30.06.2009 | DAFV: Einheit der Angler in Deutschland
Zu dieser wichtigsten Fachtagung der deutschen Berufs- und Angelfischerei trafen sich am Mittwoch, den 1. Juli 2009, im Kongresszentrum des Atlantic Hotels Sail City die Präsidenten und Geschäftsführer der VDSF/DAV Regional- und Landesanglerverbände aus ganz Deutschland.
Diese Tagung war die Fortsetzung der ersten gemeinsamen Beratung zum Fischereitag im vergangenen Jahr in Saarbrücken und der Wismarer Gespräche der Verbände der neuen Bundesländer. Dabei ging es um das für die Deutsche Angelfischerei und ihre weitere stabile Entwicklung wichtigste Thema, den Zusammenschluss des VDSF- und DAV Bundesverbandes zu einem gemeinsamen Dachverband.
Als erster Redner wünschte Holger Ortel, Präsident des Deutschen Fischereiverbandes, den Teilnehmern für diese so wichtige Veranstaltung vor allem Erfolg. In seinen Ausführungen fand er deutliche Worte. So stellte er allen Anwesenden zwei Fragen: „Warum leistet sich die Deutsche Anglerschaft mit zwei Bundesverbänden noch immer doppelte Strukturen und wird gegenwärtig wirklich ernsthaft an der Vereinigung der beiden Bundesverbände gearbeitet?
Holger Ortel machte deutlich, dass ihm die positive Entwicklung der deutschen Angelfischerei am Herzen liegt, denn die Angler sind mit über einer Million zahlender Mitglieder das Rückrat des Deutschen Fischereiverbandes. Er äußerte seine Zweifel, ob eine Trennung der Anglerschaft auf Dauer Sinn macht. Aus diesem Grund rief er dazu auf, sich einen möglichst straffen Zeitplan vorzugeben und den angefangenen Weg schon bald erfolgreich zu beenden. Es kann nicht um Eitelkeiten, sondern nur um Verantwortung im Interesse der Sache gehen.
Er bittet alle Beteiligten, einen Gang höher zu schalten, so dass schon zum nächsten Deutschen Fischereitag in einem Jahr in München positive Ergebnisse vorliegen.
In der nachfolgenden Diskussion zogen die Mitglieder des Tagungspräsidiums zuerst ein Resümee über das seit dem Fischereitag in Saarbrücken Erreichte. Danach begann ein sehr lebendiger Gedankenaustausch über die weiteren Schritte eines möglichen Zusammengehens von VDSF und DAV.
Eberhard Weichenhan, Präsident des Landesanglerverbandes Brandenburg e.V. (DAV), führte in seiner Rede aus, dass sich das Ergebnis seit Saarbrücken, trotz vieler Hemmnisse und Probleme, durchaus sehen lassen kann. Er wies darauf hin, dass ein späterer gemeinsamer Dachverband nicht alles richten könne, da die Fischereipolitik in Deutschland vorrangig in den Ländern gemacht wird. Es wäre zu begrüßen, wenn sich mit der Gründung eines einheitlichen Dachverbandes auf Bundesebene auch die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden in den Ländern verbessert. Er ist optimistisch, dass die deutsche Anglerschaft in den nächsten Jahren einen gemeinsamen Dachverband gründen wird. Aufgebaute Feindbilder aus der Vergangenheit gilt es abzubauen.
In diesem Zusammenhang dankte er dem langjährigen Präsidenten des VDSF Landesanglerverbandes Mecklenburg – Vorpommern e.V., Angelfreund Karl-Heinz Hennig, für die vertrauensvolle, freundschaftliche Zusammenarbeit, welche beide Verbände seit Jahren verbindet.
Karl-Heinz Hennig gab diesen Dank gern zurück und machte deutlich, dass es nicht viele Punkte gibt, in denen sich DAV und VDSF unterscheiden bzw. die trennend wären. Dies zeigt auch das von Eberhard Weichenhan vorgestellte Eckpunktepapier des DAV zur Zusammenarbeit. Wir alle haben die gleiche Passion und gemeinsame Interessen.
Schon im Jahr 2008 in Lübeck hat der VDSF zu seiner Jahreshauptversammlung einstimmig beschlossen, den Zusammenschluss der beiden Bundesverbände voranzubringen.
