteren Fischereibehörden bestanden.

Wie bereits bei der ersten Aus- und Weiterbildungsveranstaltung in Erfurt stellte der Landesanglerverband Thüringen e.V. allen Teilnehmern die notwendigen Gesetzestexte, ausreichend Getränke und einen leckeren Imbiss kostenfrei zur Verfügung. Unser Dank gilt dabei dem Fischereiverein Heldburg e.V., welcher uns maßgeblich bei der Organisation der Schulung in Heldburg personelle unterstützte. Des Weiteren gilt unser Dank dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft für die Übernahme der Kosten für den Dozenten sowie die Raummiete.

Besonders bedanken möchten wir uns bei Frau Theresa Weihermüller und Frau Maria Pensold von der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Greiz, Herrn René Westphal von der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Hildburghausen, Herrn Andreas Kirsch & Herrn Karl-Heinz Bergner, welche die Aus- und Weiterbildungsveranstaltung durchführten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle des LAVT und insbesondere den interessierten Fischereiaufsehern und Fischereiaufseherinnen, die an dieser Veranstaltung teilnahmen.

Natürlich werden weitere Ausbildungsveranstaltungen für Fischereiaufseher und Fischereiaufseherinnen folgen. Wir werden die nächsten Termine über unsere Homepage bekannt geben.

Petri Heil

Ihr Landesanglerverband Thüringen e.V.

Waldbrandgefahr!

Waldbrandgefahr!

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen enormen Waldbrandgefahr möchten wir alle Anglerinnen und Angler auf die besonderen Gefahren hinweisen.

Flächendeckend herrscht derzeit in Thüringen die Waldbrandstufen 4 bis 5.

Eine aktuelle Karte über die Waldbrandstufen kann hier eingesehen werden:

https://www.thueringenforst.de/aktuelles-service/info-karten/waldbrandgefahrenstufenkarte

Wir möchten darauf hinweisen, dass das Anlegen von Feuerstellen untersagt ist. Doch nicht nur der Wald ist gefährdet, sondern auch Wiesen, Felder und Schilfgürtel sind durch die anhaltende Trockenheit stark brandgefährdet. Daher möchten wir euch bitten, folgende Verhaltenshinweise zu beachten:

  • Unterlasst bitte alle Handlungen, die den Ausbruch von Bränden begünstigen können
  • Parkt mit eurem Fahrzeug nicht über entzündlichen Untergrund. Katalysatoren erhitzen sich während der Fahrt so stark, dass sie Brände verursachen können
  • Haltet unbedingt Wald- und Feldwege frei
  • Lasst keine Glasabfälle achtlos liegen. Diese können wie Brenngläser wirken.
  • Achtlos weggeworfene Zigarettenreste wirken wie Brandsätze. Daher ist dies unbedingt zu unterlassen.
  • Hinterfragt eure Handlungen in der Natur und seid wachsam.
  • Sensibilisiert eure Freunde und Bekannte auf die Gefahren von Waldbränden.
  • Bei eigenen Löschversuchen (durch Austreten, Löschen mit Wasser und Feuerlöschern, Abdecken mit Sand oder Erde) geht die eigene Sicherheit immer vor.
  • Meldet Brände oder Rauchentwicklungen sofort unter dem Notruf 112

Vielen Dank für Eure Unterstützung bei der Vermeidung von Waldbränden.

Landesanglerverband Thüringen e.V.

DAFV Gemeinschafts-Hegefischen für Menschen mit Behinderung 2022 in Breitungen (Thüringen)

DAFV Gemeinschafts-Hegefischen für Menschen mit Behinderung 2022 in Breitungen (Thüringen)

Der Angelsportverein Breitungen e.V. und der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) waren vom 08. Bis 10. Juli 2022 Ausrichter des DAFV Gemeinschafts-Hegefischen für Menschen mit Behinderung.

v.l.n.r: Jürgen Rosenthal – DAFV Referent für Angeln für Menschen mit Behinderung
Achim Ramm – Referatsleiter für Forst-, Jagd- und Fischereipolitik im TMI
Christian Kleinsteuber – 1. Vorsitzender des SAV Breitungen e.V.