Sicherlich gilt es im Vorfeld noch einiges zu klären, wie die Vermögensfragen, die rechtliche Form des Zusammenschlusses oder der Name und Sitz des Verbandes. Karl – Heinz Hennig rief alle Verantwortlichen dazu auf, so gut an der Vereinigung zu arbeiten, dass alle unsere Mitglieder damit einverstanden sind.
Der Präsident des VDSF – Bundesverbandes, Angelfreund Peter Mohnert, sprach sich deutlich für den Zusammenschluss der beiden Bundesverbände aus. Auch er betonte, dass das Eckpunktepapier des DAV zeigt, wie Nahe VDSF und DAV beieinander liegen.
Er betonte, ein wichtiges Ziel eines gemeinsamen Dachverbandes muss es sein, sich dafür einzusetzen, dass das Fischereirecht in den Ländern weiter angeglichen wird und unsinnige Regelungen herausgenommen werden. Auch nehmen die Probleme für die Angelfischerei stetig zu und wir dürfen uns nicht weiter auseinanderdividieren lassen.
Peter Mohnert machte in seinen Ausführungen deutlich, dass er für einen Sitz des gemeinsamen Verbandes in Berlin votiert und er sich als Namen für den neuen Dachverband durchaus auch den Namen Deutscher Anglerverband (DAV) vorstellen kann. Um dies abschließend entscheiden zu können, sind genauere rechtliche Prüfungen notwendig.
Prof. Dr. Werner Steffens informierte die Anwesenden, dass das Präsidium des DAV hinter dem Zusammenschluss der beiden Bundesverbände und der heutigen Diskussion steht. Die Landesverbände sind die tragende Säule dieser Entwicklung. Es wäre wünschenswert, ja sinnvoll, wenn die Verbände in den Ländern ebenfalls stärker aufeinander zugehen.
In der weiteren Diskussion wurden von den Beteiligten immer wieder die überwiegend vorhandenen Gemeinsamkeiten zwischen VDSF und DAV sowie die Notwendigkeit des Zusammenschlusses hervorgehoben. Eine genaue, möglichst überschaubare Zeitschiene, so wie von Herrn Holger Ortel, Präsident des Deutschen Fischereiverbandes, am Anfang empfohlen, lief Gefahr in der sehr offenen, sachlichen Diskussion unterzugehen.
So ergriff der Thüringer Landesangelfischereiverband noch einmal die Initiative und wies auf die Wichtigkeit der Vorgabe eines zeitlichen Rahmens für die Vereinigung beider Verbände hin. Unser Verband beantragte als Zielvorgabe die Vereinigung von VDSF und DAV innerhalb der nächsten beiden Jahre anzustreben. Vom Deutschen Fischereitag muss das Signal an die gesamte Anglerschaft ausgehen, dass beide Bundesverbände ernsthaft und zeitlich überschaubar an der Vereinigung arbeiten.
In der nachfolgenden Diskussion wurde unser Antrag von einer Vielzahl anderer DAV und VDSF – Landesverbände unterstützt und im Ergebnis von allen anwesenden Verbänden einstimmig beschlossen. Eine entsprechende gemeinsame Presseerklärung DAV/ VDSF wurde im Nachgang verabschiedet.
Der Zusammenschluss der beiden Verbände soll durch zwei 6-er Arbeitsgruppen fachlich so gut vorbereitet werden, dass dieser innerhalb der nächsten zwei Jahre realisiert werden kann.
Die Mitglieder der beiden Verhandlungskommissionen wurden von den jeweiligen Leitungsgremien ihrer Bundesverbände berufen.
In Ihren Schlussworten zeigte sich Prof. Dr. Werner Steffens für den DAV und Peter Mohnert für den VDSF freudig überrascht über das positive Ergebnis der Tagung.
Es zeigt, wir müssen einfach mehr miteinander reden und Vorbehalte abbauen. Optimistisch sehen beide dem kommenden Deutschen Fischereitag in München entgegen. Dass die Tagung in München fortgesetzt wird, haben die anwesenden Verbände vorab einstimmig beschlossen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch dem Versammlungsleiter, Angelfreund Andreas Koppetzki, welcher mit viel Geschick und stets Ruhe ausstrahlend durch diese gelungene Veranstaltung führte.
„Dies war für mich der erste Deutsche Fischereitag, der wirklich nach Fisch gerochen hat. Dieser Fischereitag hat Geschichte geschrieben und ich bin froh, dabei gewesen zu sein.“
Mit diesem super Schlusswort vom Gastgeber der Veranstaltung, vom Präsidenten des Landesverbandes Bremen, Angelfreund Rainer Schiller, wurde die gemeinsame Tagung der DAV- und VDSF Verbände erfolgreich beendet.
Die Mitglieder für den VDSF sind:
- Hans-Jürgen Hennig Vizepräsident VDSF
- Axel Pipping Geschäftsführer LAV Mecklenburg-Vorpommern
- Lothar Nickel Präsident Landesfischereiverband Bayern
- Uwe Schuller Geschäftsführer VDSF
- André Pleikies Geschäftsführer Thüringer Landesangelfischerverband
- Dr. Ernst Heddergott Präsident Landesfischereiverband NRW
Die Mitglieder für den DAV sind:
- Eberhard Weichenhan Präsident LAV Brandenburg
- Andreas Kopetzki Hauptgeschäftsführer LAV Brandenburg
- Friedrich Richter Präsident Landesverband Sachsen
- Hans Kemp Präsident Landesverband NRW
- Peter Weineck Präsident Landesverband Sachsen- Anhalt
- Dr. Thomas Meinelt Mitglied DAV – Präsidium
André Pleikies, Geschäftsführer
25.06.2009 | Jugendevents
Am ersten Juniwochenende dieses Jahres fand der nun schon traditionelle Jugendfliegenfischertag des TLAV statt. Wie bisher arbeiteten wir mit dem Anglerverein Saalfeld (Saale) e.V. und den Castingclub Saalfeld e.V. (beide AFVOT) eng zusammen.
Sie stellten uns wiederum für diese Veranstaltung ihr Vereinsheim und den sehr gepflegten Übungsplatz zur Verfügung. Beiden Vereinen unser herzliches Dankeschön für ihre Bemühungen. Ebenso der Pacht- und Hegegemeinschaft Saalfeld, welche den Teilnehmern im Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeit einräumte, in ihrem Pachtgewässer Saale auch in diesem Jahr kostenfrei fischen zu dürfen.
Der TLAV übernahm wie auch im vergangenen Jahr den Großteil der Organisation und Finanzierung dieser Veranstaltung. Die sehr umfangreichen Vorbereitungen begannen schon Wochen vorher. Den Aufbau der Zelte und Pavillons für die einzelnen Stationen und die gesamte Gestaltung des Geländes haben die Mitarbeiter des TLAV sowie Helfer aus den Vereinen vor Ort und des TLAV schon am Freitag geleistet. Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit waren die Vorbereitungen bereits am frühen Abend abgeschlossen.
Am Samstag, den 06. Juni 2009, wurde der 3. Jugendfliegenfischertag durch den Vizepräsident des TLAV, Egbert Thon, den Vorsitzenden der Pacht- und Hegegemeinschaft Saalfeld, Thomas Roth, und den Vorsitzenden des Castingclub Saalfeld, Olaf Schulz, mit der Begrüßung der Teilnehmer eröffnet. Erfreulich für uns war wiederum, dass auch in diesem Jahr neben den uns bereits bekannten Gesichtern eine Vielzahl neuer Vereine mit ihren Kindern und Jugendlichen begrüßt werden konnten.
Zu Beginn der Veranstaltung standen die Theorie, der Umgang mit der Flugrute und das Üben auf der Wiese. Olaf Schulz vom Castingclub erläuterte die Wurfdisziplinen und Techniken. Die Spezialisten vom Castingclub, Wolfgang und Florian Gräßner, sowie Martin Mitreuter, beeindruckten mit ihren Vorführungen im Fliegenziel- und Weitwerfen durch die ereichte Präzision und Entfernungen. Für diese außergewöhnlichen Leistungen ist langjähriges fleißiges Training unbedingte Voraussetzung.