Mit großen Erwartungen sind Mädchen und Jungen, Frauen und Männer mit einem Handicap aus ganz Deutschland an die Breitungen Seen gereist. Viele von ihnen waren zum ersten Mal in Thüringen und waren begeistert von der tollen Landschaft, den attraktiven Gewässern und der herzlichen Begrüßung. Gleich vornweg, die Mitglieder des ausrichtenden Vereins und der Referent für Angeln für Menschen mit Behinderung, Angelfreund Jürgen Rosenthal, haben die Veranstaltung super vorbereitet.

Am 08. Juli 2022, 18.00 Uhr wurde das Angeln für Menschen mit Behinderung von der Landrätin für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Frau Peggy Greiser und dem Bürgermeister der Stadt Breitungen, Herr Ronny Römhild, feierlich eröffnet. Frau Landrätin Peggy Greiser war von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der Veranstaltung so angetan, dass sie spontan 400 Euro spendete.

Bereits bei der Eröffnungsveranstaltung wurde deutlich, dass die anwesenden Anglerinnen und Angler mit großer Begeisterung ihr Hobby leben. Auch wenn sie mit viel Leidenschaft dabei sind, ihnen das Angeln Selbstverwirklichung, viel Freunde und einen engen Kontakt zur Natur bringt, so müssen sie doch mit einer Vielzahl von Hemmnissen leben. Insbesondere die Erreichbarkeit der Gewässer, das Fehlen einer geeigneten Begleitperson, verbunden mit starken gesundheitlichen Einschränkungen sind häufig die Gründe für eine reduzierte Angelaktivität. Darum ist es so wichtig, dass es auch solche Veranstaltungen gibt. Doch noch viel wichtiger ist die tägliche soziale Integration in den Vereinen und die Schaffung der notwendigen Bedingungen für Menschen mit Behinderung. Sicherlich keine leichte, aber sehr wichtige Aufgabe in allen Landesverbänden, ja in unserer Gesellschaft.

Am 09. Juli trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits kurz nach 6.00 Uhr am Anglerheim des ASV Breitungen e.V. Nach dem alles Organisatorische abgearbeitet und die Angelsektoren belegt waren, wurden von 8.00 bis 12.00 Uhr die Angelruten ausgeworfen.

Das Wetter war sehr wechselhaft, so wie die Beißlaune der Fische. Doch der starken Regen blieb aus und allen hatten einen tollen Angeltag. Neben einer Vielzahl von kleinen Weißfischen wurden auch sehr stattlich Bleie gefangen.  Die Auswertung des Angelns fand am gleichen Tag gegen 18.00 Uhr auf dem Vereinsgelände des ASV Breitungen e.V. statt und wurde vom verantwortlichen DAFV – Referenten, Angelfreund Jürgen Rosenthal vorgenommen. Der erfolgreichste Teilnehmer, welcher auch den größten Fisch fing, war Angelfreund Hartmut Schmoldt vom Verband Hessischer Fischer e.V.

Herzlichen Glückwünsch auch vom Vorsitzenden des ASV Breitungen e.V., Angelfreund Christian Kleinsteuber sowie vom Landesanglerverband Thüringen e.V., welcher mit drei Angelfreunden an der Veranstaltung teilnahm. 

Das Grußwort zur Abschlussveranstaltung hielt der Referatsleiter für Forst- Jagd- und Fischereipolitik im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Herr Achim Ramm, welcher ebenfalls sehr angetan war von der sehr guten Organisation, aber vor allem von der Freude zu ihrem Hobby, welches in den strahlenden Gesichtern der Anglerinnen und Angler zu sehen war. Der Geschäftsführer des LAVT überreichte zum Schluss allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, allen Betreuern und allen Mitgliedern des ASV Breitungen e.V., welche zum erfolgreichen Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, eine sehr schöne Erinnerungsmedaille.

Angelfreund Jürgen Rosental übergab allen, als schöne Erinnerung, eingerahmte Bilder mit unseren heimischen Fischarten. Bei leckerem Essen, in gemütlicher Runde wurden noch viel erzählt, gelacht und es fanden sich neue Freunde. Das Schönste war jedoch das große Lob unserer Gäste, welchen es in Breitungen super gefallen hat und Sie würden sehr gern wieder nach Thüringen kommen. Einige haben bereits beim Verein als Gastangler neu gebucht, so gut hat es Ihnen am Breitunger See gefallen.