Die Fliegenfischerschulen Schau aus Greiz und Flach aus Meiningen sowie der Flugangler Bernd Steidel gaben wie immer ihr Wissen im Fliegenbinden und der Gerätezusammenstellung weiter. Innerhalb kürzester Zeit waren die Tische von Wissbegierigen umringt. Unter professioneller Anleitung von Michael Schau und Andreas Flach konnte jeder, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, Wurftechniken mit der Flugrute erlernen und verfeinern. Wer wollte konnte sich auch an der Zweihand – Lachsrute des Castingclub versuchen. Leider meinte es die Sonne in diesem Jahr nicht gut mit uns. Das graue Nieselwetter ging in Dauerregen über. Aber ein richtiger Angler lässt sich auch davon nicht von seinem Hobby abhalten. Unermüdlich und zum Teil durchnässt, schwangen unsere Jugendlichen die Flugruten. Die schon traditionelle Insektenkunde der beiden Fliegenfischer, welche sehr anschaulich vorgetragen wurde, fand bei den Teilnehmern wieder sehr großen Anklang. In kleinen Schaubecken und Lupengläsern konnten Wasserinsekten bzw. ihre Larven, welche kurz vorher in der Saale gefangen wurden, von Nahem betrachtet werden. Sogar eine kleine Mühlkoppe wurde in einer Fahne des Flutenden Hahnenfußes gefunden. Sie wurde natürlich nach kurzer Betrachtung wieder zurück in ihr Element gesetzt.
Für das leibliche Wohl sorgte unsere „Chefköchin“ Ilona Grüner mit ihren „Küchenfeen“ Brigitte Wetzel, Anna Marawaki und Steffi Günther mit den schon fast legendären Nudeln und einer feurigen Tomatensoße.
Nach dem Essen und noch einigen Wurfübungen ging es dann unter fachkundiger Führung der Betreuer Klaus Freund, Bernd Hartung, Thomas Ritter und Lars Mönch zum praktischen Angeln in die Saale. Leider führte der nicht enden wollende Regen dazu, dass sich die Forellen kaum an der Wasseroberfläche blicken ließen. So konnten nur einige fortgeschrittene Flugangler nennenswerte Fangerfolge verbuchen. Aufgrund der Witterung blieb der normaleweise übliche sogenannte Abendsprung aus, so dass auch zum Abend hin die Fangerfolge eher bescheiden ausfielen. Die Dämmerung begann bereits als die letzten Angler hungrig aus der Saale stiegen. Auf dem Grill warteten schon appetitlich duftende Rostbratwürste, die wie im vergangenen Jahr vom Saalfelder Marktkaufchef, dem Angelfreund Detlev Wiesmann, gebraten wurden. Von ihm bezogen wir auch unsere Bratwürste, Brot und Brötchen. Vergessen möchten wir an dieser Stelle nicht die Privatbrauerei Gessner, welche bereits zum dritten Mal für beide Tage die alkoholfreien Getränke gesponsert hat. Dafür ebenfalls ein dickes Dankeschön. In gemütlicher Runde unter Lichterketten und im Fackelschein klang der erste Veranstaltungstag langsam aus.
Am Sonntag hatte sich das Wetter etwas gebessert. Nach dem kräftigen Frühstück ging es noch mal zum Angeln an die Saale, um das magere Ergebnis des Vortages etwas aufzubessern.
An späten Vormittag begannen die Angelfreunde Ilona Grüner, Klaus Freund und Joachim Kloß, die von der Fischzucht Hickethier gesponserten Forellen zu räuchern. Jeder Teilnehmer konnte zum Mittag eine frisch geräucherte Forellen sofort essen oder mit nach Hause nehmen. Außerdem gab es wie am Vortag leckere Bratwürste vom Grill.
Zum Abschluss der beiden erlebnisreichen Tage erfolgte die Auswertung der Fänge unserer Jugend. Dabei zeigte sich, dass die Nachwuchsangler von den Brühler Anglerfreunden e.V. die Erfolgreichsten waren. Ihnen unseren herzlichen Glückwunsch. Trotz Regenwetter war es wieder eine gelungene Veranstaltung für unsere Jugend. Viele hätten gern noch ein, zwei Tage daran gehängt und freuen sich schon auf das nächste Jahr.
Abschließend möchten wir uns bei Allen nochmals herzlich bedanken, die zum erfolgreichen Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Insbesondere bei den vielen fleißigen Helfern, die beim Aufund Abbau und der Bereitstellung der Verpflegung mitgewirkt haben, wie Ilona Grüner, Manuela und Klaus Freund, Joachim Kloß, Michael und Andreas Wetzel, Olaf Marawaki (alle TLAV), Detlev Wiesmann, Steffi Günther, Enrico Günther (alle AV Saalfeld e.V.), und Olaf Schulz vom Castingclub Saalfeld e.V., der extra für uns die große Rasenfläche superglatt gemäht hatte. Ein besonderer Dank gilt auch den beiden “Küchenfeen“ Brigitte Wetzel und Anna Marawaki, die an beiden Tagen unermüdlich die Unmengen schmutziges Geschirr abgewaschen und auch die Endreinigung des Vereinshauses in Saalfeld durchgeführt haben.
21.06.2009 | Jugendevents
Der Thüringer Landesangelfischereiverband (TLAV ) hatte für den 20. und 21.06.2009 seine Jungangler zum 2. Jugendnachtangeln an die Saalekaskade eingeladen. Die Wahl fiel auf den wunderschönen Bleilochstausee.
Hier sind in einer reizvollen Landschaft die besten, anglerischen Voraussetzungen gegeben. Dieses wurde mehrfach von den Teilnehmern und Gästen bestätigt. Selbst der jüngste Teilnehmer im Alter von 8 Jahren war von seiner Angelstelle begeistert. Beginn der Veranstaltung war 15.00 Uhr, aber viele Kinder konnten es kaum erwarten und reisten schon 12.00 Uhr mit ihren Eltern oder Betreuern an. Der ansässige Landwirt, welcher uns die Benutzung der Wiese genehmigte, hatte uns für den Lagerplatz eine schöne Stelle zugewiesen und diese netterweise gemäht. Dafür an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön.
Die kleinen Zelte der Teilnehmer waren in Windeseile aufgebaut, so dass die verbleibende Zeit emsig für das Zusammenstellen der Erfolg versprechenden Angelmethoden und Taktiken genutzt wurde. Der Uferstreifen wurde mehrfach inspiziert, schließlich war jeder bestrebt, den besten Angelplatz zu erhaschen. Irgendwo müssen die ganz großen Fische ja sein? Kescher wurden aufgebaut, Angelruten zusammengesteckt und die hoffentlich richtigen Köder ausgewählt. Wann geht es nun endlich los? Nach einer kurzen Begrüßung war der Startschuss gegeben und die Petrijünger legten los. Die ab und zu auftretenden, kurzen Regenschauer wurden mit einem Lächeln ignoriert.
Um 16.00 Uhr zeigte ein erfahrener Angler interessierten Kindern das erfolgreiche Spinnfischen mit Kunstködern. Die vielen nützlichen Tipps und Tricks wurden sogleich in die Tat umgesetzt und der erste Hecht ließ nicht lange auf sich warten. Der Junge rief: „ Das ist der erste Hecht, den ich in meinen Leben gefangen habe“. Vor Freude rief er seine Mutti an mit der Nachricht: „ Morgen gibt es bei uns Fisch zu essen“.
Während der Nacht verharrten die Jungangler ausdauernd an ihren Angelplätzen und schützten sich vor den kühlen Temperaturen mit Schlafsack und Decken. Manch einer sah einem verpuppten Insekt sehr ähnlich. Es sah sehr lustig aus als ein Junge mit geschlossenem Schlafsack an seine Angel hüpfte, weil der Reißverschluss klemmte, aber der Karpfen, der an seiner Angel hing, war es ihm wert. Wer von den Kindern und Jugendlichen wollte, konnte seine gefangenen Fische auch im gebratenen oder geräucherten Zustand mit nach Hause nehmen. Der TLAV hat Dank seiner fleißigen, ehrenamtlichen Helfer rund um die Uhr für die jungen Angler gesorgt. Am Küchenzelt konnte man jederzeit essen, trinken und sich aufwärmen. Nasse Füße waren bei der Witterung keine Seltenheit, aber selbst zwei Jungen konnte mit Gummistiefeln und warmen, trockenen Socken geholfen werden.
„Das ist ja wie bei meiner Mutti zu Hause“ sagte der eine Junge. Auch solche Erfahrungen sind für die Kinder lehrreich. In dieser Nacht wurden bei Fackelschein so manche Geschichten rund um das Angeln erzählt und tolle Beobachtungen gemacht. So war es doch sehr interessant zu sehen, wie Meister Reineke um das Küchenzelt schlich, um vielleicht den einen oder anderen Happen zu ergattern. Doch die Einladung galt für ihn nicht. Ein Junge wird sich in nächster Zeit gut überlegen, wo er seine Vorräte beim Angeln lagert. Während er bei seiner Angel saß, statteten 3 Waschbären seinem Zelt einen Besuch ab. Leider hatten die anderen Kinder nicht gleich eine Kamera zur Hand. Man glaubt gar nicht, was diese dreisten, pelzigen Gesellen für eine feine Nase haben. Bis zum Schluss der Veranstaltung wurden viele schöne Fische gefangen, darunter einige Karpfen, Zander, Hechte, Barsche, Bleie, Rotfedern und ein Aal. Wie so oft beim Angeln geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Die Teilnehmer traten nur ungern den Heimweg an, doch sie freuen sich schon auf das nächste Mal. Beim TLAV ist die Jugend wichtiger Bestandteil seiner Verbandsarbeit, was sich bei derartigen Events immer wieder bewahrheitet. Auf jeden Fall ist das Nächste schon geplant.