Dann auf ein Neues.

Petri Heil

André Pleikies
Geschäftsführer LAVT

Offener Brief des LAVT vom 01.07.2022

Offener Brief des LAVT vom 01.07.2022

Hilferuf der Betroffenen am Fließgewässer Apfelstädt/TS Wechmar vom 17.06.2022 wird durch die zuständigen Thüringer Behörden ignoriert – über 14 Tage Schweigen, immer noch keine Reaktion

Seit 2019 hat der Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) sowie unzählige Anlieger verstärkt auf die akuten Wasserprobleme im Fließgewässer Apfelstädt hingewiesen. Schon damals war kein ernsthafter Wille zur Lösungsfindung zu erkennen. Im Gegenteil, die Kritiken und Hilferufe wurden, so wie heute, vom Thüringer Umweltministerium ignoriert.

Begleitende Bilder und Videos zum offenen Brief:

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Mit der Ertüchtigung der Westringkaskade im Jahr 2018, einem 45 km langen Rohrleitungssystem, welches nicht nur in der Sache, sondern auch rechtlich sehr umstritten ist sowie der zusätzlichen Inbetriebnahme von zwei Wasserkraftanlagen in Erfurt und Gotha wurde der Apfelstädt vom Thüringer Umweltministerium der Todesstoß versetzt.

Bereits im Jahr 2018 und dann verstärkt 2019 kam es so zu mehreren, dramatischen Fischsterben, welche nicht allein mit den geringen Niederschlagsmengen zu erklären sind.

Rechtlich sind für den Gewässer- und Fischartenschutz sowie für die Bergung und das Umsetzen bzw. die Entsorgung tausender toter Fische der Verursacher / Gewässereigentümer verantwortlich.

Da der Freistaat Thüringen und speziell das Thüringer Umweltministerium schon damals nichts unternahmen, hat der Landesanglerverband Thüringen e.V. mit großem personellen und finanziellem Aufwand Notabfischungen auf einer Gewässerstrecke von ca. 20 km durchgeführt, um wenigstens einen Teil der Fische zu retten. Leider mussten tausende tote Fische fachgerecht entsorgt werden. Dabei handelte es sich neben Bachforellen auch um Rote-Listen-Arten, wie Groppe und Bachneunauge sowie um die FFH-Art Äsche. Alle diese Arten sind deutschlandweit, so auch in Thüringen zum Teil stark gefährdet und werden aktuell in Thüringen allein durch die Fischartenschutzprogramme der organisierten Angelfischerei in ihren Beständen erhalten.

Wenn die Umweltministerin Frau Siegesmund vor allem den Klimawandel für die Wasserprobleme in unseren Flüssen verantwortlich macht, was sicherlich für den Großteil der Gewässer einer der zentralen Gründe ist, dann müsste Sie doch erst recht verantwortungsvoll, nachhaltig und klug mit jedem Tropfen Wasser im Interesse des Gewässerschutzes umgehen.

Wieso unterstützt Sie, die mit der Aktivierung der Westringkaskade im Zusammenhang stehende Umleitung des für die Apfelstädt lebenswichtigen Wassers, in eine wenig effiziente Wasserkraftanlage, welche allein durch ein leistungsstarkes Windrad hätte ersetzt werden können? Ist das die neue, nachhaltige Energiepolitik – Strom um jeden Preis?!

Warum lässt sie mit ihrer Entscheidung als Umweltministerin, welche für den Gewässer- und Artenschutz verantwortlich ist, die Zerstörung eines Flusses mit einer Länge von über 34 km zu? Immerhin handelte es sich bis 2017 bei der Apfelstädt, um ein sehr hochwertiges Gewässerökosystem, welches Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna sowie Heimat für tausende Thüringer Bürgerinnen und Bürger war und ist?

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Dass Sie mit unserem Verband, der oft unbequeme Fragen, insbesondere zum Gewässer- und Fischartenschutz stellt, nicht korrespondieren will, ist die eine Sache, aber dass Sie in ihrem Amt auf Schreiben und Hilferufe nicht oder viel zu spät antworten lässt, ist unakzeptabel.

Dass Frau Siegesmund als Umweltministerin keinerlei helfende Maßnahmen eingeleitet hat, wenn zehntausende Fische und andere an das Wasser gebundene Tier- und Pflanzenarten grausam verenden, wie im Jahr 2019 und bei der aktuell kritischen Wassersituation und dem verstärkten Ablassen der Talsperre Wechmar, wiederum stark gefährdet sind, ist mit nichts zu rechtfertigen!

Dies alles, obwohl, die beiden oberen Talsperren, Ohra und Tambach – Dietharz gut mit Wasser gefüllt sind und es kurzfristig möglich wäre, die Situation zu entspannen und der Apfelstädt mehr Wasser über die Talsperren zur Verfügung zu stellen.

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Sicherlich werden wir auf Grund der Trockenheit und fehlenden Niederschlägen in vielen Gewässern zunehmend Wasserprobleme bekommen, einige Gewässer werden zeitweise oder manche sogar für immer trockenfallen.

Es ist eine Tatsache, der wir uns dieser Situation stellen müssen und nicht immer wird es eine Lösung für die zunehmenden Wasserprobleme geben können. Hier allein eine Behörde verantwortlich machen zu wollen, wäre nicht richtig.

Das Thüringer Umweltministerium versucht mit einer Niedrigwasserstrategie, über die sich durchaus diskutieren lässt, den strategischen Umgang mit langanhaltender Trockenheit und Dürre, deren Auswirkung in Form von Niedrigwasser in den Oberflächengewässern und im Grundwasser sowie die vorgesehen Maßnahmen bis 2027 darzustellen.

Doch bei der Apfelstädt sind die Wasserprobleme vorrangig das Ergebnis falscher behördlicher Entscheidungen. Kommerz und schwarze Zahlen stehen vor Arten-, Gewässer- und Umweltschutz. Da muss man kein großer Mathematiker sein: die Zerstörung von 34 km Fließgewässer kommt der Allgemeinheit, sprich dem Steuerzahler um ein Vielfaches teurer, als die Einnahmen über die erzielten Stromgroschen. Auch bindet ein so großes Fließgewässer mit seiner Unterwasser- und Ufervegetation deutlich mehr Kohlendioxid als alle Wasserkraftanlagen der Westringkaskade zusammen.

Darum sind die Erklärungsversuche oder Rechtfertigungen aus dem Umweltministerium unakzeptabel und in keiner Weise hilfreich. Die Hauptursachen für das Trockenfallen der Apfelstädt und die möglichen Lösungen findet man in den Erklärungen des Thüringer Umweltministeriums nicht.

Die Betroffenen vor Ort können die Argumentationen bzw. „fachlichen Aussagen“ nicht mehr ernst nehmen. Wer hier mehr erfahren möchte, kann dies gern auf den Internetseiten

tun.

Warum ist die Umweltministerin Frau Siegesmund nicht dazu bereit, endlich konstruktiv und lösungsorientiert an der Beendigung dieser Umweltkatastrophe zu arbeiten und warum gibt sie gemachte Fehler in Ihrem Ministerium nicht zu?! Das würde Ihr sicherlich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Sympathiepunkte bringen.

Die Menschen, welche seit Jahrzehnten an und mit der Apfelstädt leben, sind nicht alle Wasserbauer, Hydrologen, Staumeister oder Biologen, aber Sie haben ein sehr feines Gefühl dafür, ob die Aussagen und Erklärungsversuche der verantwortlichen Politiker und Behörden stimmen und sie an einer wirklichen Problemlösung interessiert sind. Momentan bestehen daran bei Vielen berechtigte Zweifel und die Menschen fühlen sich nicht mehr mit ihren Problemen ernst genommen.

Margaret Mead (Ethnologin USA 1901-1978), sagte einst Folgendes:
„Man sollte nie daran zweifeln, dass eine kleine Gruppe kluger, engagierter Bürger die Welt verändern kann.
In der Tat ist das der einzige Weg, der jemals Erfolg hatte.“

Bitte unterstützen Sie, durch die Veröffentlichung unseres Schreibens bzw. der darin enthaltenen Fakten, die engagierte Arbeit unzähliger Menschen an der Apfelstädt sowie der Vereine und Verbände, welche sich gegen diese Katastrophe auflehnen.