Klaus und Manuela Freund
25.05.2009 | Konfliktfeld Kormoran
Die gemeinsame Fischereipolitik hat uns überfischte Meere beschert. Das will die EU nun neben anderem mit der Einrichtung eines funktionierenden und wirk- samen Kontrollsystems in Form einer Fischerei-Kontrollverordnung ändern. Eine Ausweitung der Kontrolle auf die Angelfi- scherei in der Union ist für uns Angler aber unannehmbar. Das sieht das Europäische Parlament wohl ebenso. Am 22. April hat- ten die Parlamentarier einen Bericht zur Kontrollverordnung für die Fischerei mit großer Mehrheit angenommen. Allerdings ist im Parlament zuvor debattiert worden, inwieweit die Freizeitfischerei in das Mengenmanagement für Fischbestände einbezogen werden muss. Die Fangmengen der Freizeitfischerei können nach Ansicht des Parlaments zwar von den Mitgliedstaaten beobachtet und bewertet werden, jedoch sollten nur bei erheblichen Einflüssen auf die Bestände die Fangmengen auf die Quoten der Mitgliedsstaaten angerechnet werden. Da über den vorgelegten Bericht aber lediglich im Rahmen eines Anhö- rungsverfahrens abgestimmt wurde ist er für den EU-Ministerrat nicht bindend sondern stellt lediglich die Meinung des Parlaments dar.
Der VDSF und die EAA (European Anglers Alliance) hatten im Vorfeld der Parlamentsentscheidung unermüdlich am Thema mitgearbeitet, Anmerkungen und Einwände gemacht.
Im November 2008 veröffentlichte die Europäische Kommission den Vorschlag für eine neue Kontrollverordnung im Fischereisektor. Die neue Verordnung, die 116 Artikel beinhaltet, schlägt zum ersten Mal eine Einbeziehung der Sportfischerei vor (Artikel 47). Angler und Betreiber von Angelkuttern in ganz Europa waren verunsichert, da der Inhalt des Artikels, wenn befürwortet, möglicherweise eine Einführung von Logbüchern, Anmeldung von Fischfängen, Boot- und Angelgenehmigungen, Schreibarbeit, Lizenzen, und Fischfangquoten zur Folge haben könnte. Es ist offensichtlich: Statt einer Verbesserung der Fischbestände bringt der Artikel 47 der neuen Kontrollverordnung lediglich eine Vielzahl neuer Kontrollvorschriften, die an den bestehenden Miss- ständen nichts ändern und letztendlich nur zu einem mehr an Bürokratie führen.
VDSF und EAA Präsident Peter Mohnert hatte deshalb unter anderen EU – Fischereikommissar Joe Borg, Bundeslandwirt- schaftsministerin Ilse Aigner sowie den „EU-Entbürokratisierer“ und ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber angeschrieben, seine Befürchtungen zum Ausdruck gebracht und um Klarstellung gebeten.
Zusammen mit dem Deutschen Anglerverband hatte der VDSF auch eine gemeinsame Erklärung zur geplanten Überwachung der Freizeitfischerei veröffentlicht, in welcher sich beide Verbände klar gegen den Artikel 47 und insbesondere gegen die Anrechnung der Anglerfänge auf die Quote der Berufsfischerei ausgesprochen hatten (siehe Fischwaid, Ausgabe 2 / 2009 und www.vdfs.de). Auch der Generalsekretär der European Anglers Alliance, Jan Kappel, hat sich in permanenter Abstimmung mit dem Präsidenten an die Europäische Kommission gewandt und die vorläufige Streichung des Artikels 47 oder die Herausnahme der Angelfischerei von der vorgeschlagenen Regelung gefordert. Ebenso ist er mit dem Thema, mit Erfolg, bei einer Vielzahl von Europa- abgeordneten vorstellig geworden.