Bitte unterstützen Sie uns, gemeinsam die Zerstörung von Lebensqualität und eines wunderschönen Stücks Heimat aufzuhalten. – Letztendlich sind wir alle Betroffene.

Dietrich Roese – Präsident LAVT
André Pleikies – Geschäftsführer LAVT

Statement des Präsidenten des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. zum unterlassenen Handeln von Frau Umweltministerin Siegesmund

Statement des Präsidenten des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. zum unterlassenen Handeln von Frau Umweltministerin Siegesmund

Hier dokumentieren wir unser Schreiben (wiederholter Hilferuf) an Frau Umweltministerin Siegesmund und dem Staatssekretär Herrn Dr. Vogel. Dieses ging per E-Mail und per Post am 17.06.2022 an beide Verantwortungsträger. Zusätzlich wurde das Schreiben noch am gleichen Tag gegen 20:30 Uhr persönlich von der Geschäftsleitung ins Umweltministerium gebracht.

Unser Schreiben 2022 im Wortlaut (PDF-Datei zum Download):
Gefahr in Verzug-Eilt-Wassermanagement Wechmar v. 24.06.2022

Bis zum heutigen Tag gab es keine Unterstützung oder irgendeine Reaktion. Noch nicht einmal eine Bestätigung des Posteinganges und dies, trotz der Dringlichkeit des Anliegens.

Bereits beim Fischsterben im Juni 2019 hat das Umweltministerium erst nach 3 Wochen den Eingang unseres Schreibens (ebenfalls ein dringender Hilferuf) bestätigt, da waren bereits mehrere tausende Fische verendet und nochmals Wochen später erhielten wir von einem Ihrer Mitarbeiter ein in keiner Weise hilfreiches Schreiben. Die wiederholte Nichtachtung der berechtigten Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern und dies bei Gefahr in Verzug, ist mit nichts zu rechtfertigen und überaus enttäuschend.

Unser Schreiben 2019 im Wortlaut (PDF-Datei zum Download)
Anschreiben Fischsterben Apfelstädt v.26.06.2019

Sicherlich kann eine Politikerin und Umweltministerin nicht immer sofort eine geeignete Lösung anbieten (in diesem Fall gibt es eine Lösung), doch kann es nicht sein, dass zum wiederholten Male keine Reaktion erfolgt und das Problem ausgesessen wird. Beide waren in Thüringen, stehen einem großen Ministerien vor, haben eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche das dringende Problem hätten sofort bearbeiten können. Warum geschah bzw. geschieht das nicht! Nicht nur, dass wir dieses ignorante Verhalten von Frau Umweltministerin Siegesmund und Herrn Staatssekretär Dr. Vogel durchaus zu werten wissen, für unsere Mitglieder sowie viele ortsansässige Bürgerinnen und Bürger ist dieses Verhalten nicht akzeptierbar.

Das sich dann zunehmend Enttäuschung, Wut und Politikverdrossenheit bei den Betroffenen aufbaut, ist nur zu verständlich.
Müssen erst wieder zehntausende Fische sterben?!

Dietrich Roese
Präsident des LAVT

Bachforellenschutzprogramm des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Bachforellenschutzprogramm des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Notwendigkeit und Fortführung der Besatzmaßnahmen im Jahr 2022

In den letzten Jahren hat sich auch die Bestandssituation bei unserer heimischen Bachforelle zunehmend verschlechtert. Darum hat der Landeanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) mit genau den gleichen Schwerpunkten, wie bei Äschenschutzprogramm, ab dem Jahr 2010 ein eigenes Bachforellenschutzprogramm aufgelegt.