Der Fischereiausschuss des Europaparla- ments hatte daraufhin am 31. März eine überarbeitete Fassung des Berichts angenommen, der rund 290 Anmerkungen der Ausschussmitglieder einbezog. Beinahe hätte der Fischereiausschuss vorgeschla- gen, dass Artikel 47 gesamt gestrichen werden solle. Ganze 5 Stimmen fehlten. Der vom Europaparlament verabschiedete Verordnungs-Text, wie er jetzt vorliegt bevor er von der Kommission und den Minister abgeändert wird, schließt erstmals explizit die Freizeitfischerei ein. Beispielsweise heißt es in Artikel 47:
Freizeitfischerei, die von Bord eines Schiffs in Meeresgewässern der Gemeinschaft auf einen Bestand betrieben wird, für den ein mehrjähriger Wiederauffüllungsplan gilt, kann von dem Mitgliedsstaat, in dessen Gewässern sie erfolgt, evaluiert werden. Die Fischerei, die mit Handangeln von Land aus betrieben wird, ist davon ausgenommen
Wird festgestellt, dass eine Freizeitfischereitätigkeit erhebliche Auswirkungen hat, so werden die Fänge auf die betreffende Quote des Flaggenmitgliedsstaats angerechnet. Der betreffende Mitgliedsstaat kann einen Anteil seiner Quote festsetzen, der ausschließlich für die betreffende Freizeitfischerei genutzt wird.
Der gegenüber der ursprünglichen Version abgeänderte Text kommt den Anglern jetzt mehr entgegen. Er schließt die Angelfischerei vom Meeresufer aus und be- zieht die Sportfischerei nur bei den Fischbeständen für die es Erhaltungspläne gibt ein (derzeit Dorsch und Blauflossenthun). Die Parlamentarier haben auch an einigen Stellen “soll” mit “kann” ersetzt, um her- vorzuheben, dass ihnen daran liegt, dass die Mitgliedsst aaten viel selbstständig entscheiden und verwalten sollen. Grundsätzlich könnte die Verordnung aber auch die Einführung eines unrealisti- schen Kontrollsystems bedeuten, bei dem der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.
VDSF Präsident Peter Mohnert hat deshalb dringenden Klärungsbedarf gesehen und auch erhalten.
Fischereikommissar Borg wird übrigens am 17. Juni zu einer im Bundesministe- rium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin erwartet um über die Vorhaben der EU Kommission vor Ort zu diskutieren. Bei der Unterre- dung wird auch der VDSF anwesend sein der auch weiterhin energisch für die Strei- chung des Artikels 47 eintritt. Dazu hat er viele Mitstreiter gefunden. Das zeigt bereits die Tatsache, dass zu Artikel 47, obwohl er nur die Angler betrifft, mehr Eingaben, Hinweise und Vorschläge ein- gegangen sind als zur gesamten Verordnung.
Dr. Stefan Spahn
In einem Brief an Peter Mohnert vom 30. April schreibt EU-Fischereikommissar Joe Borg:
„Unser Vorschlag hat nicht zum Ziel, wie in der gewerblichen Fischerei Fangquoten und Kontrollen für jeden einzelnen Hobbyangler festzulegen. Wir schlagen lediglich vor, in der Freizeitfischerei auf See für einige wenige und genau begrenzte Bestände, die sich in einem biologisch schlechten Zustand befinden – die sogennanten erholungsbedürftigen Bestände – einige grundlegende Anforderungen an Genehmigungen und Berichterstattung einzuführen.
Bei Betrachtung der praktischen Auswirkungen unseres Vorschlags ist zu berücksichtigen, dass Freizeitfischer derzeit nur zwei Arten befischen, für die entsprechende Wiederauffüllungspläne gelten, nämlich Blauflossenthun und Dorsch / Kabeljau.
Natürlich fischen Sie auch Seebarsch, Lachs und viele andere Arten, für diese gibt es aber keine Wiederauffüllungspläne, so dass sie auch nicht in den Geltungsbereich unseres Vorschlags fallen. Insofern sind die allermeisten Angler von unserem Vorschlag nicht betroffen.
….Ferner will ich darauf hinweisen das ein Freizeitangler, selbst wenn er ei- nen erholungsbedürftigen Bestand befischt, auf den die Freizeitfischerei eine wesentliche Auswirkung hat, von der Kontrollverordnung nicht unbedingt betroffen ist. Fängt er z.B. eine geringfügige Menge Kabeljau, etwa zum Privatgebrauch, so fällt er nicht unter die Kontrollverordnung“ .