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Insgesamt spielt der Schutz unserer heimischen Fischfauna, auf Grund ihres gestiegenen Gefährdungsgrades eine immer wichtigere Rolle. Auch unsere Bachforelle wäre in Thüringen, ohne die entsprechenden Hege- und Besatzmaßnahmen der organisierten Angelfischerei noch stärker in ihrem Bestand gefährdet. Zum Thema Fischbesatz sind bereits seit Jahrzehnten die vielfältigsten Studien und umfangreiche Fachliteratur/Schriftenreihen vorhanden. Dabei gibt es pauschal gesagt zwei unterschiedliche Ansätze, der eine, welcher Fischbesatz unter optimalen Lebensraumbedingungen bewertet und der andere, welcher die tatsächlichen Gewässerbegebenheiten und Störgrößen, wie den massiven Fischfraß durch Prädatoren, berücksichtigt.

Die Vorschläge von Kritikern des Fischbesatzes, welche, wenn überhaupt nur den Besatz mit Fischbrut erlauben wollen, sind nicht neu, jedoch nur unter ganz bestimmten, optimalen Lebensraumbedingungen praxistauglich. Viele Vereine und der Landesanglerverband Thüringen e.V. beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema sowie mit dem Besatz von Bachforellenbrut. Der Großteil der Bachforellenbrut wird bereits seit Jahrzehnten durch unsere Vereine und dem LAVT (Thüringer Gewässerverbund/ Saalekaskade) von den Thüringer Fischereiunternehmen bezogen oder im Rahmen eigener Schutzprogramme selbst erzeugt. In der Praxis hat sich leider wiederholt bestätigt, dass allein über den Besatz mit Fischbrut, insbesondere bei Bachforellen, der Fischbestand nicht nachhaltig aufgebaut werden kann.

Auf Grund des massiven Fraßdruckes verschiedener Prädatoren, wie Kormoran, Grau- und Silberreiher, Gänsesäger, Mink und zunehmend durch den Fischotter, sind unsere heimischen Fischarten akut in ihren Beständen gefährdet. Eine nachhaltige Fischhege, wie wir sie uns vorstellen und in Fachbüchern beschrieben wird, ist aktuell nicht oder nur sehr bedingt möglich.

Ohne regelmäßige Hege- und Besatzmaßnahmen, auch von Setzlingen und größeren Fischen, würden die Bachforellenbestände in vielen unserer Salmonidengewässer zusammenbrechen. Seit ca. 20 Jahren erreicht der überwiegende Teil der Bachforellen nicht mehr die Laichreife, da sie vorher von Prädatoren gefressen werden. Dies ist in der Praxis die Realität und wird von einer Vielzahl von Studien bestätigt! Noch vor dem Jahr 2000 mussten wir in der Mehrzahl der Thüringer Salmonidengewässer deutlich seltener Bachforellen besetzen, da sich ausreichend laichreife Fische entwickeln konnten und diese oft mehrfach die Chance hatten abzulaichen. Im Ergebnis hatten wir früher einen deutlich besseren Fischbestand in unseren Salmonidengewässern und das trotz schlechterer Wasserqualität, ungenügender Durchgängigkeit und Gewässerstruktur.

Wir sollten uns beim Thema Fischbesatz endlich wieder ehrlicher machen und objektiv die Realitäten bewerten. Unsere Fließgewässer sind nun mal nicht unter einer Glaskugel geschützt und haben auf Grund einer Vielzahl zivilisatorischer Einflüsse nicht mehr die Ertragsfähigkeit, wie vor 200 Jahren. Selbst Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit und Gewässerstruktur werden daran nur bedingt etwas ändern. Wir leben in einer entwickelten Kulturlandschaft und auch Gewässer unterliegen einer vielfältigen Nutzung. Wir tragen hier alle Verantwortung und das Thema Fischartenschutz bedarf einer aktiven Problemlösung.

Eine wichtige Aufgabe hat dabei die fischereiliche Nutzung der Gewässer durch die Thüringer Angel- und Berufsfischerei. Die gesamte Thematik ist wenig dazu geeignet fragwürdige Problemfelder aufzumachen um weitere Studien zu akquirieren, das Rad zum zigsten Mal neu erfinden zu wollen und damit weiter unnötige Zeit für wirkliches Handeln zu verlieren. Es gibt umfangreiche, langfristige Erfahrungen und ein vielfältiges praktisches Wissen bei der fischereilichen Bewirtschaftung von Gewässern sowie der Hege und dem Schutz der Fischbestände. Auch die tatsächlichen Gründe für die Gefährdung unserer heimischen Fischarten sind seit langem bekannt. Wir müssen die Realität und speziell die Ursachen für die Gefährdung unserer heimischen Fischfauna nur sehen wollen und nicht versuchen Studien, welche Fischbesatz unter „Laborbedingungen“ bewerten, als Grundlage zu nehmen.

Vorschläge von Personen, welche nur wenig fischereiliches Fachwissen und praktische Erfahrungen vorweisen können, aktuell in Thüringen als Fischereifachleute agieren, gern von Kritikern der Berufs- und Angelfischerei in Anspruch genommen werden, gefährden die Zukunft der heimischen Fischfauna sowie der Thüringer Berufs- und Angelfischerei. Nur über eine stabile, wirtschaftlich starke Thüringer Berufs- und Angelfischerei kann auch der Schutz unserer heimischen Fischarten und der Lebensgemeinschaften an und in den Gewässern langfristig sichergestellt werden. Keiner der kleinen Thüringer Fischereibetriebe kann allein mit der Produktion von Fischbrut überleben. Auch kein Angelverein kann sich stabil entwickeln oder wird weiterhin Geld und Manpower in den Fischartenschutz investieren, wenn seine Mitglieder keinen verwertbaren Fisch mehr fangen.

Die Fischerei hat nicht nur eine lange Tradition, sondern heute eine wichtige soziokulturelle und wirtschaftliche Bedeutung in unserer Gesellschaft. Sie vermittelt Lebensqualität, leistet einen wichtigen Beitrag beim Arten- und Gewässerschutz sowie für eine gesunde Ernährung. Dies alles sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzten. Grundsätzlich sollte die Erzeugung von Fischbrut und Satzfischen vorrangig in den Händen von fachkundigen Fischereiunternehmen, welche unter Aufsicht der Veterinärämter/ Fischgesundheitsdienst stehen sowie langjährig erfolgreich betriebene Aufzuchtanlagen der Angelfischerei mit erfahrenem, fachkundigem Personal, bleiben. Wir haben massive Probleme im Fischartenschutz und eigentlich keine Zeit uns über die Notwendigkeit bzw. Förderfähigkeit von Fischbesatz zu streiten, so wie es momentan leider geschieht.

Um es deutlich zu sagen, der LAVT sieht aktuell als einziger Anglerverband in Thüringen die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Förderung einer Vielzahl heimischer Fischarten und dies in verschiedenen Altersklassen, bis hin zu Laichfischen. Bei vielen Fischarten, so auch bei der Bachforelle, benötigen wir dringend einen ausreichenden, stabilen Laichfischbestand. Schon heute fehlt es an geeigneten Bachforellenlaichern bzw. den notwendigen Kapazitäten für deren Haltung. Darum wären diesbezügliche langfristige Förderprogramme für ausgewählte Fischereiunternehmen, welche die entsprechenden Voraussetzungen haben, dringend angezeigt. Doch entscheidend für das zukünftige Überleben unserer heimischen Fischfauna, auch der Bachforelle, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung in der Artenschutzpolitik, verbunden mit der dringend notwendigen, fachlich begleiteten Regulierung von Prädatoren, wenn diese sich überproportional entwickeln und andere Arten in ihrer Existenz massiv gefährden.

Besonders große Verantwortung tragen die Interessengruppen, welche, oft aus persönlichem Interesse, Arten in Thüringen ansiedeln, für welche in der heutigen Kulturlandschaft der notwendige Lebensraum oft nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden ist. Die Kosten und Folgen von Fehlentwicklungen im Artenschutz, welche maßgeblich durch politische und behördliche Entscheidungen verursacht werden, tragen letztendlich immer die Bürgerinnen und Bürger. Für Fischereiunternehmen können diese sogar Existenz bedrohend sein.

Wie sagte richtigerweise Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der Alba Group:
„Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.“

Aktuell sehen wir, was die Gefährdung unserer heimischen Fischfauna betrifft, einen Expresszug ungebremst auf eine Mauer zufahren. Verantwortung dafür tragen viele und es fehlt aktuell an den richtigen Entscheidungen.

Dietrich Roese                                   André Pleikies
Präsident                                           Geschäftsführer