09.12.2008 | Konfliktfeld Kormoran
Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir im Nachgang für unsere Vereine die neue Thüringer Kormoranverordnung vom 9. Dezember 2008.
Bereits 1998 gab es in Thüringen zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden sowie zum Schutz der heimischen Tierwelt Regelungen zur Eindämmung der Kormoranpopulation. Doch diese waren mit der Zunahme der Kormorane und einer weiteren Ausweisung von Schutzgebieten in Thüringen nicht mehr praktikabel. Die Probleme bzw. Schäden, welche der zu hohe Kormoranbestand in der Fischwirtschaft, vor allem in den Fischbeständen der natürlichen Gewässer, verursacht, nahmen extrem zu.
Es ist unbestritten, dass das Kormoranproblem nur gesamteuropäisch gelöst werden kann. Doch mit einem europäischer Kormoranmanagementplan bzw. praktischen Maßnahmen zu einer Europaweit koordinierten Regulierung des Kormoranbestandes ist in naher Zukunft nicht zu rechnen. Die Verantwortung zum Schutz unserer heimischen Tierwelt und dazu gehören auch unsere heimischen Fischarten liegt immer noch auf nationaler Ebene. Dieser Verantwortung versucht die von den Thüringer Anglerverbänden und der Fischwirtschaft unterstützte neue Thüringer Kormoranverordnung gerecht zu werden.
Um die Schäden durch den Kormoran zu minimieren, erlaubt die neue Kormoranverordnung Maßnahmen zur Verhinderung von Brutkolonien wie das Stören des Nestbaus oder das Herunterstoßen von Nestern. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Möglichkeit, auch in der Zeit vom 1. April bis zum 15. August den Kormoran zu vergrämen bzw. zu töten. Diese Regelung wird zukünftig noch wichtiger, da wir feststellen müssen, dass immer mehr Kormorane auch in den Sommermonaten in Thüringen bleiben und die Zuwanderung der großen Schwärme im Herbst immer früher einsetzt.
Die entsprechende Erlaubnis zum Kormoranabschuss innerhalb der Schonzeit ist bei der unteren Naturschutzbehörde zu beantragen. Sie kann den Antrag nur dann ablehnen, wenn begründete öffentliche Belange, insbesondere solche des Naturschutzes, einschließlich des Arten- und Tierschutzes, diesem entgegenstehen. Eine Ablehnung der Anträge dürfte in den seltensten Fällen begründet sein, da zum Artenschutz unbedingt der Schutz unserer heimischen Fischfauna gehört.
Laut Verordnung sind aktuell der Vergrämungsabschuss und damit eine Regulierung des Kormoranbestandes im Freistaat Thüringen ganzjährig in einem Gebiet von 250 Metern um das fischereiwirtschaftlich genutzte Gewässer (auch in Fließgewässern, Talsperren, Speicher und Kiesseen) möglich. Diese neue Regelung gilt auch in Schutzgebieten und ist eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung des Fischartenschutzes.
Leider mussten wir dieses Jahr mehrfach feststellen, dass zuständige Genehmigungsbehörden versuchen, mit überhöhten, nicht nachvollziehbaren Bearbeitungsgebühren, den Antragsteller finanziell abzuschrecken oder mit unverhältnismäßig langen Bearbeitungszeiten der Anträge, die für den Artenschutz so wichtigen neuen Regelungen in der Thüringer Kormoranverordnung zu umgehen. Dies ist nicht akzeptabel und zeigt, dass trotz langsamer Annäherung der Positionen Vogelund Fischartenschutz in Thüringen immer noch nicht den gleichen Stellenwert haben.
Darum werden wir dieses Thema und die möglichen Schritte in der ersten Beratung der Interessengemeinschaft Thüringer Fischerei Anfang November gemeinsam mit den anderen Anglerverbänden und den Berufsfischern besprechen. Unser Verband erwartet außerdem eine klare Positionierung und Vorgabe unseres Fachministeriums an die nach geordneten Behörden zur Umsetzung der Kormoranverordnung.
Die zum jetzigen Zeitpunkt schon sehr zahlreich an unseren Gewässern jagenden Kormorane, weißen eindeutig darauf hin, dass wir in diesem Herbst und Winter wiederum mit dramatischen Schäden in unseren heimischen Fischbeständen rechnen müssen. In dieser Situation ist verantwortungsvolles Handeln von allen Beteiligten gefragt.
André Pleikies, Geschäftsführer